Welche Wirkung haben Lebensstil-Änderungen auf den Blutdruck?



Führen Lebensstil-Änderungen zu einer relevanten Blutdruckabnahme?



Hintergrund

Lebensstil-Änderungen werden als alleinige Behandlung empfohlen, wenn der Blutdruck wiederholt höher als 120/80 mmHg, aber niedriger als 140/90 mmHg (prä-Hypertonie) gemessen wird. Bei Blutdruckwerten von größer/gleich 140/90 mmHg (Hypertonie Stadium I oder II) wird eine Lebensstil-Änderung als eine ergänzende Maßnahme zur medikamentösen Therapie empfohlen. Der erste Schritt der Behandlung hoher Blutdruckwerte ist demnach eine Veränderung von Lebensstil-Risikofaktoren. Empfohlen werden eine Gewichtsreduktion bei Übergewicht, eine Zunahme körperlicher Aktivität und ein erhöhter Anteil von Obst und Gemüse in der Ernährung, bei gleichzeitig weniger Salz, weniger Fett, insbesondere weniger gesättigten Fettsäuren und darüber hinaus ein gemäßigter Umgang mit Alkohol. Zu den Lebensstil-Änderungen zählt aber auch eine Verminderung von z.B. beruflichem Stress.

Durch eine Änderung der Lebensweise lässt sich die Höhe des Blutdrucks wesentlich beeinflussen. Zu den Maßnahmen, die in Studien die größte Wirkung auf den Blutdruck gezeigt haben, zählen: eine Gewichtsreduktion, eine Erhöhung der körperlichen Aktivität, eine Ernährungsumstellung, u.a. mit einer Verminderung der Kochsalzaufnahme und eine Reduktion des Alkoholkonsums. Gegenstand des folgenden Übersichtsbeitrags sind Antworten auf Fragen, wie z.B.: In welchem Ausmaß kann jede einzelne dieser Maßnahmen den Blutdruck senken? Gibt es einen additiven oder sogar synergistischen Effekt einzelner Maßnahmen? Wie relevant im Vergleich zur medikamentösen Therapie sind Lebensstil-Änderungen?

Sport und Blutdruck - Senkt regelmäßiger Sport den Blutdruck?



Welche Auswirkung hat eine erhöhte körperliche Aktivität auf den Blutdruck?

Eine Metaanalyse zur Wirkung von Ausdauersport auf den Blutdruck kommt zu dem Ergebnis, dass durchschnittlich eine Blutdrucksenkung von etwa -5/-3 mmHg (systol./diastol.) erreicht werden kann (5). Diese Wirkung war unabhängig von einem möglichen Gewichtsverlust durch sportliche Aktivität. Andere Autoren bestätigen diese Ergebnisse und beschreiben eine vergleichbare Blutdruckabnahme durch die Aufnahme sportlicher Aktivität. Sport in einem Umfang von 30 Min. pro Tag (Walking oder andere Ausdaueraktivitäten) kann demnach den systolischen Blutdruck um etwa -4 bis -9 mmHg senken (1).

Stress und Bluthochdruck – Welche Auswirkungen auf den Blutdruck hat beruflicher Stress?



Psychosozialer Stress im Job und die Folgen für den Blutdruck

Beruflicher Stress erhöht den Blutdruck. Untersuchungen belegen einen um ca. 4 mmHg höheren systolischen Blutdruck während der Arbeit im Vergleich zur Freizeit. Die 24-Stunden-Blutdruckwerte waren an Nicht-Arbeitstagen höher als an Arbeitstagen (3).
Aus verschieden Untersuchungen ist bekannt, dass z.B. bei Busfahrern eine Erhöhung der täglichen Fahrzeiten mit einem Anstieg beim diastolischen Blutdruck verbunden war (1).

Auch eine Dosis-Wirkungsbeziehung kann als gesichert gelten: Je höher der Stress, desto stärker der Blutdruckanstieg (6,7 – 11,5 mmHg Zunahme des systolische Blutdrucks je nach Schwere des Stresses)(7).

Eine Verminderung von Stress im Job führt einer Untersuchung zufolge zu einer Blutdrucksenkung bei der Arbeit (-5,3/-3,2 mmHg) und in der Freizeit (-4,7/-3,3 mmHg, systol./diastol.) (7).

Einfluss von Mineralstoffen und Vitaminen auf den Blutdruck

 

Bluthochdruck - Welche Wirkungen haben Natrium, Kalium, Magnesium und Calcium auf den Blutdruck?

 

Können Vitamine den Blutdruck beeinflussen?



Hintergrund

Das Lebenszeit-Risiko einen Bluthochdruck zu entwickeln wird gegenwärtig auf fast 90 % geschätzt. Der Zusammenhang zwischen der Senkung des Blutdrucks und einer Verringerung des Risikos von Schlaganfall und Herzinfarkt ist eindeutig belegt. Eine Reduktion des Blutdrucks um nur 5 mmHg ist mit einer Abnahme des Risikos für eine ischämische Herzerkrankung um 21 % und mit einer Verminderung des Schlaganfallrisikos um 34 % verbunden (33).

Wesentlich an der Blutdruckregulation beteiligt sind die Mineralstoffe Natrium und Kalium. Auch der Magnesiumstatus hat einen relevanten Einfluss auf die Höhe des Blutdrucks. Nur gering ausgeprägt ist hingegen die Wirkung von Calcium. Die Bedeutung von Phosphor und Eisen für den Blutdruck ist noch nicht abschließend geklärt.  Unter den Vitaminen können Vitamin C, Vitamin D und Folsäure in geringem Maße den Blutdruck beeinflussen.

Im folgenden Beitrag sind die bisher publizierten Studienergebnisse zur Bedeutung von Mineralstoffen und Vitaminen für den Blutdruck zusammengestellt.

Welche Faktoren erhöhen das Risiko für Bluthochdruck?



Arterielle Hypertonie – Ist eine Vorbeugung möglich?

Gibt es Ernährungsfaktoren, die das Risiko für die Entstehung von Bluthochdruck beeinflussen?

Ist eine Hypertonie eine vermeidbare Erkrankung?




Hintergrund

Das Risiko an einer Hypertonie zu erkranken ist im mittleren Lebensalter für Männer höher als für Frauen. Erst ab dem 60. Lebensjahr erkranken Frauen mit gleicher Häufigkeit wie Männer an einem Bluthochdruck (15).
Das Risiko an einer Hypertonie zu erkranken steigt mit zunehmendem Lebensalter kontinuierlich an. Personen im Alter von 40-60 Jahren haben ein 2- bis 4-fach höheres Risiko an einem Bluthochdruck zu erkranken als die Altersgruppe der 18- bis 40-Jährigen (32).

Insgesamt liegt die Häufigkeit einer Bluthochdruck-Erkrankung in der Allgemeinbevölkerung bei 30-45 %. Unbehandelt reduziert eine Hypertonie die Lebenserwartung eines 30-Jährigen gegenüber einer Person mit normalem Blutdruck um fünf Jahre.

Ziel dieser Übersichtsarbeit ist es, die möglichen Risikofaktoren für die Entwicklung einer Bluthochdruck-Erkrankung zu benennen. Im Mittelpunkt dieses Beitrages stehen Ernährungsfaktoren als Risiko für eine Hypertonie. Im zweiten Teil des Beitrags wird auf ernährungsunabhängige Risikofaktoren wie beruflicher Stress, Schlafstörung und Umweltbelastung eingegangen.