Artischockenblätter-Extrakt – Wirksam bei Verdauungsbeschwerden?


Senken Artischockenblätter-Extrakte erhöhte Cholesterinspiegel?

 

Hintergrund

Traditionell wird Artischocken-Extrakten eine leberschützende Wirkung zugeschrieben. Auch der Gallenfluss und damit die Fettverdauung soll durch Artischocken-Extrakte angeregt werden. Diese Eigenschaft wird als wesentlich für die historische Anwendung bei Verdauungsstörungen (Dyspepsie) angesehen. Die Cholesterin-senkende Wirkung rückte hingegen erst in den letzten 20 Jahren in den Mittelpunkt. 

Die Artischocke (Cynara cardunculus) zählt zu den vielen pflanzlichen Heilmittel, bei denen es Widersprüche zwischen den klinischen und experimentellen Studien gibt. Einerseits wurden in zahlreichen In-vitro-Untersuchen und tierexperimentellen Studien antioxidative, choleretische (den Gallenfluss stimulierende Wirkungen), leberschützende, und lipidsenkende Wirkungen nachgewiesen, andererseits fehlen für viele dieser Wirkungen Untersuchungen am Menschen.
Ziel dieses Beitrags war es zu prüfen, welche dieser Wirkungen der Artischocke in kontrollierten Untersuchungen am Menschen bestätigt werden konnten.

Blutdrucksenkung durch Musik



Wirkt Musikhören langfristig blutdrucksenkend?

 

Musik wirkt sich positiv auf die Stimmung aus und hat potenziell vorteilhafte Wirkungen auf die Gesundheit (Bernatzky 2011). Studien zeigen viel versprechende Effekte der Musiktherapie als unterstützende Maßnahme bei der Behandlung verschiedener Krankheiten. Zahlreiche Untersuchungen haben kurzfristig positive Auswirkungen auf den Blutdruck bei medizinischen Eingriffen bzw. Operationen dokumentiert, aber auch über günstige Langzeitwirkungen bei der Behandlung von Schlafstörungen oder Depressionen wurde berichtet (Kamioka 2014, Maratos 2008).
Die Musiktherapie hat dabei zu einer Verbesserung der Lebensqualität und der Blutdruckkontrolle von Patienten beigetragen, was darauf hindeutet, dass Musik einen therapeutischen Ansatz bei der Behandlung der Hypertonie darstellen könnte.

Wirkt Honig bei Husten?

 

Lindert Honig den Husten bei Erkältung?



Hintergrund

Husten kann das Symptom einer schweren Krankheit sein, in den meisten Fällen wird Husten jedoch von den typischen Erkältungsviren verursacht. In ca. 80 bis 90 Prozent der Fälle ist der Husten die Folge eines viralen Infekts. Eine typische Erkältung reizt die Bronchien allerdings ständig und beeinträchtigt oftmals auch den Schlaf. Ein trockener Reizhusten tritt zudem gelegentlich auf, nachdem die Erkältung bereits abgeklungen ist.

Milch mit Honig ist als Hausmittel zur Behandlung von Husten bekannt und wird besonders bei Kindern häufig eingesetzt. Im folgenden Beitrag sind die Ergebnisse einer systematischen Untersuchung zur Wirksamkeit von Honig zur Linderung von Husten dargestellt.

Welche gesundheitlichen Wirkungen haben Flavonoide aus Obst und Gemüse?



Hintergrund

Flavonoide sind eine Gruppe natürlicher Substanzen, die chemisch zur Klasse der Polyphenole gezählt werden. Flavonoide finden sich insbesondere in Früchten, Gemüsen, Tee und Wein. Jüngste wissenschaftliche Untersuchungen schreiben diesen pflanzlichen Wirkstoffen zahlreihe positive Wirkungen auf die Gesundheit zu.

Atemwegsinfektionen vorbeugen – wirken Flavonoide aus Obst und Gemüse?


Erkältung, Rachenentzündung, Nasennebenhöhlenentzündung - Verringern Flavonoide die Schwere und Dauer von Infektionskrankheiten?

Hilft eine flavonoid-reiche Ernährung Erkältungen vorzubeugen?

Warum wirkt „gesunde Ernährung“? – sind Flavonoide ein Teil der Erklärung?



Hintergrund

Flavonoide, eine Gruppe natürlicher Substanzen mit variablen phenolischen Strukturen, finden sich in Früchten, Gemüsen, Tee und Wein. Diese natürlichen Produkte sind für ihre positiven Wirkungen auf die Gesundheit bekannt.
Flavonoide sind verantwortlich für die Farbe und das Aroma von Pflanzen. Flavonoide schützen Pflanzen vor Frost oder Trockenheit und wirken als UV-Filter, sie haben zudem eine Funktion als Signalmoleküle für die Bestäubung.
Derzeit sind etwa 6000 Flavonoide bekannt, die u.a. zum farbigen Aussehen von Früchten, Kräutern, Gemüse und Heilpflanzen beitragen (4).

Prädiabetes – Können Lebensstiländerungen den Übergang zum manifesten Diabetes verhindern?



 

Was bringen Lebensstiländerungen zur Vorbeugung eines Diabetes?



Prädiabetes – Sind eine Ernährungsumstellung und mehr Sport hilfreich?

 

Zusammenfassung
Als Prädiabetes bezeichnet man die Vorstufe des Diabetes mellitus, bei der bereits ein erhöhter Nüchternblutzucker oder eine gestörte Glukosetoleranz vorliegt. Ca. 35 % der Erwachsenen über 20 Jahre weisen einen Prädiabetes auf. Jährlich werden etwa 5 bis 10 % der Patienten mit Prädiabetes einen manifesten Diabetes mellitus Typ 2 entwickeln. Der bedeutsamste Risikofaktor ist Übergewicht. Adipositas bedeutet im Vergleich zum Normalgewicht ein 20- bis 40-fach höheres Diabetes-Risiko. Die wichtigsten Maßnahmen bei Prädiabetes sind eine Änderung des Lebensstils und eine Gewichtsreduktion. Ziel ist eine Gewichtsabnahme um ca. 7 %, zusätzlich sollte ein Trainingsprogramm mit etwa 30 Minuten körperlicher Belastung pro Tag durchgeführt werden. Eine Lebensstilintervention kann das Diabetes-Risiko um bis zu 50 % reduzieren.

Naturheilmittel zur unterstützenden Behandlung bei Diabetes mellitus – Teil 3 Vitamine


Haben Vitamine einen positiven Einfluss auf die Blutzuckerspiegel bei Diabetes mellitus?

 

Teil 3

 

Vitamine



Vitamin D

In einer Fall-Kontroll-Studie wurden 1.195 Patienten mit Typ-2-Diabetes, 121 Prädiabetiker und 209 gesunde Kontrollen untersucht. Patienten mit Diabetes mellitus hatten niedrigere Serum-Vitamin-D-Spiegel im Vergleich zu Prädiabetikern und gesunden Kontrollpersonen. Darüber hinaus war ein Vitamin-D-Mangel bei Typ-2-Diabetikern mit einer verminderten Insulinproduktion verbunden (Esteghamati 2015).
Diese Ergebnisse sprechen dafür, dass Personen mit einem Prädiabetes und Patienten mit manifestem Diabetes einen Vitamin-D-Mangel vermeiden sollten, um die Blutzuckerkontrolle nicht weiter zu verschlechtern.

Naturheilmittel zur unterstützenden Behandlung bei Diabetes mellitus - Teil 2 Pflanzliche Wirkstoffe


 

Welche Naturheilmittel haben einen positiven Einfluss auf die Blutzuckerspiegel bei Diabetes mellitus?


Teil 2

 

Pflanzliche Wirkstoffe:

Schwarzkümmel, Bittermelone, Lycopin, Curcumin, Flohsamen (Psyllium), Passionsblumen-Extrakt, Zimt, Knoblauch, Grüner Tee, Ginseng




Welche Fragen werden in diesem Beitrag beantwortet?


  • Sind Naturheilmittel eine sinnvolle Ergänzung zur medikamentösen Standardterapie bei Diabetes mellitus Typ 2?
  • Welche pflanzlichen Wirkstoffe können zur Senkung der Blutzuckerspiegel beitragen?
  • Warum können sich Tomaten- und Curry-Mahlzeiten günstig auf die Blutzuckerkontrolle auswirken?
  • Hilft Zimt den Blutzuckerspiegel zu senken?
  • Wirkt Grüner Tee bei Diabetes?
  • Hat Knoblauch eine Bedeutung für Diabetiker?

 

Hintergrund

Lebensstilmodifizierende, nichtmedikamentöse Therapiemaßnahmen stellen in jeder Phase der Erkrankung die Basistherapie dar, sind jedoch allein häufig nicht ausreichend. In allen Phasen der Erkrankung, in denen eine medikamentöse Therapie noch nicht angezeigt ist, können pflanzliche Wirkstoffe dazu beitragen die Stoffwechselsituation zu verbessern. Auch in den Fällen von Unverträglichkeit gegenüber der medikamentösen Standardtherapie können pflanzliche Anti-Diabetika hilfreich sein. Bei einem manifesten Diabetes mellitus Typ 2 ist die alleinige Behandlung mit denen in diesem Beitrag aufgeführten Wirkstoffen nicht ausreichend. In Anbetracht der Tatsache, dass die Blutzuckereinstellung von Menschen mit Typ-2-Diabetes mit den als Arzneimittel zugelassenen Antidiabetika gut möglich ist, werden Naturheilmittel in den aktuellen Therapieleitlinien zum Diabetes nicht empfohlen (NVL, Diabetes-Typ-2).

Für einige der in dieser Übersicht aufgeführten Pflanzenwirkstoffe gibt es überzeugende Hinweise auf eine Wirksamkeit beim Diabetes mellitus Typ 2.
Diese Substanzen haben in der Regel keine Zulassung als Arzneimittel, das heißt auch, dass es keine genauen Dosisempfehlungen gibt und ihre Langzeitverträglichkeit oft nicht bekannt ist. Von der Schulmedizin werden diese Naturheilmittel oft in ihrer Wirkung unterschätzt.

Naturheilmittel zur unterstützenden Behandlung bei Diabetes mellitus - Teil 1 Mikronährstoffe


Welche Mikronährstoffe haben einen positiven Einfluss auf die Blutzuckerkontrolle bei Diabetes mellitus?


Teil 1

Mikronährstoffe Coenzym Q10, Resveratrol, L-Carnitin, Gelée Royale, Beta-Carotin




Coenzym Q10

Coenzym Q10 ist eine körpereigene Substanz, die zudem über die Nahrung aufgenommen wird. Als Bestandteil der Atmungskette ist Coenzym Q10 essenziell z.B. für die Energiebereitstellung in den Mitochondrien (den „Kraftwerken“ der Zelle).

Für Coenzym Q10 sind in der Literatur eine Reihe positiver Einflüsse auf den Diabetes beschrieben:

• Coenzym Q10 verbessert, ergänzend zur medikamentösen antidiabetischen Therapie gegeben, die Blutzuckerkontrolle, u.a. über eine Erhöhung der Insulin-Sekretion (Mezawa M 2012). 

• Q10 reduziert bei Typ-1-Diabetikern die HbA1c-Konzentration und vermindert eine Hyperglykämie. (Dzugkoev 2012).


Die Bedeutung von Mineralstoffen und Spurenelementen beim Diabetes mellitus


Sind Magnesium, Zink oder Calcium zur unterstützenden Behandlung des Diabetes mellitus Typ 2 wirksam?



Hintergrund

Die Bedeutung von Spurenelementen und Mineralstoffen beim Diabetes mellitus wurde lange Zeit unterschätzt. Jüngere Untersuchungsergebnisse deuten darauf hin, dass mehrere Spurenelemente und Mineralstoffe ganz wesentlich Einfluss haben auf die Entwicklung hin zu einem manifesten Diabetes. Auch die Blutzuckerkontrolle beim Diabetes mellitus Typ 2 scheint durch ausgewählte Mikronährstoffe positiv beeinflussbar zu sein. 

Diabetes Prävention – Welchen Einfluss haben Magnesium, Calcium, Eisen und Selen auf das Risiko einen Diabetes mellitus zu entwickeln?


Kann eine ausreichend Zufuhr von Mineralstoffen einen Diabets vermeiden?

Welche Bedeutung haben Spurenelemente bei der Vorbeugung einer Zuckerkrankheit?



Hintergrund

Hauptrisikofaktoren für die Entwicklung eines Diabetes mellitus Typ 2 sind neben dem Übergewicht ungesunde Ernährung und mangelnde Bewegung.
Weniger bekannt ist, dass auch eine hohe Zufuhr von Eisen oder eine unzureichende Versorgung mit Calcium das Diabetes-Risiko ansteigen lässt. 

Übersäuerung durch Ernährung - Bedeutet ein Säureüberschuss eine Gefahr für die Gesundheit?

 

Erhöhen säurebildende Lebensmittel das Risiko für Bluthochdruck, Diabetes mellitus und Nierensteine? – Was ist wissenschaftlich belegt?



Stellt eine hohe Säurelast aus der Ernährung einen Risikofaktor für Herz-Kreislauf-Erkrankungen dar?



Hintergrund

Der übermäßige Verzehr von Nahrungsmitteln, die zu einer Säurebelastung des Körpers beitragen (phosphor- und proteinreiche Lebensmittel) bei gleichzeitig geringer Zufuhr von Nahrungsmitteln, die zu Basen verstoffwechselt werden (kalium-, calcium- und magnesiumreiche Lebensmittel) führt zu einer Störung des Säure-Basen-Gleichgewichts. Wenn dieser Zustand über längere Zeit bestehen bleibt, kann sich besonders bei älteren Personen eine geringgradige metabolische Azidose (Übersäuerung des Blutes) entwickeln und zu metabolischen Störungen wie Nierensteinbildung, erhöhter Knochenresorption, verminderter Knochenmineraldichte und dem Verlust von Muskelmasse führen. Zudem erhöht diese Störung des Säure-Basen-Gleichgewichts das Risiko für chronische Krankheiten wie Diabetes mellitus und Bluthochdruck (17, 18, 20).

Übermäßig starkes Schwitzen – welche Behandlungsmöglichkeit gibt es?


Mehr als starkes Schwitzen: Hyperhidrose



Hintergrund

Übermäßiges Schwitzen kann zu einer Krankheit werden. In diesem Fall spricht man von Hyperhidrose. Bei dieser Störung produziert der Körper unabhängig von den Temperaturen in Räumen oder im Freien unkontrollierbar viel Schweiß. Gleichgültig, ob es warm oder kalt ist, unabhängig von der Tages- oder Jahreszeit berichten die Betroffenen über ein unverhältnismäßig starkes Schwitzen. Die Leidtragenden sind stetig auf Suche nach Möglichkeiten, das Schwitzen zu reduzieren.

Hyperhidrose ist ein relativ häufiges Problem, das ca. 2 % bis 3 % der Bevölkerung betrifft. Betroffene berichten beispielsweise über lokalisiertes Schwitzen an Händen, Füßen, Gesicht oder Unterarmen. Aber auch ein mehr generalisiertes Schwitzen an mehreren Stellen des Körpers kommt vor. In jedem Fall beklagen Menschen mit Hyperhidrose immer eine erhebliche Verminderung ihrer Lebensqualität.

Schwarzkümmel – welche gesundheitlichen Wirkungen sind belegt?



Auf dem Punkt gebracht:

Die Einnahme von Schwarzkümmel kann zu einer Blutdrucksenkung beitragen.

Auch eine Abnahme der Nüchtern-Blutzuckerspiegel bei Diabetes mellitus ist belegt. Darüber hinaus vermindert Schwarzkümmel die HbA1c-Spiegel als Hinweis auf eine verbesserte Blutzuckereinstellung. Die regelmäßige Einnahme von Schwarzkümmel kann zudem zu einer Verminderung des Gesamtcholesterins, der LDL- und der Triglycerid-Konzentrationen führen. Weiterhin sind schmerzlindernde und entzündungshemmende Wirkungen beschrieben. Möglicherweise weißt Schwarzkümmel eine Anti-Tumorwirkung auf. Es liegen Hinweise für eine Wirkung bei verschiedenen Krebsarten vor.

 

Hintergrund

Schwarzkümmel (Nigella sativa) wird in der Naturheilkunde bei Allergien, Neurodermitis und bei Asthma bronchial eingesetzt. Darüber hinaus wurden Behandlungserfolge bei der Behandlung der Psoriasis (Schuppenflechte) und bei der Stärkung des Immunsystems beschrieben. Auch Verdauungsprobleme und ein erhöhter Blutdruck lassen sich Studien zufolge möglicherweise durch Schwarzkümmelöl positiv beeinflussen.
Kontrollierte Untersuchungen weisen zudem auf eine Wirksamkeit von Schwarzkümmel bei der unterstützenden Behandlung von Krebs hin. In diesem Zusammenhang wurde auch über eine Verminderung von Nebenwirkungen im Rahmen der Chemotherapie berichtet.

Am besten untersucht sind die Wirkungen von Schwarzkümmel beim Diabetes mellitus Typ II. Ebenfalls gut untersucht ist der Einfluss von Schwarzkümmel auf den Blutdruck und auf den Cholesterinstoffwechsel.

Natürliche Antibiotika – Können Meerrettichwurzel und Kapuzinerkressenkraut bakterielle Infektionen günstig beeinflussen?

 

Sinusitis und Bronchitis – Lassen sich Infektionen der Nasennebenhöhlen und der Bronchien ausreichend mit Naturheilmitteln behandeln?



Hintergrund

In der Naturheilkunde wird Meerrettichwurzel (Armoraciae rusticanae radix) verwendet, um die Abwehrkräfte zu stärken und Erkältungskrankheiten vorzubeugen. Zubereitungen aus dem Kraut der Kapuzinerkresse (Tropaeoli majoris herba) werden traditionell zur Vorbeugung und Behandlung von Infektionen angewendet.

Leucin verringert den Muskelverlust durch Ruhigstellung



Erhalt von Muskelkraft und Muskelmasse trotz Ruhigstellung – Stellenwert der essentiellen Aminosäure Leucin



Hintergrund

Verletzungen führen typischerweise zu einem Aussetzen der körperlicher Aktivität oder sind zumindest mit einer Verringerung der sportlichen Aktivität verbunden. Schwere Verletzungen können zur Immobilisierung einer Extremität führen. Jüngste Untersuchungen deuten darauf hin, dass etwa die Hälfte der Verletzungen als so schwerwiegend anzusehen ist, das im Durchschnitt mehr als 3 Wochen Training verloren gehen.


Verlust an Muskelkraft und Muskelmasse durch Immobilisation

Ein signifikanter Muskelverlust ist bereits 5 Tage nach Immobilisation nachweisbar. Messungen am Muskel deuten darauf hin, dass Muskelgewebe bereits nach nur 36 Stunden Inaktivität verloren geht. Darüber hinaus beeinträchtigt die Immobilisierung die Sehnenstruktur und -funktion.
Typischerweise dauert das Wiedererlangen der vollen Funktion und die Rückkehr zum normalen Training länger als die Immobilisierungsphase (Tipton 2015).

Ernährungsmaßnahmen können erheblich Einfluss nehmen auf eine verletzungsbedingte Immobilisierung und Inaktivität. Die Ernährung kann dazu beitragen, dass ein Sportler schneller zur vollen Aktivität und zum Training zurückkehren kann.

Muskelschwund im Alter - Wie lässt sich der Muskelabbau bei älteren Menschen vermindern?


Der besondere Stellenwert von Leucin beim Erhalt von Muskelkraft und Muskelmasse im höheren Lebensalter



Hintergrund

Der Verlust an Muskelmasse im normalen Alterungsprozess liegt nach dem 40. Lebensjahr bei 3 % bis 8 % pro Dekade. Dieser Verlust beschleunigt sich nach dem 65. Lebensjahr. Der Verlust an Muskelkraft ist noch deutlich ausgeprägter als der Verlust an Muskelmasse. Der Kraftverlust in den oberen Extremitäten liegt bei 20 bis 40 % im Alter von 70 Jahren (Evans 1995).

Mit zunehmendem Lebensalter steigt der Anteil der Menschen die einen altersbedingten Muskelabbau bis hin zu einem Muskelschwund (Sarkopenie) entwickeln. Etwa 13 Prozent der 60- bis 70-Jährigen weist einen deutlichen Muskelabbau mit Verlust der Muskelmasse und Muskelkraft auf. Dieser Anteil steigt auf bis zu 50 Prozent in der Altersgruppe der über 80-Jährigen (Ispoglou 2016). 

Leucin unterstützt die Regeneration von Muskelverletzungen


Stellenwert einer Leucin-Supplementation im Sport

 

Hintergrund

Von allen Nährstoffen besitzt die Aminosäure Leucin die am stärksten ausgeprägte anabole Wirkung auf die Skelettmuskulatur. Leucin stimuliert die Muskel-Protein-Synthese und kann damit den Muskelaufbau fördern.

Yoga bei chronischen Rückenschmerzen



Hat Yoga einen günstigen Effekt auf die Schmerzen?

Vermindert Yoga die Bewegungseinschränkungen?



Hintergrund

Unspezifische Rückenschmerzen sind häufig, können die alltäglichen Aktivitäten deutlich einschränken und werden regelmäßige in Eigenregie und/oder mit nicht-verschreibungspflichtigen Medikamenten behandelt. Aktuelle Leitlinien sprechen sich für den Einsatz von Bewegungstherapie zur Vorbeugung und Behandlung von chronischen, unspezifischen Rückenschmerzen aus. Yoga wird als ein ganzheitliches Übungsprogramm verstanden, welches auf Körper, Geist und Seele wirkt. Yoga wird auch zur Behandlung von unspezifischen Schmerzen im unteren Rücken eingesetzt. Ziel dieses Beitrags ist die Bewertung der wissenschaftlichen Literatur zur Wirksamkeit von Yoga bei chronischen Rückenschmerzen.

Ist Hypnose wirksam zur Behandlung des Reizdarmsyndroms?

 

Kann eine regelmäßige Hypnose-Behandlung die Symptome beim Reizdarmsyndrom günstig beeinflussen?

In einer Metaanalyse wurde die Wirksamkeit der Hypnose bei Patienten mit Reizdarmsyndrom auf der Basis von 8 kontrollierten Studien mit zusammen 464 Patienten bewertet. In den Untersuchungen wurden im Mittel 8,5 Hypnose-Sitzungen (Median) über einen Zeitraum von im Mittel 12 Wochen durchgeführt.

Positive Wirkungen von Sauna – eine Senkung der Cholesterinspiegel ist möglich



Hat regelmäßiges Saunen einen günstigen Effekt auf den Fettstoffwechsel?

Immer wieder diskutiert wird die Frage, ob ein regelmäßiger Gang in die Sauna sich auch positiv auf den Fettstoffwechsel und insbesondere auf die Cholesterinspiegel im Blut auswirkt. Zu dieser Fragestellung liegen nur wenige kontrollierte Untersuchungen vor. 

Eine Studie an jungen Erwachsenen lieferte einen deutlichen Hinweis, dass eine regelmäßige Nutzung der Sauna (in der Studie: 10-mal in drei Wochen, jeweils drei Durchgänge, Temperatur 90°C) zu einer signifikanten Abnahme des Gesamt-Cholesterins und des LDL-Cholesterins beiträgt. Vorübergehend wurde auch eine Verminderung der Triglyceride und ein Anstieg beim HDL-Cholesterin beobachtet. In der Nachbeobachtungsphase zeigten sich jedoch Hinweise, dass dieser Benefit nach Ende der Sauna-Periode langsam über mehrere Wochen wieder verloren geht. Die Autoren vermuten, dass die Sauna einen vergleichbar günstigen Effekt auf das Lipidprofil ausübe wie eine moderate sportliche Betätigung (Gryka et al. 2014). 

Zu vergleichbaren Ergebnissen kommt eine Studie an 20 gesunden, jungen Frauen, bei denen nach 7 Sauna-Tagen in einem Zeitraum von 2 Wochen ebenfalls eine Reduktion des Gesamt-Cholesterins, des LDL-Cholesterins und der Triglyceride dokumentiert werden konnte (Pilch et al. 2010).

Positive Wirkungen von Sauna – Schutz vor Herz-Kreislauf-Erkrankungen?


In einer großen Studie in Finnland wurde über einen Zeitraum von 20 Jahren untersucht, ob ein regelmäßiger Sauna-Besuch Einfluss auf die Sterblichkeit aufgrund von Herz-Kreislauf-Erkrankungen hat bzw. insgesamt die Sterblichkeit beeinflusst.

Die 2.315 Teilnehmer wurden unterteilt, je nachdem, wie häufig sie pro Woche in die Sauna gingen (1-mal, 2- bis 3-mal oder 4- bis 7-mal). Als Ergebnis zeigte sich, je häufiger die Sauna besucht wurde, desto geringer war das Risiko für einen plötzlichen Herztod, den durch KHK-bedingten Herztod oder den Tod aufgrund jeglicher Ursache (Laukkanen 2015).

Vermindert regelmäßiges Saunen das Risiko für eine Demenz-Erkrankung?


In einer weiteren Analyse konnte auch ein positiver Effekt von Sauna-Besuchen auf das Risiko an einer Demenz oder einem M. Alzheimer zu erkranken nachgewiesen werden. Die Daten deuten darauf hin, dass ein 2- bis 3-mal wöchtlicher Gang in die Sauna das Risiko für eine Demenz um 22 % vermindert im Vergleich zu einem nur einmal wöchtlichen Sauna-Besuch. Noch deutlicher war die Risikominderung bei den Personen, die 4- bis 7-mal pro Woche die klassische (finnische) Sauna besuchten (-66 %) (Laukkanen 2016). Eine ähnliche Risikominderung konnte für die Alzheimer-Erkrankung dokumentiert werden.

Sauna - Welchen Einfluss hat regelmäßiges Saunen auf den Blutdruck?

Wirkt regelmäßiges Saunen günstig bei Bluthochdruck?



Hintergrund

Die traditionelle Sauna (finnnische Sauna) verwenden entweder Holzöfen oder 220-V-Heizungen, um die Luft auf etwa 85 ° C zu erhitzen, was dann die Insassen, hauptsächlich über Konvektion, erwärmt.
Weit-Infrarot-Saunen (Infrarotwärmekabinen) erwärmen den Körper nicht über heiße Raumluft, wie z. B. bei einer finnischen Sauna, sondern über Infrarotstrahlung, die von Infrarotstrahlern erzeugt wird. Sie nutzen 120-V-Infrarot-Elemente, ähnlich den Infrarotwärmern auf Neugeborenen-Intensivstationen, um Wärme mit einer Wellenlänge von etwa 10 μm auszustrahlen.


Die Wirkung der traditionellen Sauna (finnnische Sauna) auf den Blutdruck

Bei 16 Patienten mit unbehandelter Hypertonie (8 Personen mit milder Hyertonie, 8 Personen mit hoch-normalen Blutdruckwerten) wurden die Auswirkungen von Sauna allein oder von Sauna in Verbindung mit einem Sportprogramm (30 Min. Fahrradergometer) auf den Blutdruck untersucht. In dieser Untersuchung gelang der Nachweis, dass ein Sportprogramm mit anschließender Sauna zu einer signifikanten Abnahme eines hoch-normalen oder leicht erhöhten Blutdrucks tagsüber und des systolischen Blutdrucks in der 24-Stunden-Blutdruckmessung führte, während die Sauna alleine keine signifikante Auswirkung auf den Blutdruck (24-Stunden-Messung) hatte (Gayda 2012). Die Blutdruckabnahme war 15 Minunten nach Abschluss der Sauna nachweisbar. Im Vergleich zur Kontrolgruppe lag der systolische Blutdruck zwei Stunden nach der Sauna sowohl in der nur Sauna-Gruppe als auch in der Gruppe mit der Kombination aus Sportprogramm und Sauna niedriger. Keine Unterschiede wurden beim diastolischen Blutdruck im Vergleich zur Kontrollgruppe beobachtet. In dieser Studie wurden nur die Wirkungen eines einaligen Saunabesuchs untersucht (Gayda 2012), die Wirkungen von regelmäßigen Sauna-Besuchen könnten von diesen Ergebnissen abweichen.

Ist Akupunktur wirksam bei Alkoholabhängigkeit?


Welche nicht-medikamentöse Behandlung vermindert das Verlangen nach Alkohol?

 

Alkoholabhängigkeit – Lassen sich Entzugssymptome durch Akupunktur reduzieren?



Hintergrund

Ungefähr 3,3 Millionen Todesfälle weltweit werden der Alkoholabhängigkeit jedes Jahr zugeschrieben. Die Prävalenz der Alkoholabhängigkeit in UK wurde im Jahr 2010 auf 5,9 % der Bevölkerung (8,7 % der Männer und 3,2 % der Frauen) geschätzt, verglichen mit ca. 4% in Europa.
Ein abhängiger Trinker, der aufhört zu trinken, erlebt ein Alkoholentzugssyndrom; Ist dies ein unangenehmer, manchmal auch lebensbedrohlicher Zustand mit Symptomen, die in ihrer Schwere variieren: Zittern, Agitation, Schwitzen, Fieber, Übelkeit und Krämpfe. Diese Symptome treten typischerweise innerhalb der ersten 24 Stunden nach Beendigung des Trinkens auf und können über Wochen andauern.

Studien zur Wirksamkeit der Akupunktur

In einer aktuellen Übersichtsarbeit und Metaanalyse wurden die bisher veröffentlichten Studiendaten dahingehend geprüft, ob die Akupunktur eine Alkoholabhängigkeit günstig beeinflusst. Es wurde u.a. untersucht, inwieweit die Akupunktur das Verlangen nach Alkohol und die Entzugssymptome vermindert. 

Fruchtzucker – Schadet Fructose der Gesundheit?

 

Krank durch Fructose?

• Erhöhte Fructose das Risiko von Übergewicht?

• Stimuliert Fructose die Bildung von Fettgewebe?

• Verursacht ein hoher Fructosekonsum eine Fettleber?

• Erhöht Fructose die Triglyceridspiegel im Blut?

• Steigt das LDL-Cholesterin unter einer fructosereichen Ernährung an?

• Begünstigt die regelmäßige Fructosezufuhr die Entstehung eines Diabetes mellitus?



Hintergrund

Ein wesentlicher Anteil der Forschung zur Wirkung von Zucker in der Ernährung konzentriert sich derzeit auf Fructose/Fruktose, insbesondere vor dem Hintergrund des auffällig parallelen Anstiegs der Adipositas-Häufigkeit und der Zunahme der Fructoseaufnahme. 

Der folgende Beitrag fasst den aktuellen Wissensstand zur gesundheitlichen Wirkung von Fructose basierend auf einer Literaturrecherche zusammen. Nicht Gegenstand dieses Beitrages sind Störungen der Fructoseaufnahme im Darm (Fructosemalabsorption) oder des Fructose-Stoffwechsels in der Leber, die zu klar definierten Krankheitssymptomen führen. Im Mittelpunkt dieser Übersichtsarbeit stehen mögliche langfristige Nebenwirkungen der Fructoseaufnahme im Rahmen der täglichen Ernährung.

Bitterorangen-Extrakte mit p-Synephrin zur Unterstützung der Gewichtsreduktion


Hintergrund

Zahlreiche Nahrungsergänzungs- und Schlankheitsmittel enthalten als Wirksubstanz p-Synephrin. Medienberichten zufolge soll dieser Wirkstoff die Fettverbrennung stimulieren und damit die Voraussetzungen schaffen, Körperfett leichter abzubauen.
Der folgende Beitrag basiert auf einer Literaturrecherche zur Wirkung von p-Synephrin. Dabei wurden publizierte klinische Studien zur Wirksamkeit von p-Synephrin zur Gewichtsreduktion analysiert.


Citrus aurantium

Bitterorangen-Extrakte (Citrus aurantium-Extrakte) und sein primärer Bestandteil p-Synephrin werden weitverbreitet zur Gewichtsreduktion und als Mittel zur Erhöhung der Thermogenese eingesetzt. P-Synephrin wird auch zur Leistungsbeeinflussung im Sport angewendet. Intensiv diskutiert wird in diesem Zusammenhang die Zunahme der Fettverbrennung unter der Einnahme von p-Synephrin.


Wirkmechanismus von p-Synephrin

Basierend auf früheren Rezeptorbindungsuntersuchungen war angenommen worden, dass p-Synephrin in erster Linie als Agonist am Beta-3-adrenergen Rezeptor wirkt, was zu einer erhöhten Thermogenese und Lipolyse führt.

Neuere Untersuchungen zum Wirkmechanismus von p-Synephrin liefern Hinweise auf einen Angriffspunkt im zentralen Nervensystem. Demnach wirkt p-Synephrin als Agonist auf einen Rezeptor (Neuromedin U2 Rezeptor) im Hypothalamus. Über diesen Rezeptor werden wichtige physiologische Funktionen, einschließlich der Nahrungsaufnahme, Energiebilanz, Stressreaktion und Schmerzempfinden moduliert (Zheng et al. 2014).


Studien zur Wirkung von p-Synephrin

In einer Übersichtsarbeit aus dem Jahre 2012 wurden alle bis dahin veröffentlichten sowie unveröffentlichten klinische Untersuchungen am Menschen zusammengefasst, die Citrus aurantium (Bitterorangen)-Extrakt und p-Synephrin beinhalten (Stohs et al. 2012). Aus diesen Daten lassen sich Informationen zur Bewertung der Sicherheit und Wirksamkeit dieser weit verbreiteten Produkte ableiten. Analysiert wurden die Ergebnisse von über 20 Studien mit insgesamt rund 360 Probanden, in denen p-Synephrin alleine oder in Kombination mit anderen Wirkstoffen anwendet wurde. Über 50 % der an diesen Studien beteiligten Probanden waren übergewichtig und ca. zwei Drittel dieser übergewichtigen Personen konsumierten zusätzlich zu p-Synephrin noch Koffein (132 - 528 mg / Tag). P-Synephrin wurde dabei in Dosierungen von 10 bis 53 mg pro Tag angewendet. Die Anwendungsdauer der Bitterorange / p-Synephrin enthaltenden Produkte lag bei bis zu 12 Wochen. Etwa 44 % der Probanden nahmen nur ein Bitterorange / p-Synephrinprodukt ein, während der Rest Kombinationsprodukte mit anderen Wirkstoffen anwendeten.

P-Synephrin – Welche Wirkungen hat p-Synephrin auf den Energiestoffwechsel und die Leistungsfähigkeit im Sport?



Einfluss von p-Synephrin auf die Leistungsfähigkeit im Sprint

Im Rahmen des Anti-Doping Monitoring-Programms wurde die Substanz p-Synephrin auf ihre leistungsfördernde (ergogene) Eigenschaft hin untersucht. Geprüft wurde der Einfluss von 3 mg p-Synephrin pro kg Körpergewicht auf die Lauf- und Sprungleistung von Sprintern. Im Ergebnis zeigten sich keine Hinweise auf einen leistungssteigernden Effekt durch die einmalige Einnahme von p-Synephrin (Gutiérrez-Hellín et al. 2016).


p-Synephrin zur Stimulation der Fettverbrennung im Ausdauersport

In vielen Ausdauersportarten ist es das Ziel einen möglichst hohen Anteil der Energiebereitstellung über Fett zu erreichen, um die körpereigenen Glykogenreserven zu schonen. Im Training gelingt das durch längere Belastungseinheiten mit niedriger Belastungsintensität. Bisherige Untersuchungen deuten darauf hin, dass p-Synephrin die Fettverbrennung stimulieren kann.

In einer Doppelblindstudie wurde an 18 Probanden auf dem Fahrrad-Ergometer geprüft, ob die einmalige Anwendung von 3 mg p-Synephrin pro kg Körpergewicht (210 mg p-Synephrin bei einer 70 kg schweren Person) die Fettverbrennung beeinflusst. In einer Stufenbelastung (Steigerung um 25 Watt alle 3 Min.) wurden die Proband in zwei Testdurchgängen bis zur maximalen Ermüdung belastet. Ergebnis: Unter der Einnahme von p-Synephrin erhöhte sich der Anteil der Fettverbrennung am Gesamt-Energieumsatz signifikant. Die maximale Rate der Fettverbrennung lag unter p-Synephrin signifikant höher und die Kohlenhydratverbrennung entsprechend geringer. Dieser Stoffewechseleffekt wurde bei leichter bis mäßiger Belastungsintensität erreicht. Bemerkenswert war die Tatsache, dass die Belastungsintensität, bei der die maximale Fett-Oxidation erreicht wurde (55,8 % vs. 56,7 %) sich nicht signifikant zwischen den Versuchen unterschied (Gutiérrez-Hellín et al 2016).

Ob diese Wirkung sich positiv auf die Leistungsfähigkeit in Ausdauersportarten auswirkt ist bisher unzureichend untersucht.
Bisherige Untersuchungen bezogen sich auf die kombinierte Anwendung von p-Synephrin mit Coffein. Da für Coffein ein leistungssteigernder Effekt nicht ausgeschlossen werden kann, wäre die alleinige Prüfung von p-Synephrin z.B. im Marathonlauf oder im Triathlon sinnvoll, um einen leistungsbeeinflussenden Effekt zu untersuchen.


Einfluss von p-Synephrin auf den Energiestoffwechsel und die Leistungsfähigkeit beim Krafttraining

In einer Untersuchung bei 12 Kraftsportlern konnte wärend eines Krafttrainings keine Veränderung in der Energiebereitstellung unter p-Synephrin beobachtet werden. Jedoch zeigte sich in dieser Untersuchung eine Zunahme der Fettverbrennung 30 Minuten nach Abschluss des Trainings (Ratamess et al. 2016).

Die bisher einzige Untersuchung mit einem Hinweis auf eine Leistungssteigerung unter Synephrin bezieht sich auf Kraftsportler. In einer Doppelblindstudie an 12 Probanden konnte unter der Einnahme von 100 mg p-Synephrin eine Zunahme der Wiederholungszahl, der Kraft und der Bewegungsgeschwindigkeit während des Krafttrainings (10 Wiederholungen mit 80 % der max. Kraft) beobachtet werden (Ratamess et al. 2015).


Sicherheit und Verträglichkeit von p-Synephrin

In einer Doppelblindstudie an 18 gesunden Probanden wurden die Verträglichkeit und der Einfluss von p-Synephrin auf unterschiedliche Gesundheits-Parameter geprüft. Unter der einmaligen Gabe von 49 mg p-Synephrin wurden keine signifikanten Veränderungen im EKG, beim Blutdruck, der Herzfrequenz und anderen Blutparametern beobachet (Shara et al. 2016).

E-Zigaretten zum Rauch-Stopp – Helfen elektrische Zigaretten, eine Abstinenz vom Rauchen zu erreichen?



Tabakentwöhnung – Unterstützen elektrische Zigaretten den Rauchverzicht?



Hintergrund

Elektrische Zigaretten (E-Zigaretten) sind elektronische Vorrichtungen, die eine Flüssigkeit erhitzen und in ein Aerosol überführen. Die Flüssigkeit (Liquid) enthält üblicherweise Propylenglycol (Lebensmittelzusatzstoff E 1520) und Glycerin (Lebensmittelzusatzstoff E 422), mit oder ohne Nikotin und Geschmacksstoffen.

Aus den derzeit bekannten Daten lässt sich ableiten, dass das Benutzen von elektrischen Zigaretten eine weniger schädliche Form der Nikotinsucht ist. Bei Rauchern, die von Tabakrauch auf elektrische Zigaretten wechseln, sind erheblich weniger Gesundheitsschäden zu befürchten. Das ist besonders auf die fehlenden Verbrennungsgase und das Fehlen von krebserregenden Stoffen, wie Formaldehyd, zurückzuführen.

Die nikotinfreie Flüssigkeit (Liquid) hat identische Inhaltsstoffe wie die in Clubs und Diskotheken seit Jahren unbeanstandet genutzten Inhaltsstoffe von Nebelmaschinen.

Bei der Nutzung einer nikotinhaltigen E-Zigarette anstelle von Tabakzigaretten besteht jedoch die Gefahr, dass die körperliche Abhängigkeit aufrecht erhalten bleibt. Außerdem werden die vom Rauchen gewohnten Rituale und Gewohnheiten oftmals beibehalten.

E-Zigaretten sind umstritten. Einige Experten empfehlen, den E-Zigaretten-Gebrauch einzuschränken oder zu verbieten, zum einen wegen der Gefahr einer möglichen langfristigen Zunahme des Tabakzigarettenkonsums (Verringerung der Motivation vollständig aufzuhören; als Einfallstor für Nichtraucher, mit dem Rauchen zu beginnen oder Erhöhung der gesellschaftlichen Akzeptanz des Rauchens), zum anderen wegen der Bedenken über mögliche langfristige Schäden, die sich aus der Inhalation von Propylenglycol ergeben. Auch die Qualität der Inhalationslösung bereitet Sorgen (Nachfüllpackungen können toxische Stoffe enthalten und bei Kindern ggf. Nikotinvergiftung verursachen). Auch mögliche Risiken einer passiven Inhalation durch Unbeteiligte („Passivrauchen“) in Innenräumen werden diskutiert.
Im Gegensatz dazu befürworten andere Experten die E-Zigaretten als das Herzstück einer Strategie zur Schadensminderung des Rauchens (weil attraktiver und billiger als viele andere Nikotinersatztherapien, Erleichterung der Raucherentwöhnung oder Abstinenz, Reduktion des täglichen Zigarettenkonsums). Weiter gäbe es bisher keine Hinweise für Risiken durch eine unerwünschte Aufnahme durch Nichtraucher. E-Zigaretten weisen zudem nur einen Bruchteil der Risiken von Tabakzigaretten auf (die getesteten Flüssigkeiten und Aerosole enthalten vernachlässigbare Konzentrationen von Toxinen und krebserzeugenden Substanzen, und die Verwendung von Nikotin ohne die Tabak-Noxen stellt ein deutlich geringeres Risiko für die Mehrheit der Bevölkerung da).

Es besteht allgemeiner Konsens, dass die gegenwärtige Evidenz zur E-Zigarette unzureichend ist und dass Langzeit-Daten aus kontrollierten Studien zur Sicherheit und Wirksamkeit zwingend benötigt werden.

Thrombose-Risiko auf Langstreckenflügen – Vermindern Kompressionsstrümpfe das Risiko von Beinvenenthrombosen?


Langes Sitzen im Flugzeug kann das Risiko von tiefen Venenthrombosen erhöhen. Es wird daher diskutiert, ob das Tragen von Kompressionsstrümpfen während des Fluges dieses Risiko verringern könnte. 

In einer Cochrane-Übersichtsarbeit wurden bisher publizierte Studien dahingehend analysiert, ob das Tragen von Kompressionsstrümpfen bei Menschen auf Flugreisen mit einer Dauer von mindestens vier Stunden Thrombosen vorbeugen kann. Elf randomisierten Studien (n = 2.906) wurden in dieser Analyse berücksichtigt.

Ergebnisse

Alle Flüge hatte eine Dauer von mehr als fünf Stunden. 50 von 2.637 Teilnehmern entwickelten während des Fluges eine tiefe Beinvenenthrombose; drei trugen Kompressionsstrümpfe, 47 trugen keine. Das Risiko einer tiefen Beinvenenthrombose konnte den Daten zufolge durch Kompressionsstrümpfe um 90 % verringert werden (Odds Ratio (OR) 0,10). 16 von 1.804 Menschen entwickelten oberflächliche Venenthrombosen, 4 trugen Strümpfe, 12 nicht. Das Risiko einer oberflächlichen Venenthrombose konnte durch das Tragen von Kompressionsstrümpfen um 55 % vermindert werden (OR 0,45). Das Tragen von Kompressionsstrümpfen führte zudem zu einer signifikant geringeren Ausprägung von Ödemen (Clarke et al. 2016).

Fazit

Es gibt qualitativ hochwertige Studiendaten, die belegen, dass Fluggäste, die Kompressionsstrümpfe bei Langstreckenflügen tragen ein deutlich geringeres Risiko von Thrombosen aufweisen. Darüber hinaus deuten die Studiendaten auf eine Verminderung von Ödemen hin.

Kann durch eine Vitamin-D-Gabe eine Schmerzreduktion erreicht werden? Wirkt Vitamin D schmerzlindernd?

Wirkung von Vitamin D auf den Schmerz

In einer Metaanalyse von 19 Studien mit zusammen 3.436 Teilnehmern wurde geprüft, ob eine Vitamin-D-Supplementation zu einer Verminderung von Schmerzen beiträgt. Im Vergleich zur Placebo-Gabe konnte in 8 Studien eine signifikante Abnahme des Schmerz-Scores unter Vitamin-D-Gabe dokumentiert werden. Die Ausprägung der Schmerzreduktion war jedoch nicht sehr ausgeprägt. Unklar bleibt, welchen Einfluss der Ausgangswert der Vitamin-D-Spiegel auf die schmerzlindernde Wirkung von Vitamin D hat. Auch die notwendige Dosis von Vitamin D zur Schmerzsenkung ist bisher nicht genau bekannt (Wu Z et al. 2016). 
Insgesamt kommen die Autoren zu dem Ergebnis, dass Vitamin D bei chronischen Schmerzen zu einer Schmerzabnahme führen kann und damit als ein sinnvoller Bestandteil einer Schmerztherapie angesehen werden sollte.

Kann durch Vitamin D eine Blutdrucksenkung erreicht werden? Wirkt Vitamin D antihypertensiv?

 

Hat Vitamin D einen Einfluss auf den Blutdruck?

In einer Übersichtsarbeit wurde im Jahre 2015 die blutdrucksenkende Wirkung von Vitamin D bewertet. Nach Auswertung von 46 Studien mit zusammen 4541 Teilnehmern kommen die Autoren zu dem Ergebnis, dass weder der systolische noch der diastolische Blutdruck durch eine Vitamin-D-Supplementierung signifikant vermindert werden kann. Auch eine Subgruppenanalyse ergab keine Hinweise auf besondere Ausgangswerte, durch die sich ein günstiges Ansprechen auf Vitamin D vorhersagen ließe. Demnach sei Vitamin D als Antihypertensivum ungeeignet (Beveridge LA, et al. 2015). 

Wirkt Melatonin bei Bluthochdruck, Epilepsie, Tinnitus und Depression?

 

Melatonin hat einen positiven Effekt bei Schichtarbeit, wirkt aber nicht bei Tinitus und Depression

 

Hintergrund

Während die Wirksamkeit von Melatonin bei Schlafstörungen, insbesondere im Zusammenhang mit einem Jetlag gut belegt ist, gibt es weitere mögliche Anwendungsgebiete von Melatonin, für die bisher überzeugende Wirksamkeitsnachweise fehlen. Im Folgenden wird die Studienlage zur Wirksamkeit von Melatonin u.a. zu Behandlung von Bluthochdruck, Epilepsie, Tinnitus und Depression dargestellt und bewertet. Darüber hinaus wird die Wirkung von Melatonin bei Schlaf-Wach-Störungen als Folge von Schichtarbeit und bei der Behandlung einer Abhängigkeit von Benzodiazepinen analysiert. Erste Daten deuten zudem darauf hin, dass Melatonin sich günstig auf bestimmte Formen des Übergewichts bzw. der Adipositas auswirken könnte.


Wirkt Melatonin bei allgemeinen Schlafstörungen?


Verkürzt Melatonin die Zeit bis zum Einschlafen?

Verbessert Melatonin die Schlafqualität?

 

Hintergrund

Melatonin ist eine natürliche Substanz mit Neurotransmitter-ähnlichen Eigenschaften, die von der Zirbeldrüse (Epiphyse) produziert wird. Dieser Wirkstoff ist in zahlreiche biologische Funktionen und physiologische Abläufe des Körpers eingebunden. Durch die Melatonin-Freisetzung steuert die Zirbeldrüse die innere Uhr und regelt damit die natürlichen Rhythmen von Körperfunktionen. Die Melatoninsynthese wird durch Dunkelheit aktiviert und unter Lichteinfluss gehemmt. Die Freisetzung von Melatonin folgt einem zirkadianen (circa: ungefähr; dias: ein Tag) Rhythmus als Reaktion auf Veränderungen beim Tageslicht.

Melatonin gegen Jetlag – Ist Melatonin wirksam zur Vorbeugung von Symptomen eines Jetlags?



Hilft Melatonin die Zeitverschiebung bei Fernreisen erträglich zu machen?



Hintergrund

Die Symptome des Jetlags bestehen in der Regel aus Tagesmüdigkeit, Schlaflosigkeit und Stimmungsschwankungen, können aber auch mit verminderter geistiger Leistungsfähigkeit verbunden sein.
Pro Stunde Zeitverschiebung muss man mit bis zu einem Tag rechnen, bis sich der Körper wieder angepasst hat. Das bedeutet: Bei einer Zeitverschiebung von sieben Stunden kann die vollständige Anpassung bis zu sieben Tage dauern.

Coenzym Q10 – Update zur Wirksamkeit

 

Bei welchen Erkrankungen ist eine Coenzym Q10-Einnahme wirksam?

 

Bei welchen Erkrankungen hat sich eine Coenzym Q10-Supplementation als unwirksam erwiesen?



Einführung

Der zentrale Stellenwert, den Coenzym Q10 im Energiestoffwechsel des Menschen einnimmt, erklärt das große Interesse an dieser körpereigenen Substanz. Es gibt kaum eine Erkrankung oder Funktionsstörung im menschlichen Körper, die theoretischen Überlegungen zufolge nicht durch einen Mangel an Coenzym Q10 beeinflusst wird. 

Weitere Details zur Wirkung von Coenzym Q10: 

Coenzym Q10 – Wirksam oder unwirksam?


 
In jüngster Zeit ist eine Vielzahl neuer klinischer Untersuchungen zur Wirksamkeit von Coenzym Q10 bei den unterschiedlichsten Erkrankungen veröffentlicht worden. Der folgende Übersichtsbeitrag fasst die Ergebnisse dieser Studien zusammen. Die Wirkung von Coenzym Q10 auf die folgenden Erkrankungen wird dabei diskutiert: 

Bluthochdruck, Hypercholesterinämie, Diabetes mellitus, Herzinsuffizienz, Parkinson-Erkrankung, Metabolisches Syndrom, Fibromyalgie, Chronisches Erschöpfungssyndrom, Muskelschmerzen, Migräne-Kopfschmerz, Nichtalkoholische Fettlebererkrankung, Multiple Sklerose, Vorhofflimmern und Demenz.

Chia - Haben Chia-Samen einen positiven Einfluss auf die Gesundheit?



• Welche Wirkungen von Chia-Samen sind belegt?

• Wie wirksam sind Chia-Samen zur Blutdrucksenkung?

• Vermindert die regelmäßige Einnahme von Chia-Samen
  das Körpergewicht?

• Welche Wirkung haben Chia-Samen auf den Blutzucker
  und die Cholesterinspiegel?



Chia


Chia (Salvia hispanica) ist eine Pflanzenart aus der Gattung der Salbei. Chia gilt wie Amarant, Buchweizen und Quinoa als Pseudogetreide, das heißt, es kann ähnlich wie Getreide verwendet werden.
Die Verwendung von Chia-Samen in der Ernährung hat seinen Ursprung in Ländern wie Guatemala, Mexiko und Kolumbien. In der Ernährung der einheimischen Azteken wurden sie, integriert in einer Reihe von Lebensmitteln, als eine Energiequelle verwendet.


Inhaltsstoffe

Der Lipidgehalt in Chia-Samen variiert zwischen 25 % und 40 %, wobei Alpha-Linolensäure (Omega-3) etwa 60 % und Linolsäure (Omega-6) gut 20 % der Gesamtlipide ausmachen. Wenn das Öl aus der Chiasamen extrahiert wurde, verbleibt, ist eine signifikante Menge an Ballaststoffen (33.9 g / 100 g) und Proteinen (17 g / 100 g). Von den Ballaststoffen besteht der größte Anteil aus unlöslichen Ballaststoffen, die eine Rolle bei der Sättigung und der normalen Darmfunktion spielen. Chia-Samen sind reich an Magnesium und phenolischen Verbindungen (hauptsächlich Quercetin und Kaempferol), Chiasamen besitzen eine hohe antioxidative Kapazität. Der relative hohe Calcium- und Kaliumgehalt könnte sich günstig auf die Blutdruckkontrolle auswirken (De Souza et al. 2015).

Chia-Samen enthalten die essenzielle, mehrfach ungesättigte Fettsäure Alpha-Linolensäure. Alpha-Linolensäure zählt zu den Omega-3-Fettsäuren, diese stammen im Wesentlichen aus zwei Quellen: Pflanzen und Fisch. Pflanzliche Öle aus Walnüssen, Leinsamen, Raps und Chia-Samen enthalten Linolensäure, die eine metabolische Vorstufe der sehr-langkettigen Omega-3-Fettsäuren Eicosapentaensäure (EPA) und Docosahexaensäure (DHA) ist. Das heißt, im menschlichen Körper muss die Alpha-Linolensäure erst in die noch wirksameren Eicosapentaensäure (EPA) und Docosahexaensäure (DHA) umgewandelt werden.

Muskelschmerzen bei der Behandlung mit Cholesterinsenkern – Simvastatin, Fluvastatin, Pravastatin, Atorvastatin – Lassen sich diese Nebenwirkungen verhindern?

 

Muskelbeschwerden als Nebenwirkung einer Simvastatin-Behandlung

Werden Muskelprobleme beim Sport durch Statine verursacht?



In diesem Beitrag werden folgende Fragen beantwortet:

• Wie häufig sind Muskelschmerzen, Muskelschwäche oder Muskelschäden als Nebenwirkungen einer Behandlung mit Statinen?
• Gibt es Unterschiede in der Häufigkeit von Nebenwirkungen unter den Statinen?
• Beeinträchtigen Cholesterinsenker, wie Simvastatin oder Lovastatin die Leistungsfähigkeit im Sport?
• Verursachen Statine einen Muskelkater oder Muskelschmerzen nach dem Training?
• Welche Möglichkeiten gibt es, den Nebenwirkungen „Muskelschmerz“ oder Muskelschwäche vorzubeugen?
• Vermindern Coenzym Q10 oder L-Carnitin die Statin-assoziierten Muskelbeschwerden?


Welche Wirkung haben Lebensstil-Änderungen auf den Blutdruck?



Führen Lebensstil-Änderungen zu einer relevanten Blutdruckabnahme?



Hintergrund

Lebensstil-Änderungen werden als alleinige Behandlung empfohlen, wenn der Blutdruck wiederholt höher als 120/80 mmHg, aber niedriger als 140/90 mmHg (prä-Hypertonie) gemessen wird. Bei Blutdruckwerten von größer/gleich 140/90 mmHg (Hypertonie Stadium I oder II) wird eine Lebensstil-Änderung als eine ergänzende Maßnahme zur medikamentösen Therapie empfohlen. Der erste Schritt der Behandlung hoher Blutdruckwerte ist demnach eine Veränderung von Lebensstil-Risikofaktoren. Empfohlen werden eine Gewichtsreduktion bei Übergewicht, eine Zunahme körperlicher Aktivität und ein erhöhter Anteil von Obst und Gemüse in der Ernährung, bei gleichzeitig weniger Salz, weniger Fett, insbesondere weniger gesättigten Fettsäuren und darüber hinaus ein gemäßigter Umgang mit Alkohol. Zu den Lebensstil-Änderungen zählt aber auch eine Verminderung von z.B. beruflichem Stress.

Durch eine Änderung der Lebensweise lässt sich die Höhe des Blutdrucks wesentlich beeinflussen. Zu den Maßnahmen, die in Studien die größte Wirkung auf den Blutdruck gezeigt haben, zählen: eine Gewichtsreduktion, eine Erhöhung der körperlichen Aktivität, eine Ernährungsumstellung, u.a. mit einer Verminderung der Kochsalzaufnahme und eine Reduktion des Alkoholkonsums. Gegenstand des folgenden Übersichtsbeitrags sind Antworten auf Fragen, wie z.B.: In welchem Ausmaß kann jede einzelne dieser Maßnahmen den Blutdruck senken? Gibt es einen additiven oder sogar synergistischen Effekt einzelner Maßnahmen? Wie relevant im Vergleich zur medikamentösen Therapie sind Lebensstil-Änderungen?

Sport und Blutdruck - Senkt regelmäßiger Sport den Blutdruck?



Welche Auswirkung hat eine erhöhte körperliche Aktivität auf den Blutdruck?

Eine Metaanalyse zur Wirkung von Ausdauersport auf den Blutdruck kommt zu dem Ergebnis, dass durchschnittlich eine Blutdrucksenkung von etwa -5/-3 mmHg (systol./diastol.) erreicht werden kann (5). Diese Wirkung war unabhängig von einem möglichen Gewichtsverlust durch sportliche Aktivität. Andere Autoren bestätigen diese Ergebnisse und beschreiben eine vergleichbare Blutdruckabnahme durch die Aufnahme sportlicher Aktivität. Sport in einem Umfang von 30 Min. pro Tag (Walking oder andere Ausdaueraktivitäten) kann demnach den systolischen Blutdruck um etwa -4 bis -9 mmHg senken (1).

Stress und Bluthochdruck – Welche Auswirkungen auf den Blutdruck hat beruflicher Stress?



Psychosozialer Stress im Job und die Folgen für den Blutdruck

Beruflicher Stress erhöht den Blutdruck. Untersuchungen belegen einen um ca. 4 mmHg höheren systolischen Blutdruck während der Arbeit im Vergleich zur Freizeit. Die 24-Stunden-Blutdruckwerte waren an Nicht-Arbeitstagen höher als an Arbeitstagen (3).
Aus verschieden Untersuchungen ist bekannt, dass z.B. bei Busfahrern eine Erhöhung der täglichen Fahrzeiten mit einem Anstieg beim diastolischen Blutdruck verbunden war (1).

Auch eine Dosis-Wirkungsbeziehung kann als gesichert gelten: Je höher der Stress, desto stärker der Blutdruckanstieg (6,7 – 11,5 mmHg Zunahme des systolische Blutdrucks je nach Schwere des Stresses)(7).

Eine Verminderung von Stress im Job führt einer Untersuchung zufolge zu einer Blutdrucksenkung bei der Arbeit (-5,3/-3,2 mmHg) und in der Freizeit (-4,7/-3,3 mmHg, systol./diastol.) (7).