Coenzym Q10 – Update zur Wirksamkeit 2016

 

Bei welchen Erkrankungen ist eine Coenzym Q10-Einnahme wirksam?

 

Bei welchen Erkrankungen hat sich eine Coenzym Q10-Supplementation als unwirksam erwiesen?



Einführung

Der zentrale Stellenwert, den Coenzym Q10 im Energiestoffwechsel des Menschen einnimmt, erklärt das große Interesse an dieser körpereigenen Substanz. Es gibt kaum eine Erkrankung oder Funktionsstörung im menschlichen Körper, die theoretischen Überlegungen zufolge nicht durch einen Mangel an Coenzym Q10 beeinflusst wird. 

Weitere Details zur Wirkung von Coenzym Q10: 

Coenzym Q10 – Wirksam oder unwirksam?


 
In jüngster Zeit ist eine Vielzahl neuer klinischer Untersuchungen zur Wirksamkeit von Coenzym Q10 bei den unterschiedlichsten Erkrankungen veröffentlicht worden. Der folgende Übersichtsbeitrag fasst die Ergebnisse dieser Studien zusammen. Die Wirkung von Coenzym Q10 auf die folgenden Erkrankungen wird dabei diskutiert: 

Bluthochdruck, Hypercholesterinämie, Diabetes mellitus, Herzinsuffizienz, Parkinson-Erkrankung, Metabolisches Syndrom, Fibromyalgie, Chronisches Erschöpfungssyndrom, Muskelschmerzen, Migräne-Kopfschmerz, Nichtalkoholische Fettlebererkrankung, Multiple Sklerose, Vorhofflimmern und Demenz.


Wirkmechanismus von Coenzym Q10

Coenzym Q10, auch als Ubichinon bezeichnet wird in allen Zelltypen gefunden. Coenzym Q10 ist ein Redox-Modulator, ein Membranstabilisator und der entscheidende Cofaktor der mitochondrialen Elektronentransportkette. Als Antioxidans schützt CoQ10 Zellen vor den schädlichen Wirkungen von reaktiven Sauerstoffspezies und reaktiven Stickstoffverbindungen. CoQ10 hat auch entzündungshemmende Wirkungen über den Einfluss auf die Aktivierung von NF-kappaB und durch die Modulation der Transkription des proinflammatorischen JAK / STAT-Signalwegs. Darüber hinaus zeigt CoQ10 neuroprotektive Wirkungen in Tiermodellen von neurodegenerativen Erkrankungen (beispielsweise M. Parkinson).


Bei welchen Erkrankungen werden erniedrigte Coenzym Q10-Spiegel beobachtet?

Bei zahlreichen neurodegenerativen Erkrankungen, Diabetes, Krebs, Fibromyalgie, Muskel- und Herz-Kreislauf-Erkrankungen wurden erniedrigte Coenzym Q10-Spiegel gefunden. Eine CoQ10-Behandlung verursacht bisherigen Untersuchungen zufolge beim Menschen keine ernsthaften Nebenwirkungen (Garrido-Maraver 2014).


Welche Wirkung hat Coenzym Q10 auf den Blutdruck?

Die Ergebnisse zur Blutdrucksenkung durch Coenzym Q10 sind den Daten einer ersten Übersichtsarbeit zufolge widersprüchlich. Während eine Studien keine Senkung des systolischen Blutdrucks unter Coenzym Q10 nachweisen konnte, wurde in der zweiten Studie bei Patienten mit Bluthochdruck eine Verminderung des mittleren systolischen Blutdrucks um 15 mmHg beobachtet. Mit Bezug auf den diastolischen Blutdruck konnte kein statistisch signifikanter blutdrucksenkender Effekt in den Studien dokumentiert werden (Flowers 2014).

Eine aktuelle Cochrane Metaanalyse (März 2016) kommt zu dem Ergebnis, dass die Behandlung mit Coenzym Q10 keinen klinisch signifikanten Effekt auf den Blutdruck hat. Dieser Metaanalyse lagen nur drei Studien zugrunde, in denen eine Abnahme des systolischen Blutdrucks um im Mittel 3,68 mmHg und des diastolischen Blutdrucks um 2,03 mmHg dokumentiert werden konnten, beide Veränderungen waren statistisch nicht signifikant (Ho 2016).

Entgegen den Ergebnissen der Cochrane Metaanalyse kommt eine Placebo-kontrollierte Studie an 52 iranischen Herzinfarkt-Patienten mit Hyperlipidämie zu dem Ergebnis, dass die tägliche Einnahme von 200 mg Coenzym Q10 über 12 Wochen zu einer statistisch signifikanten Abnahme des systolischen und diastolischen Blutdrucks im Vergleich zur Kontrollgruppe führt (Mohseni 2015).

In einer Untersuchung an gesunden Sportlern in einem Trainingscamp konnte ebenfalls eine blutdrucksenkende Wirkung von Coenzym Q10 beobachtet werden. 32 gesunde Sportler hatten 11 Tage vor dem Trainingscamp und 4 Tage während des Trainings täglich 600 mg Coenzym Q10 erhalten. Am Ende der Trainingsphase zeigte sich im Vergleich zur Placebo-Gruppe eine signifikante Reduktion der diastolischen Blutdruckwerte (Kizaki 2015).

Zusammenfassung:
Insgesamt sind die bisher publizierten Daten zur Wirkung von Coenzym Q10 auf den Blutdruck widersprüchlich, sodass zurzeit keine abschießende Bewertung möglich ist.
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Wirkt Coenzym Q10 entzündungshemmend?

Bei Patienten mit Bluthochdruck führt die tägliche Einnahme von 100 mg Coenzym Q10 zu einer Verminderung proinflammatorischer Faktoren, wie IL6, und zu einer Senkung von Entzündungsmarkern wie hs-CRP. Darüber hinaus wurde ein Anstieg beim Adiponectin beobachtet (Bagheri Nesami 2015).


Profitieren Dialyse-Patienten von Coenzym Q10?

In einer Placebo-kontrollierten doppelblinden Crossover-Studie wurde geprüft, ob Coenzym Q10 die körperliche Leistungsfähigkeit von Dialyse-Patienten positiv beeinflusst. Im Ergebnis zeigte sich keine Verbesserung im 6-Minuten-Gehtest als Maß für die Leistungsfähigkeit im Vergleich zur Placebogabe. Auch Parameter des oxidativen Stresses wurden nicht signifikant durch die tägliche Gäbe von 200 mg Coenzym Q10 beeinflusst (Gokbel 2015).


Welche Auswirkungen hat Coenzym Q10 auf den Fettstoffwechsel?

Senkt Coenzym Q10 erhöhte Cholesterin- und, Triglyceridspiegel?

Einer ersten Übersichtsarbeit zufolge konnte ein Cholesterin-senkender Effekt unter Coenzym Q10-Behandlung bisher nicht nachgewiesen werden. Weder das Gesamtcholesterin noch das HDL-Cholesterin oder die Triglyceride wurden signifikant verändert. Auch in Studien, in denen Coenzym Q10 in Kombination mit Statinen geprüft wurde, konnte kein zusätzlicher Effekt auf die Blutfette oder den Blutdruck beobachtet werden (Flowers 2014).

In einer nachfolgenden Metaanalyse wurde geprüft, ob Coenzym Q10 verschiedene Parameter des Fettstoffwechsels beeinflusst. Im Ergebnis zeigte sich ein günstiger Effekt auf die Plasma-Lipoprotein(a)-Konzentration. Den Daten zufolge führt die Coenzym Q10-Gabe dosisabhängig zu einer Senkung der Lipoprotein (a)-Spiegel. Hohe Lipoprotein(a)-Spiegel gelten als Risikofaktor für Herz-Kreislauferkrankungen. Weiterhin ergab die Analyse von insgesamt 7 Studien, dass Coenzym Q10 keinen Effekt auf die Höhe der Triglyceride oder die Cholesterinspiegel hat (Sahebkar 2016).

Auch bei Patienten mit Hyperlipidämie nach einem Herzinfarkt führte die zusätzliche Behandlung mit täglich 200 mg Coenzym Q10 neben einer Standard-Statin-Therapie über 12 Wochen im Vergleich zur Placebo-Gabe zu keiner Abnahme der Gesamt-Cholesterinspiegel, der LDL-Konzentration oder der Triglyceride (Mohseni 2015).

Entgegen den bisherigen Untersuchungsergebnissen kommt eine Placebo-kontrollierte Studie an 52 iranischen Herzinfarkt-Patienten mit Hyperlipidämie zu dem Ergebnis, dass eine tägliche Einnahme von 200 mg Coenzym Q10 über 12 Wochen zu einer statistisch signifikanten Abnahme von LDL-Cholesterin und Triglyceriden führt, während für das HDL ein Anstieg dokumentiert werden konnte (Mohseni 2015).

Zusammenfassung
Insgesamt sind die bisher veröffentlichten Daten zur Wirkung von Coenzym Q10 auf die Höhe der Cholesterin- und Triglycerid-Spiegel widersprüchlich, sodass derzeit keine abschießende Bewertung möglich ist.


Verbessert Coenzym Q10 die Blutzuckerkontrolle bei Diabetes mellitus?

In einer Placebo-kontrollierten Studie an 52 Patienten aus dem Iran wurden die Auswirkungen von Coenzym Q10 auf die Blutzuckerkontrolle, den oxidativen Stress und die Höhe der Adiponectin-Spiegel bei Personen mit Typ-2-Diabetes untersucht.
Die Studienteilnehmer erhielten 100 mg Coenzym Q10 oder Placebo zweimal täglich für 8 Wochen.
Ergebnisse: Parameter des oxidativen Stresses zeigten Vorteile zugunsten der Coenzym Q10-Gruppe, der Unterschied zur Placebo-Gruppe war jedoch nicht statistisch signifikant. Bei den entscheidenden Parametern der Blutzuckerkontrolle, dem Nüchternblutzucker, dem HbA1c und den Adiponectin-Spiegeln zeigten sich keine signifikanten Unterschiede zwischen den Gruppen (Moazen 2015).
Zusammenfassung: Ein Coenzym-Q10-Supplementierung kann den oxidativen Stress bei Typ 2 Diabetikern verringern. Dies hat jedoch keine Auswirkungen auf die Blutzuckerkontrolle und die Adiponectin-Spiegel.

In einer Metaanalyse wurde zusammenfassend geprüft, welchen Einfluss Coenzym Q10 auf die Blutzuckerkontrolle bei Patienten mit Diabetes mellitus hat. Auf der Basis von 7 Studien mit zusammen 356 Patienten kommen die Autoren zu dem Schluss, dass durch die Behandlung mit CoQ10 keine positiven Auswirkungen auf die Blutzuckerkontrolle, das Lipidprofil oder den Blutdruck bei Patienten mit Diabetes erreicht werden können. Es fanden sich allerdings Hinweise auf eine Reduktion der Triglyceridspiegel. Die Autoren gaben jedoch zu bedenken, dass ihre Einschätzung aufgrund der begrenzten Verfügbarkeit von Daten, der geringen Studiengrößen und der oft nicht gut konzipierten Studien nur vorläufig sein kann. Weitere randomisierte, kontrollierte Studien sind demnach notwendig, um die Wirkung von Coenzym Q10 auf das metabolische Profil bei Diabetes abschließend zu bewerten. Dabei sollten auch die optimale Dosierung überprüft werden (Suksomboon 2015).


Vermindert Coenzym Q10 neuropathische Schmerzen bei Diabetes mellitus?

Möglicherweise lassen sich neuropathische Schmerzen infolge einer schlechten Blutzuckereinstellung beim Diabetes durch eine vorbeugende Behandlung mit Coenzym Q10 vermindern (Zhang 2016).


Wirkung von Coenzym Q10 bei Hornhaut-Erkrankungen

Die Behandlung von nicht heilenden Hornhautgeschwüren, insbesondere bei Patienten mit neurotrophischer Hornhaut, bleibt ein schwieriges Problem. Einige Patienten sprechen nicht auf eine konventionelle Therapie an, so dass neue, alternative Mittel notwendig sind, um diese resistenten Fällen zu behandeln.
Erste Untersuchungen deuten darauf hin, dass Coenzym Q10 Augentropfen in schwierigen Fällen zur Wundheilung des Hornhautepithels beitragen können und damit als ein wichtiges therapeutisches Mittel zur unterstützenden Behandlung in Betracht gezogen werden sollten (Gumus 2016).


Vorbeugung von Herz-Kreislauferkrankungen durch Coenzym Q10?

Studien haben gezeigt, dass ein Coenzym Q10-Mangel mit kardiovaskulärer Erkrankung assoziiert ist.
Selen und Coenzym Q10 sind wichtige Antioxidantien im Körper. Da die Einnahme von Selen in Europa gering ist und die endogene Produktion von Coenzym Q10 sich mit zunehmendem Alter verringert, wurde in einer Studien geprüft, ob die kombinierte Einnahme von Selen und Coenzym Q10 über vier Jahre sich positiv auf die Sterblichkeit an Herz-Kreislauferkrankungen auswirkt. 443 gesunde ältere Personen wurden in Schweden in diese Studie eingeschlossen (Alehagen 2015). Über die 4 Jahre der Behandlung hinaus wurden die Teilnehmer für weitere 6 Jahre nachbeobachtet.

Ergebnisse: Bei denen mit Selen und Coenzym Q10 behandelten Personen konnte eine deutlich reduzierte kardiovaskuläre Sterblichkeit beobachtet werden. Die Analyse zeigte ein um 49 % reduziertes Risiko an kardiovaskulären Erkrankungen zu versterben. Diese Schutzwirkung war nicht auf den Interventionszeitraum beschränkt, sondern blieb auch während der Follow-up-Periode über insgesamt 10 Jahre erhalten (Alehagen 2015). 
Nach 4 Jahren Beobachtungsdauer hatte sich in der Selen-Coenzym Q10-Gruppe bereits eine signifikant geringere Krankenhausverweildauer sowie ein geringerer Verlust an Lebensqualität und körperlicher Leistungsfähigkeit als in der Placebo-Gruppe gezeigt (Johansson 2015).
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Herzinfarkt

Eine tierexperimentelle Untersuchung lieferte erste Hinweise, dass sich die Folgen eines Herzinfarktes durch eine Vorbehandlung mit Coenzym Q10 allein oder in Kombination mit Resveratrol abmildern lassen.
Eine Behandlung mit Coenzym Q10 über mindestens 7 Tage vor einem plötzlichen Verschluss einer koronaren Hauptarterie schützte den Daten zufolge die Tiere vor wesentlichen Folgen eines akuten Herzinfarkts. Coenzym Q10 reduzierte dabei die Größe des Infarktbereichs, verminderte die Entzündung und den oxidativen Stress und trug zur Normalisierung der linksventrikulären Hämodynamik bei (Eleawa 2015).


Körperliches Training unter Statin-Therapie – Welchen Einfluss hat ein Coenzym Q10-Mangel?

Die kombinierte Anwendung von Statinen zur Cholesterinsenkung und körperlichen Training kann zu einem insgesamt positiven Einfluss auf die Gesundheit führen und das Risiko für Herz-Kreislauferkrankungen verringern. Verschiedene Faktoren können jedoch das Risiko von Nebenwirkungen erhöhen. Als Folge der Kombination von Statinen und körperlichen Training wurden verschiedene Nebenwirkungen beobachtet: Dazu zählen eine verminderte sportliche Leistungsfähigkeit, Muskelverletzungen, Muskelschmerzen, Gelenkprobleme, verminderte Muskelkraft und Müdigkeit. Zu den Faktoren, die zu einer Unverträglichkeit dieser kombinierten Therapie prädisponieren, zählen die Art und die Dosierung des Statins, Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten, genetische Varianten, ein Coenzym-Q10-Mangel, ein Vitamin-D-Mangel und vorbestehende Muskelerkrankungen (Deichmann 2015).


Vermindert Coenzym Q10 trainingsbedingte Muskelschäden?

In einer Studie an 18 Mittelstreckenläufern wurde die Wirkung einer hohen Dosis von Coenzym Q10 (5 mg/kg/Tag) über 14 Tage auf verschiedene Entzündungsparameter und die Creatinkinase (CK) als Marker für eine Muskelüberlastung untersucht. Im Ergebnis zeigte sich eine Verminderung der Belastungs-induzierten Entzündungsreaktion, aber keine Reduktion der CK-Werte im Vergleich zur Placebo-Gruppe (Armanfar 2015).

In einer weiteren Untersuchung an gesunden Sportlern in einem Trainingscamp konnte ebenfalls kein Einfluss von Coenzym Q10 auf das Muskelenzym Creatinkinase beobachtet werden. 32 gesunde Sportler hatten 11 Tage vor dem Trainingscamp und 4 Tage während des Trainings täglich 600 mg Coenzym Q10 erhalten. Am Ende der Trainingsphase zeigte sich im Vergleich zur Placebo-Gruppe keine signifikante Veränderung der Plasma-Creatinkinase-Konzentration (Kizaki 2015).


Abnahme der Coenzym Q10-Blutspiegel unter Statin-Therapie

Die Ergebnisse zahlreicher Studien bestätigen eine signifikante Beziehung zwischen der Statin-Einnahme und verringerten Serumspiegeln von Coenzym Q10. In einer Metaanalyse Placebo-kontrollierter Studien zu Wirkung einer Statin-Therapie auf die Plasma-Coenzym Q10-Spiegel konnten die bisher bekannten Daten bestätigt werden. Demnach führen die vier unterschiedlichen Statine (Atorvastatin, Simvastatin, Rosuvastatin, Pravastatin) alle zu einer signifikanten Verminderung der Plasma-Coenzym Q10-Spiegel (Banach 2015).


Einfluss von Coenzym Q10 auf Statin-bedingte Muskelschmerzen

Von einer CoQ10-Behandlung könnten Patienten mit Statin-induzierter Myopathie profitieren. Die Supplementation von CoQ10 in einer Dosierung zwischen 30 und 200 mg pro Tag hat einzelnen Studien zufolge positive Auswirkungen auf die Statin-induzierte Myopathie ohne relevante Nebenwirkungen zu verursachen. (Littlefield 2014).
Einige ältere Studien zeigten unter der Coenzym Q10-Supplementation eine Verminderung der Muskelschmerzen oder einen Anstieg der Coenzym Q10-Serumspiegel (Littlefield 2014). Neuere Studien hingegen zeigten keinen Nutzen von CoQ10, wenn es zusammen mit Statinen eingenommen wurde.

In einer Placebo-kontrollierten Studie wurde die Wirkung von Coenzym Q10 (CoQ10) Supplementation auf die Simvastatin-assoziierten Muskelschmerzen, Muskelkraft und die aerobe Leistungsfähigkeit bei Patienten mit bestätigter Statin-Myalgie untersucht (Taylor 2015).
Nur 41 von 120 Patienten mit vorbestehenden Muskelschmerzen unter einer Statin-Therapie hatten in der doppelblinden Crossover-Phase Muskelschmerzen unter Simvastatin entwickelt, nicht aber unter der Placebo-Einnahme und wurden nachfolgend randomisiert mit Coenzym Q10 (600 mg / Tag) oder Placebo kombiniert jeweils mit Simvastatin für 8 Wochen behandelt. Als Wirksamkeitsparameter wurden Muskelschmerzen (Brief Pain Inventory [BPI]), die Zeit bis zum Schmerzbeginn, Arm- und Beinmuskelkraft und die maximale Sauerstoffaufnahme (VO2max) vor und nach jeder Behandlung gemessen. Im Ergebnis zeigten sich keine Unterschiede zwischen Coenzym Q10 und der Placebo-Behandlung in Bezug auf die Häufigkeit von Muskelschmerzen, der Zeit bis zum Schmerzbeginn oder bei der Muskelkraft.
Schlussfolgerung: Nur 36 % der Patienten, die vor Studienbeginn über Statin-bedingte Muskelschmerzen klagten, entwickelten in der doppelblinden Crossover-Phase der Studie Myalgie-Symptome. Den Daten zufolge vermindert CoQ10 nicht die Muskelschmerzen bei Patienten mit einer Statin-Myalgie (Taylor 2015).


Metaanalyse zur Wirkung von Coenzym Q10 auf Statin-induzierte Muskelschmerzen

Eine Metaanalyse zur Wirksamkeit einer Coenzym Q10-Supplementation auf die Statin-induzierte Myopathie hat die Ergebnisse von 6 Studien mit zusammen 302 Patienten ausgewertet (Banach 2015).
Untersucht wurden in den Studien die Auswirkungen von Coenzym Q10 auf Muskelschmerzen und die Plasma-Creatinkinase (CK)-Aktivität als Parameter der Statin-induzierten Myalgie.
Im Vergleich mit der Kontrollgruppe wurde die Plasma CK-Aktivität nach CoQ10-Gabe nicht vermindert. Ebenso hatte CoQ10 keine signifikante Wirkung auf Muskelschmerzen, obwohl eine Tendenz zu einer Abnahme beobachtet wurde. Auch eine Dosis-Wirkungs-Beziehung zwischen Veränderungen der Plasma-CK-Aktivität oder den Indizes von Muskelschmerzen und der Dosis von CoQ10 wurde nicht beobachtet.

Schlussfolgerung: Die Ergebnisse dieser Metaanalyse zu bisher veröffentlichten randomisierten, kontrollierten Studien lassen darauf schließen, dass CoQ10 keinen signifikanten Nutzen bei der Statin-induzierten Myopathie besitzt. Größere, gut geplante Studien sind notwendig, um die Ergebnisse dieser Metaanalyse zu bestätigen (Banach 2015).

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Fibromyalgie – Vermindert Coenzym Q10 die Symptome?

In einer Übersichtsarbeit wurden bisherige Einzelfallbeobachtungen zur Wirkung von Coenzym Q10 bei der Fibromyalgie zusammengefasst. Den Untersuchungen zufolge wiesen alle behandelten Fibromyalgie-Patienten erniedrigte Coenzym Q10-Spiegel auf. Unter der Behandlung mit Coenzym Q10 kam es bei den Patienten zu einer bedeutsamen Verbesserung der klinischen Symptome. Unklar ist bisher, über welchen Wirkmechanismus Coenzym Q10 bei Fibromyalgie die Symptome lindert (Alcocer-Gómez 2013).


Herzinsuffizienz – Beeinflusst Coenzym Q10 den Krankheitsverlauf?

Ein Coenzym Q10-Mangel wird mit einer Vielzahl von Krankheiten, einschließlich der Herzinsuffizienz, in Verbindung gebracht. Der Schweregrad der Herzinsuffizienz korreliert mit der Schwere des Coenzym Q10-Mangels.
In einer ersten Übersichtsarbeit im Jahre 2014 konnten keine eindeutigen Schlussfolgerungen zum Nutzen oder Schaden von Coenzym Q10 bei Patienten mit Herzinsuffizienz gezogen werden, da den bis dahin veröffentlichten Studien Informationen zu klinisch relevanten Endpunkten fehlten. Darüber hinaus fußten die vorhandenen Daten auf kleinen, heterogenen Studien, die sich im Wesentlichen nur auf physiologische Messungen konzentriert hatten. Ihre Ergebnisse waren zudem nicht schlüssig. Beispielsweise zeigten die bisherigen Studien keinen klaren Effekt auf die linksventrikuläre Auswurffraktion. Auch die körperliche Belastungsfähigkeit wurde in den frühen Studien unter Coenzym Q10-Gabe nicht relevant verbessert (Madmani 2014).

Nachfolgend wurde die Wirksamkeit von Coenzym Q10 zur unterstützenden Behandlung bei Patienten mit chronischer Herzinsuffizienz in einer großen, randomisierten, kontrollierten Multicenter Studie untersucht (Mortensen 2014).
420 Patienten mit mittelschwerer bis schwerer Herzinsuffizienz wurden in dieser 2-jährigen Studie entweder mit Coenzym Q10 (100 mg 3-mal täglich) oder Placebo zusätzlich zur Standardtherapie der Herzinsuffizienz behandelt. Die primären Endpunkte wurden einmal nach 16 Wochen und nach 2 Jahren geprüft. Nach 16 Wochen war die Veränderung in der NYHA-Klassifizierung das Zielkriterium, nach 2 Jahren wurde die Zahl kardiovaskulärer Ereignisse zwischen beiden Gruppen verglichen. Darüber hinaus wurden auch Auswirkungen der Therapie auf den 6-Min-Gehtest und die Häufigkeit von Krankenhausaufenthalten bewertet.

Ergebnisse: Beim kurzfristigen Endpunkt gab es keine signifikanten Unterschiede zwischen den Gruppen. Der primäre, langfristige Endpunkt, schwerwiegende kardiovaskuläre Ereignisse, wurde von 15 % der Patienten in der Coenzym Q10-Gruppe im Vergleich zu 26 % in der Placebo-Gruppe (p = 0,003) erreicht. Bei den folgenden sekundären Endpunkten waren die Ergebnisse in der Coenzym Q10-Gruppe signifikant besser verglichen mit der Placebo-Gruppe: kardiovaskuläre Mortalität (9 % vs. 16 %, p = 0,026), Gesamtmortalität (10 % vs. 18 %, p = 0,018), und Häufigkeit der Krankenhausaufenthalte aufgrund der Herzinsuffizienz (p = 0,033). Darüber hinaus wurde eine signifikante Verbesserung der NYHA-Klassifikation in der Coenzym Q10-Gruppe nach 2 Jahren (p = 0,028) beobachtet.
Schlussfolgerung: Die langfristige CoQ10-Behandlung von Patienten mit chronischer Herzinsuffizienz ist sicher, verbessert die Symptome und reduziert schwerwiegende, unerwünschte kardiovaskuläre Ereignisse (Mortensen 2014).

Vorhofflimmern bei Patienten mit Herzinsuffizienz
Bisherige Untersuchungen weisen darauf hin, dass entzündliche Veränderungen und oxidativer Stress wesentlich an der Pathogenese von Vorhofflimmern und Herzinsuffizienz beteiligt sein könnten. In einer Studien über 12 Monate an 102 Patienten mit Herzinsuffizienz gelang der Nachweis, dass eine Coenzym Q10-Behandlung den oxidativen Stress reduziert und die Häufigkeit von Vorhofflimmern im Vergleich zu einer Kontrollgruppe signifikant vermindert (6,3 % vs. 22,2 %). Die Autoren halten es daher für wahrscheinlich, dass der oxidative Stress wesentlich an der Entstehung von Vorhofflimmern bei Patienten mit Herzinsuffizienz beteiligt sein könnte (Zhao 2015).


Parkinson-Erkrankung – Verlangsamt Coenzym Q10 das Fortschreiten der Erkrankung?

In vielen präklinischen und klinischen Studien zeigten sich Hinweise auf eine neuroprotektive Wirkung von Coenzym Q10 bei der Parkinson-Krankheit.
Verschiedene Autoren kamen auf Basis der bis zum Jahre 2013 publizierten Daten zu der Schlussfolgerung, dass eine CoQ10-Behandlung die Lebensqualität bei Patienten mit Parkinson-Krankheit verbessern kann und möglicherweise das Fortschreiten dieser Erkrankung günstig beeinflusst (Morris 2013).
Das Ziel einer aktuellen Metaanalyse (2016) war es daher, veröffentlichte randomisierte kontrollierte Studien dahingehend zu prüften, ob sich ein Nutzen von CoQ10 zur Behandlung des M. Parkinson ableiten lässt. .
Fünf kontrollierte Studien mit 981 Patienten wurden in diese Analyse einbezogen. Ergebnis: CoQ10 verlangsamt demnach nicht den funktionellen Verlust im Krankheitsverlauf noch bietet es einen symptomatischen Nutzen für Patienten mit der Parkinson-Krankheit (Negida 2016).

Die bisherigen Studien mit der oxidierten Form von Coenzym Q10 konnten bei der Parkinson-Erkrankung keine Symptomverbesserung nachweisen. Die chemisch veränderte, reduzierte Form von Coenzym Q10 (Ubiquinol-10) zeigte hingegen in Tiermodellen bessere neuroprotektive Effekte. In einer ersten Untersuchung an einem kleinen Kollektiv japanischer Patienten mit Parkinson-Erkrankung fanden sich Hinweise, dass sich die Symptomatik gemessen mit dem Standard-Score (UPDRS) nach 48 Wochen Therapie unter täglich 300 mg Ubiquinol-10 im Vergleich zur Placebo-Gruppe signifikant verbesserte. Im zweiten Behandlungsjahr blieb dieser positive Effekt allerdings nicht erhalten (Yoritaka 2015).

Auch für eine Kombination aus Coenzym Q10 (100 mg) und Creatin (Creatin-Monohydrat, 5 g) zeigte sich in einer Untersuchung an 75 Parkinson-Patienten mit leichten kognitiven Einschränkungen ein positiver Einfluss auf die Symptomatik, gemessen mit dem MoCA-Score (Montreal Cognitive Assessment Score). Nach 12 und 18 Monaten der Kombinations-Therapie konnte im Vergleich zur Placebo-Gabe eine statistisch signifikante Verzögerung beim kognitiven Abbau beobachtet werden (Li 2015).


Metabolisches Syndrom – Verbessert Coenzym Q10 die Stoffwechselsituation?

In einer Placebo-kontrollierten Studie über 8 Wochen an 60 Patienten mit Metabolischem Syndrom zeigten sich positive Auswirkungen einer täglichen Einnahme von 100 mg Coenzym Q10 auf die Insulinresistenz. Im Einzelnen kam es zu einer Abnahme der Insulinspiegel, der HOMAR-IR- und HOMA-B-Konzentrationen sowie insgesamt zu einer Erhöhung der antioxidativen Kapazität. Hingegen zeigten sich keine Veränderungen beim Nüchtern-Blutzucker, den Lipidkonzentrationen und den Entzündungsmarkern (Raygan 2015).


Nichtalkoholische Fettlebererkrankung – Einfluss von Coenzym Q10 auf die Leber-Transaminasen

Die nichtalkoholische Fettlebererkrankung ist eine chronische Lebererkrankung mit entzündlichen Veränderungen. Ziel der aktuellen Studie war es, die Wirkungen von Coenzym Q10 auf Leberenzyme, Entzündungsstatus und Adiponectin bei Patienten mit nichtalkoholischer Fettlebererkrankung zu bewerten. 41 Patienten mit nichtalkoholischer Fettlebererkrankung nahmen an dieser randomisierten, doppelblinden, Placebo-kontrollierten Studie teil. Eine Gruppe erhielt Coenzym Q10 Kapseln (100 mg einmal täglich) und die andere erhielt für 12 Wochen ein Placebo.
Ergebnisse: Die tägliche Einnahme von 100 mg CoQ10 führte zu einer signifikanten Abnahme der Leber-Transaminasen AST und GGT (Aspartataminotransferase und Gamma-Glutamyl-Transpeptidase), des C-reaktiven Proteins (hs-CRP), des Tumor-Nekrose-Faktor α und des Schweregrades der nichtalkoholischen Fettlebererkrankung in der Coenzym Q10-Gruppe im Vergleich zur Kontrollgruppe (p kleiner 0,05). Darüber hinaus wiesen die Patienten, die Coenzym Q10 erhalten hatten höhere Serumspiegel von Adiponectin auf (p = 0,016).
Die vorliegende Studie liefert erste Hinweise, dass eine CoQ10-Supplementation in einer Dosis von 100 mg täglich zur Verbesserung der systemischen Entzündung und der Transaminasen bei nichtalkoholischer Fettlebererkrankung beitragen könnte (Farsi 2015).


Migräne-Kopfschmerzen – Coenzym Q10 zur unterstützenden Behandlung

Die Migräne-Behandlung mit einer Kombination aus Magnesium, Riboflavin und Coenzym Q10 (Migravent® in Deutschland, Dolovent® in den USA) zeigte in einer Placebo-kontrollierten Untersuchung eine Verminderung der Migränefrequenz, die eine Tendenz zur statistischen Signifikanz zeigte. Bei 130 erwachsenen Personen mit Migräne wurde unter einer dreimonatigen Behandlung mit der Dreier-Kombination eine Abnahme der Tage mit Migräne von durchschnittlich 6,2 auf 4,4 Tage beobachtet. Zum Vergleich: unter der Placebo-Einnahme wurde eine Reduktion der Tage mit Migräne von 6,2 auf 5,2 Tage dokumentiert. Der Unterschied in der Migränefrequenz im Vergleich zur Placebo-Anwendung war statistisch nicht signifikant. Eine statistisch signifikante Besserung im Vergleich zu Placebo zeigte sich hingegen bei der Intensität der Migräne-Symptome und der subjektiv empfundenen Krankheitslast (Gaul 2015).
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Chronische Gastritis

Bei Patienten mit chronischer Gastritis, die standardmäßig eine antibiotische Triple-Therapie erhielten, zeigte sich in einer Untersuchung mit 100 Patienten durch die Ergänzung der Behandlung um Coenzym Q10 eine signifikante Abnahme von oxidativem Stress. Unklar blieb jedoch, ob sich die Coenzym Q10-Gabe auch positiv auf die Symptome auswirkt (Rahmani 2015).


Multiple Sklerose – Einfluss von Coenzym Q10 auf Müdigkeit und Depression

Multiple Sklerose (MS) ist die chronisch-entzündliche und demyelinisierende Erkrankung des zentralen Nervensystems, die von Behinderungen und negativen Änderungen des Lebensstils wie Müdigkeit und Depressionen begleitet wird. Das Ziel einer randomisierten, doppelblinden, Placebo-kontrollierten Studie war es, die Wirkung von Coenzym Q10 (CoQ10) Supplementation auf die Müdigkeit und Depression bei Patienten mit Multipler Sklerose zu untersuchen. Dabei wurde die Wirkung einer Coenzym Q10-Supplementation (500 mg / Tag) im Vergleich zu einer Placebo-Einnahme über 12 Wochen untersucht. Im Gegensatz zur Placebo-Behandlung wurden die Symptome unter Coenzym Q10, gemessen anhand zweier etablierter Symptomssores (Fatigue severity scale und Beck depression inventory) statistisch signifikant reduziert. Die Ergebnisse dieser Studie legen nahe, dass CoQ10 Müdigkeit und Depression bei Patienten mit Multipler Sklerose verbessern kann (Sanoobar 2015).


Demenz-Entwicklung

Yamagishi und Mitarbeiter konnten durch ihre Untersuchung zum ersten Mal nachweisen, dass ein niedriger Serum-Coenzym Q10-Spiegel mit einem größeren Risiko von Demenz verbunden ist. Diese Ergebnisse deuten darauf hin, dass eine Serum-CoQ10-Bestimmung zur Vorhersage einer möglichen Demenz-Entwicklung nützlich sein könnte (Momiyama 2014).


Chronisches Erschöpfungssyndrom – wirkt Coenzym Q10 symptomlindernd?

Das Chronische Erschöpfungssyndrom (CFS) ist eine chronische, extrem schwächende Krankheit, gekennzeichnet durch eine anhaltende Müdigkeit und vielfältige Symptome mit bisher unbekannter Ursache. Derzeit stehen weder exakte diagnostische Verfahren noch eine allgemein wirksame Behandlung zur Verfügung.
In einer 8-wöchigen, randomisierten, doppelblinden, Placebo-kontrollierten Studie wurden die Auswirkungen einer kombinierten, oralen Coenzym Q10- (200 mg / Tag) und NADH-Behandlung (20 mg / Tag) auf die Müdigkeit und weitere biochemische Parameter bei 73 spanischen CFS-Patienten untersucht.

Ergebnisse: Eine deutliche Verbesserung des Symptoms Müdigkeit und eine Verminderung der Auswirkung der Müdigkeit konnten in der mit Coenzym Q10 behandelten Gruppe im Vergleich zu Placebo nachgewiesen werden. Zusätzlich zeigte sich ein positiver Einfluss der kombinierten Behandlung auf verschiedene biochemische Parameter. Die Autoren schlussfolgern, dass die orale Supplementation von Coenzym Q10 und NADH einen potenziellen therapeutischen Nutzen bei der Behandlung des Chronischen Erschöpfungssyndroms aufweist. Größere Studien sind notwendig, um diese Ergebnisse zu bestätigen (Castro-Marrero 2015).


Fazit

Unter Berücksichtigung neuester Studiendaten scheint eine blutdrucksenkende Wirkung von Coenzym Q10 eher unwahrscheinlich. Auch die in einzelnen Untersuchungen beschriebene Senkung der Cholesterin- und Triglyceridwerte konnte in Placebo-kontrollierten Studien nicht bestätigt werden.
Diabetes-Patienten profitieren sehr wahrscheinlich bei der Blutzuckerkontrolle nicht von einer Coenzym Q10-Supplementation.
Hingegen deuten überzeugende Studiendaten darauf hin, dass die kombinierte Einnahme von Selen und Coenzym Q10 sich positiv auf die Sterblichkeit an Herz-Kreislauferkrankungen auswirken könnte.
Die Daten einer Metaanalyse lassen darauf schließen, dass Coenzym Q10 keinen relevanten Nutzen bei durch Statin-Einnahme (z.B. Simvastatin) bedingten Muskelschmerzen zukommt.
Bei der Parkinson-Erkrankung verlangsamt Coenzym Q10 neueren Daten zufolge nicht den funktionellen Verlust im Krankheitsverlauf noch bietet es einen symptomatischen Nutzen für die Patienten.
Deutlich günstiger stellt sich die Studienlage von Coenzym Q10 bei der unterstützenden Therapie der chronischen Herzinsuffizienz dar. Die langfristige Coenzym Q10-Behandlung könnte die Symptome verbessern und reduziert möglicherweise schwerwiegende, kardiovaskuläre Ereignisse.
Auch Patienten mit einer nichtalkoholischen Fettlebererkrankung profitieren wahrscheinlich von einer Coenzym Q10-Behandlung.
Erste Untersuchungen deuten zudem darauf hin, dass auch Patienten mit Chronischem Erschöpfungssyndrom oder Fibromyalgie von einer ausreichend hoch-dosierten Therapie mit Coenzym Q10 profitieren.
Zudem werden Coenzym Q10 antidepressive Wirkungen zugeschrieben.


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Literatur

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