Ingwer zur Minderung von Übelkeit und Erbrechen in der Schwangerschaft

 

Untersuchungen zur Wirksamkeit und Verträglichkeit von Ingwer in der Schwangerschaft - Update 2014



Hintergrund

Ungefähr 50 % der Frauen klagen in der Frühschwangerschaft über Übelkeit und Erbrechen, weitere 25 % leiden ausschließlich unter Übelkeit, die insbesondere am Morgen auftritt. Im Durchschnitt beginnt die Übelkeit zwischen der 5. und 6. Woche der Schwangerschaft. Bei der Mehrheit der Schwangeren bilden sich diese Beschwerden um die 20. Schwangerschaftswoche wieder zurück. Etwa 20 Prozent der Frauen haben jedoch weiterhin Symptome, die bis in das letzte Drittel der Schwangerschaft reichen können. Entgegen der landläufigen Meinung treten die Symptome auch während des Tages auf und sind nicht nur auf den Morgen beschränkt (5).


Die Ursache des Schwangerschaftserbrechens ist unklar. Es wird vermutet, dass das schwangerschaftserhaltende Hormon hCG bei der Entstehung eine Rolle spielt.
Von einer medikamentösen Therapie der Übelkeit wird abgeraten. Vielfach werden daher Zubereitungen aus Ingwer als Tee oder Kapseln zur Linderung der Übelkeit empfohlen.


Ingwer

Ingwer (Zingiber officinale) wird in tropischen Regionen, vor allem in Asien angebaut. Ingwer ist eine Pflanzenart aus der Familie der Ingwergewächse, zu denen auch Kardamom und Turmeric (Curcuma longa) zählen.
Es gibt unterschiedliche Zubereitungen von Ingwer, entweder in Form von Gewürzen in Lebensmitteln und Getränken, oder als Extrakte in Tees und Kapseln. In Studien wurden verschiedene Formulierungen von Ingwer als Pulver oder Extrakte in Dosierungen von 250 mg bis 1000 mg pro Tag (Wurzel-Pulver-Äquivalent) verwendet.


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Studien zur Behandlung von Übelkeit und Erbrechen in der Schwangerschaft

Eine umfassende Bestandsaufnahme von Matthews und Mitarbeitern zur Behandlung von Übelkeit und Erbrechen während der Schwangerschaft kommt zu dem Schluss, dass es derzeit keine überzeugend wirksame Behandlungsoption zur Therapie dieser häufigen Störung gibt. Nach der Analyse von 27 Studien mit zusammen 4041 Patientinnen sprechen die Autoren keine klare Empfehlung zur Behandlung von Übelkeit und Erbrechen während der Schwangerschaft aus. Zubereitungen aus Ingwer werden jedoch als hilfreich zur Behandlung von Übelkeit in der Frühschwangerschaft angesehen, obwohl auch hier die Studienlage als nicht überzeugend gilt (Cochrane Metaanalyse) (1).


Studien zur Wirksamkeit von Ingwer

In einer Reihe von kontrollierten Studien wurde die antiemetische Wirkung von Ingwer, einschließlich der Behandlung von Übelkeit im Rahmen der Schwangerschaft untersucht.
In vier von sechs randomisierten, kontrollierten Studien konnte die Wirksamkeit von Ingwer bei der Behandlung von Übelkeit und Erbrechen in der Schwangerschaft belegt werden (2). In diesen Studien war Ingwer jeweils der Placebo-Gabe überlegen. Im einzelnen zeigten sich als Ergebnis der Behandlung mit Ingwer eine signifikante Verringerung von Erbrechen und eine Abnahme der Schwere und Dauer von Übelkeit bei schwangeren Frauen (3).

In zwei Untersuchungen wurde über eine vergleichbare Wirksamkeit von Ingwer und Vitamin B6 berichtet, für das ebenfalls Hinweise für eine Wirksamkeit bei der Behandlung von Übelkeit und Erbrechen in der Schwangerschaft vorliegen. Eine neuere Untersuchung dokumentiert die Überlegenheit von Ingwer gegenüber Vitamin B6 bei der Verringerung von Übelkeit. Eine Dosierung von 1000 mg Ingwer pro Tag erwies sich dabei ohne negative Auswirkungen auf die Schwangerschaft als wirksam.

Eine kürzlich veröffentlichte Metaanalyse zur Wirksamkeit von Ingwer bei der schwangerschaftsinduzierten Übelkeit kommt zu dem Ergebnis, dass Ingwer der Placebo-Gabe überlegen ist und demnach als eine wirksame Behandlungsoption zur Verminderung der Beschwerden angesehen werden kann (5).


Dosierung

Die Verwendung von Ingwer (etwa 1 g täglich) für mindestens 4 Tage war in Studien mit einer sehr deutlichen Verminderung des Auftretens von Übelkeit verbunden.
Es ist gegenwärtiger Konsens, dass eine maximale Dosis von 2 g Ingwer pro Tag, aufgeteilt in Dosen von 250 mg, nicht überschritten werden sollte (5).
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Sicherheit und Verträglichkeit von Ingwer

Zu den möglichen Nebenwirkungen zählen milde gastrointestinale Beschwerden wie Sodbrennen, Durchfall und Reizungen im Mundraum. Eine häufig beobachtete Nebenwirkung von Ingwer ist ein Reflux. In einer Studie zur Prävention von postoperativer Übelkeit und Erbrechen berichteten 8 Prozent der Probanden nach Einnahme von 1 g Ingwer über Sodbrennen (5).
In der Literatur wird darauf hingewiesen, dass Ingwer gerinnungshemmende Eigenschaften aufweist, daher sei eine unkontrollierte Einnahme hoher Dosen zu vermeiden (4).


Fazit

Trotz der weit verbreiteten Verwendung von Ingwer in der Ernährung, ist dessen klinischer Wert und die Sicherheit zur Behandlung der schwangerschaftsinduzierten Übelkeit noch nicht eindeutig bestimmt. Eine kürzlich erschienene Metaanalyse bestätigt, dass Ingwer eine effektive nicht-pharmakologische Behandlung von Übelkeit und Erbrechen in der Schwangerschaft darstellt. Aufgrund der relativ guten Verträglichkeit sprechen sich zudem viele Experten für eine Anwendung von Ingwer-Zubereitungen bei Übelkeit und Erbrechen in der Frühschwangerschaft aus.


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Literatur:

1. Matthews A, Dowswell T, Haas DM, Doyle M, O'Mathúna DP. Interventions for nausea and vomiting in early pregnancy. Cochrane Database Syst Rev. 2010 Sep 8;(9):CD007575.
2. Borrelli F, Capasso R, Aviello G, Pittler MH, Izzo AA. Effectiveness and safety of ginger in the treatment of pregnancy-induced nausea and vomiting. Obstet Gynecol. 2005 Apr;105(4):849-56.
3. Ebrahimi N, Maltepe C, Einarson A. Optimal management of nausea and vomiting of pregnancy. Int J Womens Health. 2010 Aug 4;2:241-8.
4. Tiran D. Ginger to reduce nausea and vomiting during pregnancy: evidence of effectiveness is not the same as proof of safety. Complement Ther Clin Pract. 2012 Feb;18(1):22-5.
5. Thomson M, Corbin R, Leung L. Effects of ginger for nausea and vomiting in early pregnancy: a meta-analysis. J Am Board Fam Med. 2014 Jan-Feb;27(1):115-22.


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