Blutdrucksenkung ohne Medikamente – Welchen Einfluss hat die Ernährung?



Relevante Blutdrucksenkung durch Ernährungsumstellung – ist das möglich?

 

Welchen Beitrag kann die Ernährung bei der Kontrolle des Blutdrucks leisten?



Hintergrund

Nach Informationen des Berliner Robert-Koch-Instituts leiden 20 bis 30 Millionen Bundesbürger unter Bluthochdruck. Sie haben ein deutlich erhöhtes Schlaganfall-Risiko. Bluthochdruck erhöht das Risiko für einen Schlaganfall statistisch um das Vierfache. Auch deswegen ist es sinnvoll, den Bluthochdruck bereits in jungen Jahren vorzubeugen.

Fast jeder Dritte Erwachsene in Deutschland hat Bluthochdruck, bei den 70- bis 79-Jährigen leiden sogar drei von vier Personen unter erhöhten Blutdruck. Obwohl viele ihre erhöhten Blutdruckwerte kennen, ließen sich nur etwa zwei Drittel wegen des Hochdrucks behandeln.

Die Sorge vor möglichen Nebenwirkungen einer medikamentösen Blutdrucksenkung und die Befürchtung für den Rest des Lebens blutdrucksenkende Medikamente einnehmen zu müssen, haben zu einem verstärkten Interesse an Maßnahmen zur nicht-medikamentösen Blutdrucksenkung geführt. 

Eine Umstellung der Ernährung und eine Lebensstil-Änderung gehören zu den Maßnahmen, die wesentlich zu einer Blutdrucksenkung beitragen können.
Wissenschaftlich begründete Empfehlungen zur Ernährung bei Bluthochdruck werden regelmäßig von den Fachgesellschaften veröffentlicht. Die American Heart Association / American College of Cardiology empfehlen in ihren Leitlinien beispielsweise eine Ernährung bei der Gemüse, Obst und Vollkornprodukte im Vordergrund stehen und eine Begrenzung Natriumaufnahme auf weniger als 2.4 g pro Tag (Oza 2015). Zu den weiteren nicht-pharmakologischen Maßnahmen zählen eine Gewichtsabnahme, die Tabakentwöhnung und ein verminderter Alkoholkonsum. Auch Nahrungsergänzungsmittel wie Coenzym Q10, Omega-3-Fettsäuren, Vitamin C, Knoblauch und Magnesium können zur Blutdrucksenkung beitragen (Oza 2015). Allerdings liegen für die Wirksamkeit der meisten dieser empfohlenen Maßnahmen keine ausreichenden Studiendaten vor.

Diese Übersichtsarbeit fasst die derzeit verfügbare wissenschaftliche Evidenz zum Einfluss der Ernährung auf den Bluthochdruck zusammen.

Blutdrucksenkung durch Magnesium – Wirkt Magnesium auch bei Hypertonie?


Senkt Magnesium den Blutdruck?

Erhöht eine unzureichende Magnesiumzufuhr das Risiko für einen Bluthochdruck?

 

Hintergrund

In letzten Jahren gab es vermehrt Hinweise, dass auch ein Magnesium-Mangel neben anderen Elektrolytstörungen die Entwicklung eines Bluthochdrucks begünstigen kann (13-16).
Aufgrund seiner vielfältigen Stoffwechselfunktionen - Magnesium ist ein essenzieller Cofaktor von über 300 enzymatischen Reaktionen - ist es nicht verwunderlich, dass eine unzureichende Magnesiumversorgung zu einer Vielzahl an biochemischen Störungen und klinischen Mangelsymptomen führen kann.

Der Magnesiumgesamtbestand eines 70 kg schweren, gesunden Menschen liegt etwa bei 24 g. Vom Gesamtkörperbestand befinden sich etwa 50 bis 60 % im Knochen und ca. 30 % in der Muskulatur. Ca. 1 % des gesamten Magnesiums befindet sich im Extrazellularraum.

Einfluss von Magnesium auf das Risiko an Bluthochdruck zu erkranken

Epidemiologische Studien zeigen eine inverse Beziehung zwischen der Magnesiumaufnahme über die Ernährung und der Bluthochdruck-Häufigkeit. Personen mit einer täglichen Magnesiumaufnahme von mehr als 300 mg hatten ein etwa 22 Prozent geringeres Risiko einen Bluthochdruck zu entwickeln als Personen mit einer Magnesium-Aufnahme von weniger als 200 mg/Tag (2). In der Honolulu Heart Study zeigte sich, dass die Magnesiumaufnahme von allen untersuchten 61 Nährstoffen die am stärksten ausgeprägte inverse Beziehung zur Höhe des Blutdrucks aufwies (3).

Naturheilmittel mit Wirkung auf den Blutdruck – Update 2016



Ist eine Blutdrucksenkung durch Naturheilmittel möglich?



Fragen, die in diesem Beitrag beantwortet werden:

  • Welche Naturheilmittel und Wirkstoffe natürlichen Ursprungs können den Blutdruck reduzieren?
  • In welchem Ausmaß senken pflanzliche Wirkstoffe den Blutdruck?
  • Können Naturheilmittel chemisch definierte Antihypertensiva ersetzen?
  • Sind Naturheilmittel oder Nahrungsergänzungsmittel zur unterstützenden Behandlung einer Hypertonie geeignet?
  • Welche Dosierungen von Naturheilmitteln sind für eine Blutdrucksenkung notwendig?
  • Bei welchen Phytopharmaka kann es zu einem Blutdruckanstieg kommen?


Hintergrund

Für zahlreiche pflanzliche Wirkstoffe konnte in Studien eine blutdrucksenkende Wirkung nachgewiesen werden. In der Regel ist das Ausmaß der Blutdrucksenkung durch Naturheilmittel eher gering ausgeprägt. Trotzdem sind verschiedene natürliche Wirkstoffe zur unterstützenden Behandlung bei erhöhtem Blutdruck geeignet. Besonders in Kombination mit einer Lebensstiländerung und diätetischen Maßnahmen sind bestimmte Naturheilmittel geeignet, hoch-normale Blutdruckwerte (systolisch 130-139 mmHg, diastolisch 85-89 mmHg) zu senken. Bei einer manifesten Hypertonie ist eine Blutdrucksenkung allein mit Naturheilmitteln nicht ausreichend. Ein Bluthochdruck ist definiert als ein systolischer Blutdruck größer als 140 mmHg oder ein diastolischer Blutdruck von größer 90 mmHg.

Auch eine Blutdrucksenkung innerhalb des Normalbereichs durch diätetische Maßnahmen kann Folgeerkrankungen verhindern (5). Unklar ist bisher, ob durch die Kombination verschiedener Naturheilmittel eine additive Blutdrucksenkung erreicht werden kann.

Für die folgenden Naturheilmittel und Nahrungsergänzungsmittel konnte in klinischen Studien eine unterschiedlich stark ausgeprägte Blutdrucksenkung nachgewiesen werden: 

• Coenzym Q10

• Omega-3-Fettsäuren

• Granatapfel

Kakao

• Knoblauch

• Lycopin

• L-Arginin

• Kalium

• Grüner Tee

• Hibiskus

• Weißdorn

• Rote Beete

• L-Carnitin

• Zimt


Omega-3-Fettsäuren (Teil 2) – Führt eine erhöhte Zufuhr von Fischöl (EPA/DHA) zu einer Blutdrucksenkung?

 

Bluthochdruck - Können die langkettigen Omega-3-Fettsäuren Eicosapentaensäure (EPA) und Docosahexaensäure (DHA) die Blutdruckwerte senken?



Hintergrund

Bisherige Forschungsergebnisse weisen darauf hin, dass eine gezielte Ernährung und Lebensstil-Änderungen, einschließlich körperlicher Aktivität, Natriumreduktion und Fischöl-Supplementierung den Blutdruck reduzieren, die Wirksamkeit von antihypertensiven Medikamenten verbessern und das Risiko von Herz-Kreislauf-Erkrankungen verringern können. Als die entscheidenden Wirkstoffe aus dem Fischöl, die für die antihypertensive Wirkung verantwortlich gemacht werden, gelten die langkettigen Omega-3-Fettsäuren Eicosapentaensäure (EPA) und Docosahexaensäure (DHA).

In einer Metaanalyse wurde geprüft, ob eine Zufuhr von langkettigen Omega-3-Fettsäuren aus Fischöl (EPA, DHA) den Blutdruck senkt.
Insgesamt erfüllten 70 randomisierte kontrollierte Studien die Einschlusskriterien und wurden in der Metaanalyse berücksichtigt. Die mittlere Studiendauer lag bei 69 Tagen, die mittlere EPA+DHA-Dosis betrug 3,8 g pro Tag. Als Quellen für die EPA- und DHA-Aufnahme wurden die verschiedenen Arten von Fisch, EPA+DHA-angereicherte Lebensmittel sowie Fischöl berücksichtigt.


Ergebnisse

Nach der Metaanalyse der 70 kontrollierten Studien verringert sich der systolische Blutdruck unter EPA+DHA signifikant um durchschnittlich 1,52 mmHg und der diastolische Blutdruck signifikant um 0,99 mmHg im Vergleich zu Placebo. In der Analyse der Daten von hypertensiven Probanden wurde eine signifikante Verringerung der systolischen (-4,51 mmHg) und diastolischen Blutdruckwerte (-3,05 mmHg) beobachtet. In Studien zu normotensiven Probanden fand sich ebenfalls eine Reduzierung des systolischen Blutdrucks (-1.25 mmHg).
Betrachtet man nur die Studien, in denen die Wirkung einer zusätzlichen Supplementation von EPA+DHA über Fischöl (ohne Berücksichtigung der Basis-Ernährung) analysiert wurde, so verringerte sich der systolische Blutdruck um 1,75 mmHg und der diastolische Blutdruck um 1,11 mmHg im Vergleich zu Placebo.
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Der Analyse zufolge gibt es keine klare Dosis-Wirkungsbeziehung zwischen EPA/DHA und dem systolischen Blutdruck. Eine signifikante Reduktion wurde mit Dosen von 1 bis 2 g / Tag (-1,81 mmHg) und 3 bis 4 g / Tag (-3,85 mmHg) beobachtet. Bezogen auf den diastolischen Blutdruck wurde keine offensichtliche Wirkung für Dosierungen von weniger als 2 g / Tag beobachtet. während Dosierungen 2 bis 3 g / Tag (-1,09 mmHg) und 3 bis 4 g / Tag (-1,86 mmHg) zu einer signifikanten Reduktionen des diastolischen Blutdrucks führten.


Diskussion

Die in dieser Metaanalyse dokumentierte Senkung des Blutdrucks durch Omega-3-Fettsäuren kann nicht nur als statistisch signifikant, sondern auch klinisch bedeutsam eingeordnet werden. Epidemiologische Untersuchungen belegen, dass unter Erwachsenen der systolische Blutdruck um durchschnittlich etwa 0,6 mmHg pro Jahr ansteigt. In der Altersgruppe über 50 Jahre liegt das Lebenszeitrisiko von Bluthochdruck bei 90 Prozent. Die statistisch signifikante Verringerung des systolischen Blutdrucks um 1,25 mmHg bei normotensiven Individuen in dieser Analyse würde eine Verzögerung des altersbedingten systolischen Blutdruckanstiegs um 2 Jahre bedeuten oder die Verhinderung einer Progression von prä-hypertensiven zum hypertensiven Stadium zur Folge haben. Der Rückgang des systolischen Blutdruckwertes um 4,51 mmHg bei hypertensiven Personen unter EPA/DHA könnte in Einzelfällen dazu beitragen, dass Personen keine antihypertensive Medikation benötigen, um ihren Blutdruck zu kontrollieren oder, dass sie auf einer niedrigeren Stufe des Bluthochdrucks verbleiben und sich damit die Medikamenteneinnahme reduziert und das Fortschreiten der Erkrankung verzögert.
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Die Ergebnisse dieser Analyse zeigen zudem, dass EPA und DHA genauso effektiv sein können wie andere Lebensstil-ändernde Maßnahmen (in einigen Fällen sogar effektiver), einschließlich der Steigerung der körperlichen Aktivität und die Beschränkung von Alkohol und Natrium zur Senkung des Blutdrucks bei hypertensiven Personen ohne blutdrucksenkende Medikation.


Fazit

Zusammenfassend belegen bisherige Studien, dass die Anwendung von etwa 2 g EPA+DHA pro Tag sowohl den systolischen als auch den diastolischen Blutdruck senkt. Der stärkste blutdrucksenkende Effekt wurde bei Patienten mit manifestem Bluthochdruck beobachtet, die noch keine blutdrucksenkenden Medikamente erhalten hatten. Darüber hinaus wurde festgestellt, dass eine geringe Dosis (zwischen 1 und 2 g pro Tag) zwar den systolischen Blutdruck, nicht aber den diastolischen Blutdruck senkt. Aus klinischer Sicht und aus der Perspektive der öffentlichen Gesundheit kann die erhöhte Zufuhr von EPA + DHA den Blutdruck senken und letztlich die Häufigkeit von damit verbundenen chronischen Krankheiten zu vermindern.

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Quelle:

Miller PE, Van Elswyk M, Alexander DD. Long-chain omega-3 fatty acids eicosapentaenoic acid and docosahexaenoic acid and blood pressure: a meta-analysis of randomized controlled trials. Am J Hypertens. 2014 Jul;27(7):885-96.

 

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Omega-3-Fettsäuren (Teil 1) - Welchen Stellenwert haben Omega-3-Fettsäuren zur Vorbeugung und Behandlung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen?


Hintergrund

Omega-3-Fettsäuren sind langkettige, mehrfach ungesättigte Fettsäuren. Zu den wichtigsten Omega-3-Fettsäuren zählen Eicosapentaensäure (EPA), Docosahexaensäure (DHA) und Docosapentaensäure (DPA). Es kann als gesichert gelten, dass Omega-3-Fettsäuen eine wichtige Rolle für das Wachstum und die Entwicklung des Gehirns, bei der Blutdruckregulation, der Nierenfunktion, der Blutgerinnung sowie bei entzündlichen und immunologischen Reaktionen spielen. 

Omega-3-Fettsäuren sind wahrscheinlich wirksam bei der Verhinderung kardiovaskulärer Ereignisse (hauptsächlich beim Schlaganfall und beim akuten Myokardinfarkt), insbesondere bei Personen mit hohem kardiovaskulären Risiko (Gil 2015).

Omega-3-Fettsäuren sind essenziell für den Menschen, weil sie nicht selbst vom Körper synthetisiert werden können und daher über die Nahrung oder durch eine Nahrungsergänzung zugeführt werden müssen.

Fieber – Ist eine Fiebersenkung immer sinnvoll oder notwendig?


Hintergrund

Es muss hervorgehoben werden, dass Fieber keine Erkrankung ist, sondern eine physiologische Reaktion des Körpers, die hilft Infektionen zu bekämpfen. Fieber verlangsamt das Wachstum und die Vermehrung von Bakterien und Viren und stärkt die Immunabwehr durch eine Aktivierung von Neutrophilen und Lymphozyten.

Nasennebenhöhlenentzündung - Welche Behandlungen sind bei chronischer Sinusitis wirksam?


Vermindert eine Nasenspülung die Symptome der chronischen Nasennebenhöhlenentzündung?


Hintergrund

Die chronische Sinusitis ist eine häufige, entzündliche Erkrankung der Nasennebenhöhlen. Sie ist gekennzeichnet durch eine anhaltende symptomatische Entzündung der Nasennebenhöhlen, die länger als 3 Monate besteht. Auf sie entfallen 1 % bis 2 % aller Arztbesuche. Eine angemessene Behandlung der chronischen Sinusitis ist notwendig, um die Lebensqualität und die Leistungsfähigkeit der Patienten zu erhalten, und um letztlich das Risiko von akuten entzündlichen Schüben zu minimieren.

Ziel einer Übersichtsarbeit war es, die derzeitige Evidenz zur Therapie einer chronischen Sinusitis des Erwachsenen zusammenzufassen, um eine optimale Behandlung der Patienten zu ermöglichen. Die Grundlage für die Analyse bildeten insgesamt 29 Studien, u.a. 12 Metaanalysen und 13 systematische Übersichtsarbeiten.

Kniegelenkarthrose – Wie wirksam ist eine Trainingstherapie/Bewegungstherapie zur Schmerzlinderung und Funktionsverbesserung?

 

Helfen Bewegungsübungen, Krankengymnastik und Trainingstherapie bei Arthrose?


Hintergrund

In einer Cochrane-Übersichtsarbeit wurde geprüft, ob eine Trainingstherapie in Bezug auf eine Verringerung von Gelenkschmerzen oder einer Verbesserung der Funktion oder der Lebensqualität vorteilhaft ist für Patienten mit einer Knie-Arthrose

Ergebnisse

Eine gepoolte Analyse der Ergebnisse aus 44 Studien weist darauf hin, dass eine Trainingstherapie mit gezielten Bewegungsübungen und weiterer körperlicher Aktivität Schmerzen deutlich reduziert und eine moderat verbesserte Gelenkfunktion unmittelbar nach der Behandlung erreicht. Dass Bewegung die Lebensqualität unmittelbar nach der Behandlung signifikant verbessert, geht aus der Analyse von insgesamt 13 Studien hervor, die diesen Aspekt geprüft hatten. Darüber hinaus wurde in 12 Studien die Nachhaltigkeit der Trainingstherapie geprüft. Den Daten zufolge wurde eine anhaltende Verminderung der Knieschmerzen sowohl 2 Monate als auch 6 Monate nach Ende der Behandlung beobachtet. Auch eine verbesserte Funktion des Kniegelenks konnte in der Nachbeobachtungsperiode dokumentiert werden.

Fazit

Bei Menschen mit Knie-Arthrose bietet eine Trainingstherapie einen unmittelbaren Nutzen in Bezug auf eine Schmerzabnahme und eine verbesserte Gelenkfunktion, die für mindestens 2 bis 6 Monate nach Ende der Behandlung erhalten bleiben.

Cochrane-Übersichtsarbeit – Führt eine geringere Fettaufnahme zu einerm verminderten Körpergewicht?


Gewichtsabnahme durch einen geringeren Fettanteil in der Ernährung?

 

Hintergrund

Um Übergewicht und Adipositas in der Bevölkerung zu verhindern, gilt es die Beziehung zwischen dem Anteil der Energie aus Fett in der täglichen Ernährung und den daraus resultierenden Veränderungen von Gewicht und Körperfett zu verstehen.
Ziel dieser Übersichtsarbeit war es, die Auswirkungen einer Verminderung des Fettanteils an der Energieaufnahme auf das Gewicht und den Körperfettanteil zu beurteilen (u.a. wurden Parameter wie Übergewicht, Taillenumfang und Body-Mass-Index analysiert). Einbezogen in diese Analysen wurden randomisierte kontrollierte Studien (RCTs), an denen Personen teilnahmen, die nicht das Ziel verfolgten, Gewicht zu verlieren..

Ergebnisse

Die Grundlage dieser Übersichtsarbeit bildeten 32 randomisierte kontrollierte Studien mit zusammen rund 54.000 Teilnehmern. Zusammenfassend zeigten die Ergebnisse sehr konsistent, dass ein verminderter Anteil an Fett an der Energieaufnahme mit einer Gewichtsreduktion verbunden ist. Dieser Effekt wurde in fast allen eingeschlossenen Studien beobachtet. Die Wirkung einer Ernährungsumstellung auf weniger Fett (im Vergleich zu üblichen Ernährung) führte in den Studien zu einer mittleren Gewichtsabnahme von 1,5 kg (95% Konfidenzintervall (CI) -2,0 bis -1,1 kg), wobei sich unter einer stärkeren Fettreduktion auch eine ausgeprägtere Gewichtsreduktion zeigte. Der positive Effekt auf das Körpergewicht blieb auch auf längere Sicht erhalten und spiegelte sich in einem geringeren BMI und Hüftumfang wider. Obwohl in großen Cohorten-Studien bisher überwiegend kein Zusammenhang zwischen dem Fettanteil in der Ernährung und dem späteren Körpergewicht bei Kindern und Erwachsenen beobachtet wurde, gibt es jetzt Hinweise, dass ein geringerer Fettanteil in der Ernährung mit einer Verminderung der sonst üblichen Gewichtszunahme im mittleren Erwachsenenalter einhergeht.

Erhöht Koffein den Blutdruck? Blutdruckerhöhung durch regelmäßiges Kaffeetrinken?

 

Einfluss von Koffein auf den Blutdruck

Aus den bisherigen Studien zur Wirkung von Koffein auf den Blutdruck lässt sich ableiten, dass ein Koffeinkonsum unmittelbar den Blutdruck erhöht. Diese Blutdruckerhöhung wurde bei nahezu allen bisher untersuchten Bevölkerungsgruppen beobachtet und zwar unabhängig von der Höhe des Ausgangsblutdrucks, bei Erwachsenen mit regelmäßigem Koffein-Konsum oder nach einem Koffein-Entzug. Der Blutdruckanstieg wurde dabei weder durch das Alter, das Geschlecht noch durch den Hormonstatus beeinflusst. Dieser blutdrucksteigernde Effekt wurde nach Einzeldosen von Koffein im Bereich von 80 bis 300 mg beobachtet. Am häufigsten in Studien getestet wurden Dosen von 200 - 300 mg Koffein, die zu einem mittleren Anstieg des Blutdrucks von ungefähr 3 - 8 mmHg systolisch und von etwa 4 - 6 mmHg diastolisch führten. Auffällig war eine hohe interindividuelle Variabilität des Blutdruckanstiegs. Die verfügbaren Daten deuten darauf hin, dass sich der Blutdruck in der Regel 30 Minuten nach dem Konsum von Koffein erhöht, der maximale Blutdruckanstieg wird nach 60 - 90 Minuten beobachtet und die Blutdruckwerte erreichen nach etwa zwei bis vier Stunden wieder das Ausgangsniveau. Dieser Verlauf des Blutdrucks steht im Einklang mit der Pharmakokinetik von Koffein. Ein besonders ausgeprägter Blutdruckanstieg wurde bei Personen mit hohem Blutdruck und nach einem Koffein-Entzug beobachtet.

Wie viel Koffein vertragen Kinder und Jugendliche?

 

Informationen zur Verträglichkeit von Koffein bei Kindern und Jugendlichen


Welche Nebenwirkungen kann die Aufnahme von Cola/Koffein verursachen?

Bei Kindern kann es unter regelmäßiger Koffeinaufnahme zu negativen Auswirkungen auf das zentrale Nervensystem kommen, die sich z.B. als Schlafstörungen, vermehrte Ängstlichkeit und Verhaltensänderungen äußern.
Ebenfalls als Nebenwirkung einer regelmäßigen Koffeinzufuhr aufzufassen, ist das Koffeinentzugssyndrom, das ca. 12 bis 24 Stunden nach der letzten Koffeinzufuhr (z.B. Cola oder Tee) auftritt. Zu den Symptomen zählen u.a.: Kopfschmerzen, Konzentrationsstörungen, depressive Stimmung, verminderter Antrieb und Reizbarkeit. Besonders bei Jugendlichen mit einem regelmäßigen Konsum von Cola oder Energy Drinks kann diese Nebenwirkung zu Verhaltensauffälligkeiten führen.


Gibt es eine Obergrenze für die langfristige Aufnahme von Koffein bei Kindern?

Da bisher nur eine begrenzte Zahl von Studien zur längerfristigen Wirkung von Koffein auf die Angst und das Verhalten bei Kindern und Jugendlichen zur Verfügung steht, gibt es eine erhebliche Unsicherheit in Bezug auf die längerfristigen Auswirkungen eines gewohnheitsmäßigen Koffeinkonsum in dieser Altersgruppe. Keine Sicherheitsbedenken haben Experten für eine Tagesgesamtdosis von bis zu 3 mg/kg Körpergewicht geäußert (dieser Wert basiert auf einer als unbedenklich eingestuften Menge 3 mg/kg KG für eine Einzeldosis bei Erwachsenen). Folglich werden gegenwärtig bei Kindern und Jugendlichen 3 mg/kg Körpergewicht als eine Obergrenze für einen gewohnheitsmäßigen Koffeinkonsum empfohlen.

Bei einem 5-jährigen Kind mit einem Körpergewicht von 19 kg läge die als sicher eingestufte Obergrenze für eine tägliche Koffeinzufuhr aus Lebensmitteln und Getränken bei 57 mg Koffein, das entspricht etwa einem halben Liter Coca Cola.

Massage – Bei welchen Erkrankungen ist Massage wirksam?


Vermindert eine Massage-Behandlung Schmerzen?

Kann eine Massage zur Funktionsverbesserung beitragen?



Hintergrund

Unter dem Begriff „Massage“ werden vielfältige, sehr unterschiedliche Behandlungstechniken zusammengefasst, die eine einheitliche Bewertung in der Vergangenheit erschwert haben. In der Praxis wird eine Massage zudem häufig mit anderen Behandlungstechniken wie z.B. der Mobilisation kombiniert, sodass eine isolierte Bewertung oftmals nicht möglich erscheint.

Die spezifischen Mechanismen der Wirkung einer Massage sind nicht genau bekannt. Gegenwärtig werden verschiedene physiologische Reaktionen auf eine Massage diskutiert. Zu diesen Mechanismen zählen ein erhöhter Lymphfluss, eine Verschiebung von einer sympathischen zu einer mehr parasympathischen Nervenaktivität, eine Verhinderung von Fibrose, ein erhöhter Abtransport von Laktat aus dem Gewebe und eine Wirkung auf das Immunsystem. Auch eine veränderte Kognition und Schmerzwahrnehmung werden diskutiert.

Im Folgenden sind die Ergebnisse einer Übersichtsarbeit zusammengefasst, in der versucht wurde die Frage zu beantworten, ob eine Massage-Behandlung bei Personen mit Erkrankungen des Bewegungsapparates wirksam ist.

Meniskusschaden, Meniskusriss, Meniskusläsion – Ist eine Operation immer notwendig?



Operative Meniskusteilentfernung oder physiotherapeutische Behandlung bei Meniskusschaden – welche Therapie ist wirksamer?



Hintergrund

Die meisten Meniskusläsionen sind nicht durch einen Unfall bedingt, sondern die Folge von Verschleiß oder Überbelastung. In Deutschland werden jährlich etwa 300.000 Meniskusoperationen durchgeführt. Dass eine operative Teilentfernung des Meniskus nicht immer die beste Lösung darstellt, darauf deuten die Ergebnisse einer finnischen Studie hin, in der die arthroskopische Meniskusteilresektion nicht besser abschnitt als eine Scheinoperation (Sihvonen 2013).

Meniskusschäden sind häufig: Bei 35 % der Teilnehmer der Framingham-Studie zeigten sich Meniskusrisse oder schwere degenerative Meniskusschädigungen. Bemerkenswert ist, dass sich auch bei Personen ohne Beschwerden in 23 % der Fälle ein Meniskusriss zeigte.

Chiropraktik, Manuelle Medizin – Bei welchen Erkrankungen/Funktionsstörungen ist die Chirotherapie wirksam?



Hintergrund

Als mögliche Ursache von Schmerzen am Bewegungsapparat, insbesondere von Rückenschmerzen werden immer wieder Fehlstellungen der Wirbelgelenke diskutiert. Die Chiropraktik gilt als eine alternativmedizinische Behandlungsmethode mit dem Ziel, die Beweglichkeit von Gelenken, besonders an der Wirbelsäule zu verbessern. Eine Subluxation, aber auch ein gestörtes Gelenkspiel können Ursachen von Beschwerden sein. Mit Hilfe manueller Techniken, wie Mobilisation und Manipulation sollten diese Fehlstellungen korrigiert werden.

Die manuelle Therapie ist eine physiotherapeutische Behandlungsform (z.B. Mobilisation), die nach ärztlicher Diagnosestellung verordnet werden kann. Die von Ärzten ausgeführte Manipulation hingegen wird der manuellen Medizin zugordnet und greift auf Techniken mit Impuls zurück.


Wirksamkeit der Chiropraktik bei Rückenschmerzen

Die Wirksamkeit der Chiropraktik bei Rückenschmerzen wurde bereits im Jahr 2003 in einer ersten systematischen Übersichtsarbeit der Cochrane Collaboration bewertet. Untersucht wurde der Effekt der spinalen Manipulation. Im Ergebnis zeigten sich keine Vorteile gegenüber anderen Behandlungsmethoden, wie Physiotherapie, Krankengymnastik oder Rückenschule. Nach Einschätzung der Autoren, gäbe es aber Hinweise, dass die spinale Manipulation einer Placebo-Behandlung überlegen sei.

Eine weitere Cochrane Übersichtsarbeit hatte im Jahre 2011 insgesamt 26 randomisiert kontrollierte Studien mit über 6000 Teilnehmern dahingehend analysiert, ob eine Manipulation an der Wirbelsäule (spinal manipulative Therapy) bei Patienten mit chronischen Rückenschmerzen zu einer relevanten Verminderung von Schmerzen und einer verbesserten Funktion führt. 
Ergebnis: Diese Behandlungstechnik führt den Studien zufolge nur zu einer geringen, statistisch signifikanten, aber klinisch nicht relevanten kurzfristigen Schmerzlinderung und einer geringen Verbesserung des funktionellen Status. Demnach weist diese Behandlungsmethode keinen klinisch relevanten Vorteil gegenüber anderen Behandlungsoptionen auf (3).
http://www.amazon.de/Naturheilmittel-Arzneimittel-wissenschaftlicher-Phytopharmaka-Evidenzbasierte/dp/1493706365/ref=sr_1_2?ie=UTF8&qid=1445546245&sr=8-2&keywords=Detlef+Nachtigall

Im Umkehrschluss können die Ergebnisse auch dahingehend interpretiert werden, dass keine der etablierten Behandlungsalternativen bei Rückenschmerzen bessere Ergebnisse erzielt als die Chiropraktik.

In einer aktuellen systematischen Übersichtsarbeit (Oktober 2015) wurde die Wirksamkeit der Chiropraktik auf unterschiedliche Erkrankungen bewertet (4).
In der Analyse wurden insgesamt 23 systematische Reviews zur Chiropraktik berücksichtigt, von denen 11 Artikel, die Einschlusskriterien erfüllten. Die Ergebnisse zeigten unter dem Einfluss der Chiropraktik eine Verbesserung von Nackenschmerzen, einen positiven Einfluss auf Schulter- und Nackentriggerpunkte sowie einen günstigen Effekt auf Sportverletzungen. In den Fällen von Asthma, Magen-Darm-Problemen, Fibromyalgie, Rückenschmerzen und Karpaltunnelsyndrom gab es keine schlüssigen wissenschaftlichen Beweise für eine positive Wirkung der Chiropraktik.


Kiefererkrankungen

In einer Übersichtsarbeit zur Wirksamkeit der Manuellen Medizin bei Kiefererkrankungen kommen die Autoren zu dem Schluss, dass sich Myofaszial Release (Tiefengewebe-Techniken zur Lösung von bindegewebigen Verhärtungen) und Massage-Techniken, angewendet im Bereich der Kaumuskulatur, als wirksamer erwiesen haben als eine Kontrollbehandlung. Auch Mobilisations- und Manipulationstechniken an der oberen Halswirbelsäule waren wirksamer als die jeweilige Kontrollbehandlung, während sich eine thorakal Manipulationen bei Kiefererkrankungen als nicht wirksam erwiesen hat (1).


Halswirbelsäule – Nackenschmerzen

Im Vergleich zu einer inaktiven Kontrollgruppe vermindert die zervikale Manipulation (einmalige Manipulation), bei subakuten und chronischen Nackenschmerzen die Schmerzen unmittelbar nach der Anwendung, dieser Effekt blieb jedoch in der Nachbeobachtungphase nicht erhalten. 

Weitere Untersuchungen haben die zervikale Manipulation mit einer zervikalen Mobilisation bei Patienten mit akuten und chronischen Nackenschmerzen verglichen. Die Ergebnisse zweier Studien deuten darauf hin, dass es bei den Parametern Schmerzen, Funktion und Lebensqualität keine wesentlichen Unterschiede zwischen den beiden Behandlungstechniken gibt (2).

Im Vergleich zu einer medikamentösen Behandlung von akuten Nackenschmerzen war die wiederholte zervikale Manipulation wirksamer in Bezug auf die Verminderung von Schmerzen und der Verbesserung der Funktion. Dieses Ergebnis blieb auch über eine längere Nachbeobachtungsperiode erhalten.
http://www.amazon.de/Ratgeber-Naturheilmittel-Wirkungen-wichtigsten-Heilpflanzen/dp/149295246X/ref=sr_1_4?ie=UTF8&qid=1445546245&sr=8-4&keywords=Detlef+Nachtigall

Bei chronischen Kopfschmerzen, die auf Störungen an der Halswirbelsäule zurückgeführt werden konnten, waren mehrere Sitzungen einer zervikalen Manipulation wirksamer als Massagen in Hinblick auf die Verbesserung von Schmerz und Funktion. Auch im Vergleich zur transkutanen elektrischen Nervenstimulation (TENS) erwiesen sich mehrere Sitzungen einer zervikalen Manipulation als wirksamer in Bezug auf die Schmerzreduktion (2).

Weiteren Studien zufolge scheint die reine Mobilisation der Halswirbelsäule, also ohne Manipulation, bei subakuten und chronischen Nackenschmerzen nicht wirksamer zu sein als Ultraschall, TENS, Akupunktur oder Massage zur Verminderung von Schmerzen, einer Verbesserung der Funktion oder bei der Zunahme der Lebensqualität (2).


Brustwirbelsäule - Nackenschmerzen

Es liegen Hinweise vor, dass eine thorakale Manipulation im Vergleich zu Kontrollbehandlungen Nackenschmerzen reduziert, die Funktion verbessert und sich positiv auf die Lebensqualität auswirkt (2). Eine einzige Anwendung mit Manipulation der Brustwirbelsäule (BWS) zeigte vergleichbare Ergebnisse zu einer BWS-Mobilisation in Bezug auf die Schmerzlinderung bei chronischen Nackenschmerzen.


Sportverletzungen

Bei der Prävention und Behandlung von Sportverletzungen hat sich gezeigt, dass Chiropraktik signifikant wirksamer ist als eine konventionelle Behandlung bei Muskelzerrungen, Hallux valgus und lateraler Epikondylitis (Tennisellenbogen) (4).

 

Sicherheit und Verträglichkeit der Chiropraktik

Da es bei der zervikalen Manipulation zu seltenen, aber schwerwiegenden Komplikationen kommen kann, sind weitere Untersuchungen zum Vergleich von Manipulations- und Mobilisationstechniken mit anderen Behandlungsverfahren notwendig, um eine optimale Therapieentscheidung treffen zu können (2).


Fazit

Zusammenfassend deuten Forschungsergebnisse darauf hin, dass Manipulations- und Mobilisationstechniken vergleichbar gute Ergebnisse in Bezug auf eine sofortige, sowie auf eine kurzzeitige- und mittelfristige Wirkung bei Nackenschmerzen zeigen. Eine wiederholte zervikale Mobilisation hat sich in Bezug auf die Schmerzabnahme und die funktionelle Verbesserung als wirksamer erwiesen als eine medikamentöse Therapie und das sowohl im mittel- als auch im langfristigen Vergleich.
Bisherige Untersuchungen konnten bei Patienten mit chronischen Rückenschmerzen in Bezug auf eine Funktionsverbesserung und der Verminderung von Schmerzen keine klinisch relevanten Unterschiede zwischen der manuellen Medizin und der üblichen Standardtherapie feststellen (3).
Es finden sich in der Literatur Hinweise, dass eine Manipulations und/oder Mobilisations-Behandlung sich positiv auf Kiefergelenkerkrankungen und Sportverletzungen auswirken kann.
http://www.amazon.de/Mineralstoffe-Spurenelemente-unterstuetzenden-Behandlung-Erkrankungen/dp/1512235180/ref=sr_1_1?ie=UTF8&qid=1442605857&sr=8-1&keywords=Detlef+Nachtigall


Literatur

1. Calixtre LB, Moreira RF, Franchini GH, Alburquerque-Sendín F, Oliveira AB. Manual therapy for the management of pain and limited range of motion in subjects with signs and symptoms of temporomandibular disorder: a systematic review of randomised controlled trials. J Oral Rehabil. 2015 Nov;42(11):847-61. 

2. Gross A, Langevin P, Burnie SJ, Bédard-Brochu MS, Empey B, Dugas E, Faber-Dobrescu M, Andres C, Graham N, Goldsmith CH, Brønfort G, Hoving JL, LeBlanc F. Manipulation and mobilisation for neck pain contrasted against an inactive control or another active treatment. Cochrane Database Syst Rev. 2015 Sep 23;9:CD004249. 

3. Rubinstein SM, van Middelkoop M, Assendelft WJ, de Boer MR, van Tulder MW. Spinal manipulative therapy for chronic low-back pain. Cochrane Database Syst Rev. 2011 Feb 16;(2):CD008112. 

4. Salehi A, Hashemi N1, Imanieh MH, Saber M. Chiropractic: Is it Efficient in Treatment of Diseases? Review of Systematic Reviews. Int J Community Based Nurs Midwifery. 2015 Oct;3(4):244-54.

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Sind NSAR bei Erkältung wirksam?

 

Nicht-steroidale entzündungshemmende Medikamente bei Erkältungskrankheiten



Hintergrund

Nicht-steroidale entzündungshemmende Medikamente (NSAR oder NSAID) werden weit verbreitet zur Behandlung von mit einer Erkältung verbundenen Schmerzen und Unwohlsein eingesetzt.

Ziel einer Cochrane-Übersichtsarbeit war es, die Auswirkungen von NSAR im Vergleich zu Placebo (und anderen Behandlungen) auf die Symptome einer Erkältung zu untersuchen und ggf. auftretende Nebenwirkungen von NSAR zu dokumentieren.


Ergebnisse

In die Analyse wurden neun randomisiert kontrollierte Studien mit zusammen 1069 Teilnehmern eingeschlossen. In sechs Studien wurden NSAR mit Placebo verglichen und in drei wurde der Vergleich zu anderen NSAR geprüft. In einer gepoolten Datenanalyse, konnte für die Anwendung von NSAR beim Gesamt-Symptomscore keine signifikante Besserung dokumentiert werden. Auch die Dauer der Erkältung konnte im Vergleich zu Placebo unter NSAR nicht verkürzt werden. Bei den Atemwegsbeschwerden konnte ein Husten nicht gebessert werden, hingegen zeigte sich bei der Häufigkeit von Niesen eine deutliche Besserung. Bei den Ergebnissen zur analgetischen Wirkungen von NSAR (Kopfschmerzen, Ohrenschmerzen und Muskel-und Gelenkschmerzen) konnte ein signifikanter Vorteil zu Gunsten der NSAR-Gabe dokumentiert werden. Das Risiko von Nebenwirkungen unter NSAR wurde als nicht sehr hoch bewertet. Die Limitationen dieser Analyse betreffen die zum Teil sehr unterschiedlichen Ergebnisse einzelner Studien und die insgesamt sehr geringe Anzahl von Untersuchungen.