Erhöhte Leberwerte, Fettleber – Welche Heilmittel haben Einfluss auf erhöhte Transaminasen?

 

LEBERERKRANKUNG – FETTLEBER

Erhöhte Leberwerte senken - Welche Naturheilmittel wirken positiv auf die Leberfunktion?



Fragen, die in diesem Beitrag beantwortet werden:

  • Welche Naturheilmittel können erhöhte Leberwerte normalisieren?
  • Diagnose Fettleber – Welche pflanzlichen Wirkstoffe eignen sich zur Behandlung?
  • Welche Nahrungsmittel haben eine positive Wirkung auf die Leber?
  • Wie lässt sich das Fortschreiten einer Fetteber-Erkrankung vermindern?
  • Sind chinesische Kräuter zur Behandlung der Fettleber geeignet?
  • Haben Probiotika, Vitamine, L-Carnitin und Omega-3-Fettsäuren eine Wirkung auf erhöhte Transaminasen?



Hintergrund

Die Fettleber ist eine häufige Erkrankung. Etwa 25 Prozent der Erwachsenen haben eine Fettleber. Die Ursache der Fettleber wird häufig mit einer ungesunden Lebensweise in Zusammenhang gebracht, sie kann aber auch als Folge eines chronischen Alkoholkonsums und bei verschiedenen Stoffwechselerkrankungen auftreten. Die Fettleber wir häufig im Zusammenhang mit Übergewicht, Diabetes und mangelnder körperlicher Aktivität beobachtet. Die nicht-alkoholbedingte Fettlebererkrankung (NAFLD, engl.: nonalcoholic fatty liver disease) kann zu einer schweren Lebererkrankung mit Hepatitis, Leberfibrose und Leberzirrhose fortschreiten. Diese Art der Leberkrankung ist definitionsgemäß nicht durch eine Hepatitis B, C oder durch chronischen Alkoholkonsum bedingt. Bei der Blutuntersuchung fallen häufig leicht erhöhte Leberenzyme (Transaminasen und γ-GT) auf.

In einer amerikanischen Untersuchung an 328 Patienten im Alter von im Mittel 54 Jahren einer ambulanten Klinik wurde eine überraschend hohe Prävalenz der Fettlebererkrankung beobachtet (44). Eine nicht-alkoholbedingte Fettlebererkrankung wiesen 46 Prozent der Patienten auf. Im Vergleich zu den nicht Betroffenen, wiesen Patienten mit einer Fettleber häufiger einen Diabetes auf, waren übergewichtig, hatten Bluthochdruck und bewegten sich im Alltag deutlich weniger.

Als wirksamste Behandlungsmaßnahme werden Lebensstiländerungen angesehen. Insbesondere eine Gewichtsreduktion, eine Veränderung der Essgewohnheiten und eine Steigerung der körperlichen Aktivität haben sich in Studien als wirksame Maßnahmen erwiesen.

Eine überzeugend wirksame medikamentöse Therapie der nicht-alkoholischen Fettlebererkrankung ist bisher nicht bekannt.

Zu den Heilmitteln, die sich günstig auf eine Fettleber-Erkrankung auswirken können, zählen u.a. Silymarin, Grünalgen, Probiotika, Vitamin D, Vitamin E, Omega-3-Fettsäuren und L-Carnitin. Eine Umstellung der Ernährung kann ebenfalls wesentlichen Einfluss auf den Krankheitsverlauf nehmen. Zu den Nahrungsmitteln mit möglicherweise positiven Wirkungen zählen Grüner Tee, Haferflocken, Artischocken, Pflaumen und Gewürze wie Ingwer und Kurkuma. Auch für Wirkstoffe aus der Lakritze (Süßholzwurzel-Extrakt) ist ein leberschützender Effekt beschrieben.

Eine zunehmende Bedeutung bei der Vorbeugung und Behandlung von chronisch-entzündlichen Lebererkrankungen kommt der Chinesischen Medizin zu. Für zahlreiche chinesische Kräuter fanden sich in kontrollierten Studien Hinweise auf eine Wirksamkeit bei der Behandlung der Fettleber-Erkrankung.

In der nachfolgenden Übersicht werden die bisher veröffentlichten Daten zur Wirksamkeit der genannten Heilmittel zusammengefasst und bewertet.



Risikofaktoren für das Entstehen und Fortschreiten einer Fettleber-Erkrankung



Eisen

Als Risikofaktor für das Fortschreiten einer Fettlebererkrankung zählt verschiedenen Studien zufolge ein erhöhter Serum-Ferritin-Spiegel (43). Dieser spiegelt einen erhöhten Eisenspeicher in der Leber wider. Möglicherweise hat eine Entleerung der Eisenspeicher durch eine Phlebotomie (Aderlass) einen positiven Einfluss auf den Krankheitsverlauf.  


Vitamin D

Es liegen Hinweise vor, dass eine unzureichende Versorgung mit Vitamin D das Krankheitsbild der nicht-alkoholbedingten Fettleber-Hepatitis verschlechtern kann. Insgesamt scheint das Risiko für die Entwicklung einer Fettleber-Erkrankung bei niedrigen Vitamin-D-Spiegeln erhöht (29, 35).


Abkürzungen und Erläuterungen

• NAFLD: nicht-alkoholbedingte Fettlebererkrankung (engl.: nonalcoholic fatty liver disease)
• Transaminasen: Aspartat-Aminotransferase (GOT oder AST) und Alanin-Aminotransferase (GPT oder ALT)
• Gamma-GT (γ-GT) = Gamma-Glutamyltransferase


Unterstützende Maßnahmen zur Vorbeugung und Behandlung der Fettlebererkrankung



Silymarin/Silibinin

Für Silymarin konnte in der Mehrzahl der Untersuchungen eine Schutzwirkung gegenüber alkoholbedingten Leberschäden nachgewiesen werden (23, 37). Hingegen liegen nur wenige Studien zur Wirksamkeit von Silymarin bzw. Silibinin bei Patienten mit nicht-alkoholbedingter Fettleber-Erkrankung (NAFLD) vor. Eine nicht placebo-kontrollierte Untersuchung aus Italien an 72 Patienten liefert Hinweise, dass Silymarin sich auch positiv auf funktionelle und strukturelle Veränderungen infolge einer NAFLD auswirken kann. Nach 6 Monaten Behandlung mit Silymarin und Vitamin E besserten sich neben den Transaminasen (AST, ALT) auch Entzündungsparameter und Verlaufsparameter im Ultraschall (3).

Eine zweite, Placebo-kontrollierte Untersuchung über 12 Monate mit einer Silibinin-Zubereitung, die um Vitamin E und Phospholipide ergänzt wurde, kam zu einem ähnlichen Ergebnis: Auch hier führte die Behandlung zu einem günstigen Effekt auf die Leberenzyme, die Insulinresistenz und die Leberhistologie (22).


Probiotika

Mehrere klinische Studien deuten darauf hin, dass Probiotika möglicherweise eine wirksame ergänzende Behandlungsoption bei der Fettlebererkrankung darstellen.

Probiotika sind Zubereitungen aus lebensfähigen Mikroorganismen. Probiotika zählen zu den Functional-Food-Produkten. In ausreichenden Mengen oral aufgenommen, haben Probiotika einen gesundheitsfördernden Einfluss.

Eine sehr detaillierte Aufarbeitung der bisherigen Studienlage kommt zu dem Ergebnis, dass die Zufuhr von Probiotika im Vergleich zur Placebogabe signifikant die Leberenzyme ALT (GPT) und AST (GOT) vermindert (25). Dieser Effekt war in allen betrachteten Studien in gleicher Weise nachweisbar und nach Einschätzung der Autoren auch klinisch relevant. Als Probiotika wurden Lactobacillus, Bifidobacterium und Streptococcus, auch in Kombination mit Fructooligosacchariden/Oligofructose (Inulin), eingesetzt.

In einer Untersuchung von Patienten mit einer NAFLD konnte nach einer Behandlungsdauer von 6 Monaten mit verschiedenen Probiotika (Lactobacillus plantarum, Lactobacillus deslbrueckii, Lactobacillus acidophilus, Lactobacillus rhamnosus und Bifidobacterium bifidum) eine Abnahme des Fettgehaltes der Leber und eine Reduktion der Leberenzyme (AST) dokumentiert werden (45).

Für weitere Probiotika (Lactobacillus bulgaricus und Streptococcus thermophilus) konnte in einer Placebo-kontrollierten Studie nach 3-monatiger Behandlung ebenfalls ein signifikanter Rückgang der Transaminasen (ALT, AST) und der, Gamma-GT beobachtet werden (2). Diese Befunde bestätigten sich auch bei Patienten mit Fettleberhepatitis; hier erwies sich eine Kombination aus Bifidobacterium longum und Fructooligosacchariden (Inulin) als wirksam bei der Verminderung von Entzündungsparametern und der Aktivität verschiedener Leberenzyme (27). Auch übergewichtige Kinder mit erhöhten Leberenzymen scheinen von einer Probiotika-Einnahme (Lactobacillus rhamnosus) zu profitieren (42).

Die Ergebnisse zusammenfassend scheint die regelmäßige Aufnahme von Probiotika geeignet, erhöhte Transaminasen (ALT, AST) zu senken und damit sich positiv auf eine bestehende nicht-alkoholische Fettlebererkrankung auszuwirken.


Omega-3-Fettsäuren

Die Supplementation von 250 mg Docosahexaensäure (DHA) über 6 Monate bei Kindern mit nachgewiesener Fettleberhepatitis reduzierte einer Placebo-kontrollierten Studie zufolge den Schweregrad der Erkrankung, verbesserte die Insulinsensitivität und verminderte die Triglycerid-Konzentration, ohne jedoch die Aktivität der Lebertransaminasen zu verändern (31).

Bestätigt wurden diese Befunde durch weitere Placebo-kontrollierte Untersuchungen (7, 40, 47): Nach einer 24-wöchigen Behandlung mit täglich 2 g Omega-3-Fettsäuren konnten im Vergleich zur Placebo-Einnahme eine signifikante Reduktion der Symptome, der Serum-ALT-Aktivität und der Trigycerid-Konzentration bei Patienten mit einer NAFLD beobachtet werden. Auch der Anteil der Patienten mit einer vollständigen Rückbildung der Fettleber war in der Omega-3-Gruppe signifikant größer (47).

Auch eine 6-monatige Behandlung mit täglich 2 g Omega-3-Fettsäuren zusätzlich zu einer Diät führte im Vergleich zur Kontrollgruppe mit alleiniger Diät zu einer signifikanten Verminderung der Serum-ALT-Aktivität, der Triglyceride und verschiedener Entzündungsmediatoren. Auch die Insulinresistenz verbesserte sich signifikant unter der Gabe von Omega-3-Fettsäuren (40).


Carnitin

L-Carnitin verbessert die mitochondriale Beta-Oxidation (Energiegewinnung aus Fettsäuren) durch den Transfer von langkettigen Fettsäuren in die Mitochondrien. Dieser Prozess könnte bei Entstehung einer Fettleberhepatitis gestört sein.

In einer Untersuchung über drei Monate wurde bei Patienten mit einer Fettleber geprüft, ob sich die regelmäßige Einnahme von L-Carnitin positiv auf die Leberfunktion auswirkt. Ergebnis: Während sich in der Kontrollgruppe keine Veränderungen bei den Transaminasen zeigten, konnte unter der Carnitin-Supplementation eine Abnahme sowohl der AST- als auch bei der ALT-Aktivität im Serum nachgewiesen werden (19). Eine weitere Untersuchung an Patienten mit einer NAFLD konnte diese Ergebnisse im Wesentlichen bestätigen. Unter einer täglichen Einnahme von 2x 1 g L-Carnitin besserten sich innerhalb von 24 Wochen signifikant verschiedene Leberenzyme (ALT, AST, Gamma-GT) und weitere Parameter des Fettstoffwechsels (26).

http://www.amazon.de/Mineralstoffe-Spurenelemente-unterstuetzenden-Behandlung-Erkrankungen/dp/1512235180/ref=sr_1_4?ie=UTF8&qid=1434921181&sr=8-4&keywords=Detlef+Nachtigall


Grünalgen

Wahrscheinlich weisen auch Wirkstoffe aus der Grünalge (Chlorella vulgaris) einen leberschützenden Effekt auf. Die Ergebnisse einer Untersuchung an 76 Patienten mit einer NAFLD deuten darauf hin, dass die tägliche Einnahme von 1200 mg Chlorella-vulgaris-Extrakt über 3 Monate die Serumspiegel für die Transaminasen ALT und AST reduziert (34).

Melatonin oder Tryptophan

Oxidativer Stress ist sehr wahrscheinlich wesentlich an der Pathogenese der Fettleberhepatitis beteiligt. Die Gabe der Aminosäure Tryptophan kann nach einer Umwandlung in Melatonin dem oxidativen Stress entgegenwirken und sich damit günstig auf den Krankheitsverlauf auswirken. In einer ersten kontrollierten Studie konnte unter der zweimal täglichen Gabe von 500 mg L-Tryptophan nach 4 Wochen eine signifikante Verminderung der Gamma-GT und eine Reduktion entzündungsfördernder Zytokine bei Patienten mit einer NAFLD nachgewiesen werden (6). Eine vergleichbare Wirkung wurde auch unter der Gabe von zweimal täglich 5 mg Melatonin beobachtet.


Vitamin E (Tocopherol)

Vitamin E gilt als starkes Antioxidans, das den oxidativen Stress im Rahmen von Entzündungen in der Leber vermindern kann und damit zu einer Verbesserung der Fettleberhepatitis beitragen könnte. Obwohl einzelne kontrollierte Studien (Dauer bis zu 6 Monate) positive Wirkungen von Vitamin E auf die Transaminasen, verschiedene Fettstoffwechselparameter und Entzündungsmediatoren nachweisen konnten (18), ist die Studienlage insgesamt widersprüchlich (17). Eine unlängst veröffentlichte Studienübersicht kommt zu dem Ergebnis, dass Vitamin E bei Patienten mit NAFLD, ohne gleichzeitigem Diabetes, wirksam sein könnte (33). Wahrscheinlich sind dafür relativ hohe Vitamin-E-Dosierungen notwendig. Untermauert wird diese Einschätzung durch Studien, in denen für hoch dosiertes Vitamin E (800 IE/Tag) eine Besserung der Fettlebererkrankung nachgewiesen werden konnte (38).

Es existieren aber weiterhin Bedenken hinsichtlich der Langzeit-Verträglichkeit hoher Dosen von Vitamin E. Die langfristige Einnahme von mehr als 400 IE/Tag könnte Studien zufolge die Sterblichkeit und das Risiko an einem Prostatakrebs zu erkranken, erhöhen (28, 30).


Einfluss der Ernährung



Grüner Tee

Eine systematische Bewertung der Literatur zum Einfluss einer regelmäßigen Zufuhr von grünem Tee auf die Leberfunktion kommt zu dem Ergebnis, dass die Zufuhr von Grüntee einen schützenden Effekt vor verschiedenen Lebererkrankungen aufweist (13). Weitere Untersuchungen fanden einen positiven Zusammenhang zwischen der Höhe der Grüntee-Aufnahme und der Besserung von bestehenden Lebererkrankungen. Die Autoren dieser Übersichtsarbeit kommen zu dem Schluss, dass ein erhöhter Konsum von grünem Tee das Risiko von Lebererkrankungen reduzieren kann (13).

Epidemiologische Untersuchungen geben zudem Hinweise, dass ein Grüntee-Konsum Fettstoffwechselstörungen vermindern kann und darüber hinaus einen positiven Einfluss auf erhöhte Leberenzyme ausübt (12, 15).


Haferflocken

Eine kontrollierte Studie hat den Effekt einer Änderung der Ernährungsgewohnheiten auf die Ausprägung eine Fettleber untersucht (4). Über 12 Wochen erhielten dabei übergewichtige Erwachsene mit Fettleber Müsli auf Haferflockenbasis (enthalten Beta-Glukane). Im Ergebnis zeigten sich im Vergleich zur Kontrollgruppe eine Abnahme des Körpergewichts und eine Verminderung der Transaminasen (ALT, AST).


Pflaumen oder Zwetschgen

Sowohl der europäischen Pflaume als auch der japanischen Aprikose werden positive Effekte auf die Leberfunktion zugeschrieben. Erste kontrollierte Untersuchungen sprechen für eine Reduktion der Leberenzym-Aktivität (ALT und alkalische Phosphatase) unter der täglichen Zufuhr von Pflaumen oder Pflaumensaft über einen Zeitraum von 8 Wochen (1). Auch die Gabe von Aprikosen-Extrakt war in einer nicht-placebokontrollierten Studie wirksam bei der Behandlung unterschiedlicher Lebererkrankungen (10).


Granatapfel

Für Granatapfelzubereitungen liegen bisher nur Daten aus Tierexperimenten vor, die einen Leberschutz durch eine Verminderung von oxidativem Stress nahelegen (48).


Artischocke

Der regelmäßigen Zufuhr von Artischocken-Extrakt wird eine leberschützende Wirkung zugeschrieben (36). Kontrollierte klinische Untersuchungen zur Wirksamkeit von Artischocken-Extrakten liegen nur für das Krankheitsbild der Hepatitis C vor. Dort erwies sich die Behandlung mit Artischocken-Extrakt als nicht wirksam (11).


Kurkuma / Curcumin

Dass auch ein Gelbwurzel-Extrakt aus Curcuma longa leberschützende Eigenschaften aufweist, ist aus zahlreichen In-vitro- und In-vivo-Untersuchungen bekannt. Kürzlich konnte erstmalig in einer Placebo-kontrollierten Studie die Wirksamkeit von Kurkuma-Extrakt bei ansonsten gesunden Personen mit erhöhten Leberenzymen nachgewiesen werden (14). Nach 12 Wochen Behandlung mit täglich 3 g eines speziellen Kurkuma-Extraktes konnte eine signifikante Reduktion der Serumaktivität der Transaminasen (ALT, AST) nachgewiesen werden.


Ingwer (Zingiber officinale, Ginger)

In einem Tiermodell zum alkohol-induzierten Leberschaden konnten durch eine vorbeugende Behandlung mit Ingwer die typischen Leberschäden mit einem Anstieg der Transaminasen-Aktivität im Blut vermindert werden (32).


Lakritze (Glycyrrhiza glabra)

Die Wirkung von Süßholzwurzel-Extrakt (Lakritze, Glycyrrhiza glabra) auf die Leberfunktion wurde bei 66 Patienten mit einer NAFLD untersucht. Die Patienten erhielten dabei über 2 Monate entweder täglich 2 g Süßholzwurzel-Extrakt oder Placebo. Am Ende der Behandlungsphase konnte nur unter dem Glycyrrhiza-glabra-Extrakt eine signifikante Abnahme der Transaminasen-Serumspiegel (ALT, AST) nachgewiesen werden (9).


http://www.amazon.de/Ratgeber-Naturheilmittel-Welche-Wirkungen-belegt-ebook/dp/B00GF7TVD4/ref=sr_1_2?ie=UTF8&qid=1399843269&sr=8-2&keywords=naturheilmittel+pflanzliche+arzneimittel


Chinesische Kräuter

Verschiedene Kräuter der Chinesischen Medizin werden einzeln oder in Kombination traditionell zur Behandlung der Fettlebererkrankung angewendet (21).


Jianpi Huatan Fang

Eine klinische Studie bei Kindern mit Fettleber-Erkrankung zeigte eine verbesserte Leberfunktion unter der 3-monatigen Behandlung mit Jianpi Huatan Fang, einer chinesischen Kräutermischung, im Vergleich zur Vitamin-E-Gabe (46).


Yiqi Sanju

Zur Wirksamkeit von Yiqi Sanju, einer weiteren Mischung verschiedener chinesischer Kräuter, liegt nur das Abstract einer Placebo-kontrollierten Untersuchung aus China vor. Nach einer dreimonatigen Therapie mit Yiqi Sanju konnten eine Abnahme der Transaminasen, eine Verbesserung der Insulinresistenz und eine Verminderung des Körpergewichts dokumentiert werden (24).


Gynostemma pentaphyllum

Weitere pflanzliche Heilmittel der Chinesischen Medizin erwiesen sich in ersten kontrollierten Untersuchungen bei der NAFLD als wirksam. Beispielsweise wurden in einer Placebo-kontrollierten Studie für Gynostemma pentaphyllum in Ergänzung zu einer Diät eine Abnahme der Leberenzym-Aktivität, eine Gewichtsreduktion und eine Verbesserung der Insulinresistenz beschrieben (5).

Über die oben beschriebenen chinesischen Kräuter hinaus werden noch zahlreiche weitere Heilkräuter zur Behandlung der Fettleber-Erkrankung angewendet (21). Für einige dieser pflanzlichen Heilmittel sind in der Literatur bereits positive tierexperimentelle Daten publiziert, die weitere Untersuchungen am Menschen sinnvoll erscheinen lassen (z.B. Cnidium monnieri L., Cusson, Picrorhiza kurroa; (41, 39)). Bisher liegen allerdings keine ausreichenden Daten zur Sicherheit und Verträglichkeit vor.

Weitere chinesische Heilkräuter, die traditionell bei Fettleber-Erkrankungen zum Einsatz kommen, wurden bereits mit Blick auf die Verträglichkeit und Wirksamkeit in klinischen Studien bei anderen Lebererkrankungen geprüft (21). Astragalus membranaceous wurde beispielsweise erfolgreich in einer Studie bei Leberzirrhose (portale Hypertension) untersucht. Auch die Anwendung von Salvia miltiorrhiza (Rotwurzel-Salbei) gilt in China als weitverbreitet, obwohl bisher nur wenige Daten zur Wirksamkeit, u.a. bei Hepatitis B, veröffentlicht wurden (21).


Chinesische Kräuter bei der alkoholbedingten Fettlebererkrankung

Weitere Übersichtsarbeiten zur Wirksamkeit chinesischer Heilkräuter bescheinigen den folgenden Wirkstoffen eine mögliche Wirksamkeit bei der Vorbeugung und Behandlung der alkohol-induzierten Leberschädigung (8): Cnidium monnieri (L.) Cusson (Apiaceae), Curcuma longa L. (Zingiberaceae), Pueraria lobata (Willd.) und Ohwi (Leguminosae).

Im Tiermodell einer alkohol-induzierten Fettleber konnte für die folgenden Wirkstoffe der traditionellen Chinesischen Medizin ein leberschützender Effekt nachgewiesen werden: Astragalus membranaceus, Morus alba, Crataegus pinnatifida, Alisma orientale, Salvia miltiorrhiza und Pueraria lobata (16).

Die Ausprägung einer beispielsweise durch hohe Fettzufuhr induzierten Fettlebererkrankung lässt sich möglicherweise durch Crataegus pinnatifida (Fiederblatt-Weißdorn) vermindern, darauf deuten Untersuchungen in Ratten hin (20).


Zusammenfassung

Neben einer Gewichtsreduktion und einer Steigerung der körperlichen Aktivität können auch Veränderungen der Ernährungsgewohnheiten mit einer stärkeren Berücksichtigung von Haferflocken, Grünen Tee, Pflaumen und Gewürzen wie Ingwer und Curcumin zu einer Besserung der nicht-alkoholbedingten Fettlebererkrankung beitragen.

Zur Vorbeugung und Behandlung einer Fettleber eignet sich wahrscheinlich auch eine Nahrungsergänzung mit L-Carnitin, Omega-3-Fettsäuren und Probiotika. Die Anwendung von pflanzlichen Wirkstoffen wie Silymarin und ausgewählten chinesischen Kräutern sollte nur in Abstimmung mit einem Arzt erfolgen.


http://www.amazon.de/Naturheilmittel-Arzneimittel-wissenschaftlicher-Phytopharmaka-Evidenzbasierte/dp/1493706365/ref=sr_1_1?ie=UTF8&qid=1399843269&sr=8-1&keywords=naturheilmittel+pflanzliche+arzneimittel


Literatur


1. Ahmed T, Sadia H, Khalid A, Batool S, Janjua A. Report: prunes and liver function: a clinical trial. Pak J Pharm Sci. 2010 Oct;23(4):463-6.

2. Aller R, De Luis DA, Izaola O, Conde R, Gonzalez Sagrado M, Primo D, De La Fuente B, Gonzalez J. Effect of a probiotic on liver aminotransferases in nonalcoholic fatty liver disease patients: a double blind randomized clinical trial. Eur Rev Med Pharmacol Sci. 2011 Sep;15(9):1090-5.

3. Cacciapuoti F, Scognamiglio A, Palumbo R, Forte R, Cacciapuoti F. Silymarin in non alcoholic fatty liver disease. World J Hepatol. 2013 Mar 27;5(3):109-13.

4. Chang HC, Huang CN, Yeh DM, Wang SJ, Peng CH, Wang CJ. Oat prevents obesity and abdominal fat distribution, and improves liver function in humans. Plant Foods Hum Nutr. 2013 Mar;68(1):18-23.

5. Chou SC, Chen KW, Hwang JS, Lu WT, Chu YY, Lin JD, Chang HJ, See LC. The add-on effects of Gynostemma pentaphyllum on nonalcoholic fatty liver disease. Altern Ther Health Med. 2006 May-Jun;12(3):34-9.

6. Cichoz-Lach H, Celinski K, Konturek PC, Konturek SJ, Slomka M. The effects of L-tryptophan and melatonin on selected biochemical parameters in patients with steatohepatitis. J Physiol Pharmacol. 2010 Oct;61(5):577-80.

7. Di Minno MN, Russolillo A, Lupoli R, Ambrosino P, Di Minno A, Tarantino G. Omega-3 fatty acids for the treatment of non-alcoholic fatty liver disease. World J Gastroenterol. 2012 Nov 7;18(41):5839-47.

8. Ding RB, Tian K, Huang LL, He CW, Jiang Y, Wang YT, Wan JB. Herbal medicines for the prevention of alcoholic liver disease: a review. J Ethnopharmacol. 2012 Dec 18;144(3):457-65.

9. Hajiaghamohammadi AA, Ziaee A, Samimi R. The efficacy of licorice root extract in decreasing transaminase activities in non-alcoholic fatty liver disease: a randomized controlled clinical trial. Phytother Res. 2012 Sep;26(9):1381-4.

10. Hokari A, Ishikawa T, Tajiri H, Matsuda T, Ishii O, Matsumoto N, Okuse C, Takahashi H, Kurihara T, Kawahara K, Maruyama I, Zeniya M. Efficacy of MK615 for the treatment of patients with liver disorders. World J Gastroenterol. 2012 Aug 21;18(31):4118-26.

11. Huber R, Müller M, Naumann J, Schenk T, Lüdtke R. Artichoke leave extract for chronic hepatitis C - a pilot study. Phytomedicine. 2009 Sep;16(9):801-4.

12. Imai K, Nakachi K. Cross sectional study of effects of drinking green tea on cardiovascular and liver diseases. BMJ 1995;310:693-696.

13. Jin X, Zheng RH, Li YM. Green tea consumption and liver disease: a systematic review. Liver Int. 2008 Aug;28(7):990-6.

14. Kim SW, Ha KC, Choi EK, et al. The effectiveness of fermented turmeric powder in subjects with elevated alanine transaminase levels: a randomised controlled study. BMC Complement Altern Med. 2013 Mar 8;13:58.

15. Kuriyama S, Shimazu T, Ohmori K, Kikuchi N, Nakaya N, Nishino Y, et al. Green tea consumption and mortality due to cardiovascular disease, cancer, and all causes in Japan: the Ohsaki study. JAMA 2006;296:1255-1265.

16. Kwon HJ, Kim YY, Choung SY. Amelioration effects of traditional Chinese medicine on alcohol-induced fatty liver. World J Gastroenterol. 2005 Sep 21;11(35):5512-6.

17. Lavine JE, Schwimmer JB, Van Natta ML, et al. Nonalcoholic Steatohepatitis Clinical Research Network. Effect of vitamin E or metformin for treatment of nonalcoholic fatty liver disease in children and adolescents: the TONIC randomized controlled trial. JAMA. 2011 Apr 27;305(16):1659-68.

18. Lavine JE. Vitamin E treatment of nonalcoholic steatohepatitis in children: a pilot study. J Pediatr 2000;136:734-738.

19. Lim CY, Jun DW, Jang SS, Cho WK, Chae JD, Jun JH.Effects of carnitine on peripheral blood mitochondrial DNA copy number and liver function in non-alcoholic fatty liver disease. Korean J Gastroenterol. 2010 Jun;55(6):384-9.

20. Lim DW, Song M, Park J, Park SW, Kim NH, Gaire BP, Choi HY, Kim H. Anti-obesity effect of HT048, a herbal combination, in high fat diet-induced obese rats. Molecules. 2012 Dec 11;17(12):14765-77.

21. Liu ZL, Xie LZ, Zhu J, Li GQ, Grant SJ, Liu JP. Herbal medicines for fatty liver diseases. Cochrane Database Syst Rev. 2013 Aug 24;8:CD009059.

22. Loguercio C, Andreone P, Brisc C, et al. Silybin combined with phosphatidylcholine and vitamin E in patients with nonalcoholic fatty liver disease: a randomized controlled trial. Free Radic Biol Med. 2012 May 1;52(9):1658-65.

23. Loguercio C, Festi D. Silybin and the liver: from basic research to clinical practice. World J Gastroenterol. 2011 May 14;17(18):2288-301.

24. Lou SY, Liu Y, Ma YY, Chen HY, Chen WH, Ying J, He YM, Wang WJ. Effects of Yiqi Sanju Formula on non-alcoholic fatty liver disease: a randomized controlled trial. Zhong Xi Yi Jie He Xue Bao. 2008 Aug;6(8):793-8.

25. Ma YY, Li L, Yu CH, Shen Z, Chen LH, Li YM. Effects of probiotics on nonalcoholic fatty liver disease: A meta-analysis. mWorld J Gastroenterol. 2013 Oct 28;19(40):6911-8.

26. Malaguarnera M, Gargante MP, Russo C, Antic T, Vacante M, Malaguarnera M, Avitabile T, Li Volti G, Galvano F. L-carnitine supplementation to diet: a new tool in treatment of nonalcoholic steatohepatitis--a randomized and controlled clinical trial. Am J Gastroenterol. 2010 Jun;105(6):1338-45.

27. Malaguarnera M, Vacante M, Antic T, Giordano M, Chisari G, Acquaviva R, Mastrojeni S, Malaguarnera G, Mistretta A, Li Volti G, Galvano F. Bifidobacterium longum with fructo-oligosaccharides in patients with non alcoholic steatohepatitis. Dig Dis Sci. 2012 Feb;57(2):545-53.

28. Miller ER 3rd, Pastor-Barriuso R, Dalal D, Riemersma RA, Appel LJ, Guallar E. Meta-analysis: high-dosage vitamin E supplementation may increase all-cause mortality. Ann Intern Med 2005;142:37-46.

29. Nakano T, Cheng YF, Lai CY, et al. Impact of artificial sunlight therapy on the progress of non-alcoholic fatty liver disease in rats. Journal of Hepatology 2011 55 415–425.

30. Nicastro HL, Dunn BK. Selenium and prostate cancer prevention: insights from the selenium and vitamin E cancer prevention trial (SELECT). Nutrients. 2013 Apr 3;5(4):1122-48.

31. Nobili V, Bedogni G, Alisi A, Pietrobattista A, Risé P, Galli C, Agostoni C. Docosahexaenoic acid supplementation decreases liver fat content in children with non-alcoholic fatty liver disease: double-blind randomised controlled clinical trial. Arch Dis Child. 2011 Apr;96(4):350-3.

32. Nwozo SO, Osunmadewa DA, Oyinloye BE. Anti-fatty liver effects of oils from Zingiber officinale and Curcuma longa on ethanol-induced fatty liver in rats. J Integr Med. 2014 Jan;12(1):59-65.

33. Pacana T, Sanyal AJ. Vitamin E and nonalcoholic fatty liver disease. Curr Opin Clin Nutr Metab Care. 2012 Nov;15(6):641-8.

34. Panahi Y, Ghamarchehreh ME, Beiraghdar F, Zare R, Jalalian HR, Sahebkar A. Investigation of the effects of Chlorella vulgaris supplementation in patients with non-alcoholic fatty liver disease: a randomized clinical trial. Hepatogastroenterology. 2012 Oct;59(119):2099-2103.

35. Rhee EJ, Kim MK, Park SE, et al. High serum vitamin D levels reduce the risk for nonalcoholic fatty liver disease in healthy men independent of metabolic syndrome. Endocrine Journal 2013;60(6):743-52.

36. Rondanelli M, Monteferrario F, Perna S, Faliva MA, Opizzi A. Health-promoting properties of artichoke in preventing cardiovascular disease by its lipidic and glycemic-reducing action. Monaldi Arch Chest Dis. 2013 Mar;80(1):17-26. Review.

37. Saller R, Brignoli R, Melzer J, Meier R: An updated systematic review with meta-analysis for the clinical evidence of silymarin. Forsch Komplementärmed 2008; 15: 9–20.

38. Sanyal AJ, Chalasani N, Kowdley KV, et al. Pioglitazone, vitamin E, or placebo for nonalcoholic steatohepatitis. N Engl J Med. 2010; 362:1675–1685.

39. Shetty SN, Mengi S, Vaidya R, Vaidya AD. A study of standardized extracts of Picrorhiza kurroa Royle ex Benth in experimental nonalcoholic fatty liver disease. J Ayurveda Integr Med. 2010 Jul;1(3):203-10.

40. Spadaro L, Magliocco O, Spampinato D, Piro S, Oliveri C, Alagona C, Papa G, Rabuazzo AM, Purrello F. Effects of n-3 polyunsaturated fatty acids in subjects with nonalcoholic fatty liver disease. Dig Liver Dis. 2008 Mar;40(3):194-9.

41. Sun F, Xie ML, Zhu LJ, Xue J, Gu ZL. Inhibitory effect of osthole on alcohol-induced fatty liver in mice. Dig Liver Dis. 2009 Feb;41(2):127-33.

42. Vajro P, Mandato C, Licenziati MR, Franzese A, Vitale DF, Lenta S, Caropreso M, Vallone G, Meli R. Effects of Lactobacillus rhamnosus strain GG in pediatric obesity-related liver disease. J Pediatr Gastroenterol Nutr. 2011 Jun;52(6):740-3.

43. Valenti L, Dongiovanni P, Fargion S. Diagnostic and therapeutic implications of the association between ferritin level and severity of nonalcoholic fatty liver disease. World J Gastroenterol. 2012 Aug 7;18(29):3782-6.

44. Williams CD, Stengel J, Asike MI, Torres DM, Shaw J, Contreras M, Landt CL, Harrison SA.Prevalence of nonalcoholic fatty liver disease and nonalcoholic steatohepatitis among a largely middle-aged population utilizing ultrasound and liver biopsy: a prospective study. Gastroenterology. 2011 Jan;140(1):124-31.

45. Wong VW, Won GL, Chim AM, Chu WC, Yeung DK, Li KC, Chan HL. Treatment of nonalcoholic steatohepatitis with probiotics. A proof-of-concept study. Ann Hepatol. 2013 Mar-Apr;12(2):256-62.

46. Wu F. [Clinical study on prevention efficacy of Jianpi Huatan Fang in treating non-alcoholic fatty liver disease in children]. Zhongguo Zhong Yao Za Zhi. 2012 Aug;37(16):2465-8.

47. Zhu FS, Liu S, Chen XM, Huang ZG, Zhang DW. Effects of n-3 polyunsaturated fatty acids from seal oils on nonalcoholic fatty liver disease associated with hyperlipidemia. World J Gastroenterol. 2008 Nov 7;14(41):6395-400.

48. Zou X, Yan C, Shi Y, et al. Mitochondrial Dysfunction in Obesity-Associated Nonalcoholic Fatty Liver Disease: The Protective Effects of Pomegranate with Its Active Component Punicalagin. Antioxid Redox Signal. 2014 Feb 18. [Epub ahead of print].


Suchbegriffe: erhöhte Leberwerte, Leberenzyme erhöht, ALT erhöht, AST erhöht, GOT erhöht, GPT erhöht, GGT erhöht, Gamma-GT, Transaminasen erhöht, Fettleber, Steatosis hepatis, nichtalkoholische Fettleber, alkoholische Fettleber, Alkoholfolgen Leber, Silymarin, Wirkung, Wirksamkeit, chinesische Kräuter bei Lebererkrankungen, Leberschaden, Leberschädigung, Naturheilmittel, Leber natürlich behandeln, Leberwerte normalisieren, Fischölkapseln, Probiotika bei kranker Leber, Grüner Tee, Grünalgen bei Leberbeschwerden, Leberprobleme natürlich behandeln,
Leberwerte verbessern, hohe Leberwerte, schlechte Leberwerte, Leberwerte schnell senken, zu hohe Leberwerte, Fettleber Diät, Fettleber heilen, Ernährung bei Fettleber, Leberentgiftung, Mariendistel, Entgiftungskur


Das könnte Sie interessieren: