Naturheilmittel mit Wirkung auf den Blutdruck



Ist eine Blutdrucksenkung durch Naturheilmittel möglich?


Fragen, die in diesem Beitrag beantwortet werden:

Welche Naturheilmittel können den Blutdruck reduzieren?

In welchem Ausmaß senken pflanzliche Wirkstoffe den Blutdruck?

Können Naturheilmittel chemisch definierte Antihypertensiva ersetzen?

Sind Naturheilmittel zur unterstützenden Behandlung einer Hypertonie geeignet?

Welche Dosierungen von Naturheilmitteln sind für eine Blutdrucksenkung notwendig?

Bei welchen Phytopharmaka kann es zu einem Blutdruckanstieg kommen?



Hintergrund

Für zahlreiche pflanzliche Wirkstoffe konnte in Studien eine blutdrucksenkende Wirkung nachgewiesen werden. In der Regel ist das Ausmaß der Blutdrucksenkung durch Naturheilmittel eher gering ausgeprägt. Trotzdem sind verschiedene natürliche Wirkstoffe zur unterstützenden Behandlung bei erhöhtem Blutdruck geeignet. Besonders in Kombination mit einer Lebensstiländerung und diätetischen Maßnahmen sind bestimmte Naturheilmittel geeignet, hoch-normale Blutdruckwerte (systolisch 130-139 mmHg, diastolisch 85-89 mmHg) zu senken. Bei einer manifesten Hypertonie ist eine Blutdrucksenkung allein mit Naturheilmitteln nicht ausreichend. Ein Bluthochdruck ist definiert als ein systolischer Blutdruck größer als 140 mmHg oder ein diastolischer Blutdruck von größer 90 mmHg.
Auch eine Blutdrucksenkung innerhalb des Normalbereichs durch diätetische Maßnahmen kann Folgeerkrankungen vermindern (5). Unklar ist bisher, ob durch die Kombination verschiedener Naturheilmittel eine additive Blutdrucksenkung erreicht werden kann.

Für die folgenden Naturheilmittel konnte in klinischen Studien eine unterschiedlich stark ausgeprägte Blutdrucksenkung nachgewiesen werden:
  • L-Carnitin 
  • Coenzym Q10 
  • Granatapfel 
    Kakao  
  • Knoblauch 
  • Lycopin 
  • Hibiscus  
  • Weißdorn 
  • Zimt
Um abschätzen zu können, in welchem Ausmaß diese Naturheilmittel den Blutdruck senken, wurde eine Literaturrecherche durchgeführt, deren Ergebnisse im Folgenden dargestellt sind.

Glucosamin zur Schmerzlinderung bei Kniegelenksarthrose - wirksam oder unwirksam? Zusammenfassung einer Literaturrecherche


Glucosamin


Glucosamin zur Behandlung der Gelenkarthrose


Glucosamin ist eine körpereigene Substanz und ein normaler Bestandteil des Knorpels und der Gelenkflüssigkeit. Angewendet wird Glucosamin insbesondere zur Linderung von Symptomen einer leichten bis mittelschweren Arthrose des Kniegelenks.

In kürzlich publizierten Übersichtsarbeiten wird die Wirksamkeit von Glucosamin bei der Gelenkarthrose zunehmend infrage gestellt. Es wurde angemerkt, dass die derzeit empfohlene Tagesdosierung (1500 mg) in vielen Fällen nicht zu wirksamen Gewebespiegeln führt. Auch gibt es immer wieder Hinweise, dass nicht alle Glucosamin-Formulierungen gleich wirksam sind. Bisherige Studienergebnisse sprechen für einen günstigeren Effekt von Glucosamin-Sulfat im Vergleich zum Glucosamin-Hydrochlorid.



Auf Basis der bisherigen Datenlage kann Glucosamin als Glucosaminsulfat zur Behandlung der Kniegelenksarthrose mit Einschränkung empfohlen werden. Voraussetzung ist eine Tagesdosis von mindestens 1500 mg über einen Zeitraum von 6 bis 12 Monaten. Eine Abnahme der Schmerzsymptomatik und eine Verbesserung der Gelenkfunktion sind möglich. Das Fortschreiten der Arthrose kann durch die Behandlung mit Glucosaminsulfat wahrscheinlich nur geringfügig gebremst werden.

Passiflora bei Ansprannung, Stress und Angst - kurz und bündig


Passiflora - Passionsblumen-Extrakt


Zur Anwendung bei Nervosität, Angst und Schlafstörungen


Empfohlen wird Passionsblumen-Extrakt allgemein gegen Anspannung, Stress und Angst. Als pflanzliches Arzneimittel ist der Wirkstoff Passionsblumen-Trockenextrakt in Deutschland zur Behandlung von nervösen Unruhezuständen zugelassen.

In der Praxis wird Passiflora incarnata auch bei leichten Einschlafproblemen und nervös bedingten Magen-Darm-Beschwerden eingesetzt. Der Substanz wird eine gute angstlösende Wirkung zugeschrieben.

In einer Übersichtsarbeit wurde Passionsblumen-Extrakt eine Wirksamkeit zur unterstützenden Behandlung bei Erkrankungen, die mit Angstsymptomen einhergehen, bescheinigt. Darüber hinaus liegen Hinweise vor, dass eine Teezubereitung aus Passionsblumen-Extrakt die Schlafqualität positiv beeinflusst. Unter der täglichen Einnahme von Passiflora besserte sich insbesondere die subjektive Schlafqualität. Erste Untersuchungen deuten auf einen positiven Einfluss von Passionsblumen-Extrakt auf die Ängstlichkeit vor einer Operation hin. Die Einnahme von Passionsblumen-Extrakt 30 Minuten vor dem Eingriff zeigte dabei eine statistisch signifikante Minderung von Angst im Vergleich zur Placebo-Einnahme.

Hyaluronsäure bei Kniegelenksarthrose - kurz und bündig


Hyaluronsäure

Zur Behandlung der Kniegelenksarthrose


Hyaluronsäure ist eine im Organismus natürlich vorkommende Substanz. Die Hyaluronsäure ist Hauptbestandteil der Gelenkflüssigkeit (Synovialflüssigkeit) und wirkt als Gleitmittel bei allen Gelenkbewegungen. Die Behandlung mit Hyaluronsäure soll die Viskosität der Gelenkflüssigkeit erhöhen, den weiteren Knorpelabbau verzögern und somit die Schmerzen lindern. Hyaluronsäure wird als Fertigspritze einmal wöchentlich in den Gelenkspalt des betroffenen Gelenks injiziert. Es wird eine 5-malige Verabreichung, jeweils in wöchentlichen Abständen, empfohlen. Zur Behandlung der Arthrose werden Hyaluronsäure-Präparate mit unterschiedlichem Molekulargewicht angewandt. Es werden im Wesentlichen drei Gruppen unterschieden: Präparate mit niedrigem Molekulargewicht (500 – 730 kD, z.B. Hyalgan®), mittlerem Molekulargewicht (800 – 2000 kD, z.B. GO-ON®, Orthovisc®) und hohem Molekulargewicht (durchschnittlich: 6000 kD, z.B. Synvisc®, Hylan®).



Eine umfassende Metaanalyse von Studien zur Wirksamkeit von Hyaluronsäure bei der Kniegelenksarthrose hat die Ergebnisse von insgesamt 89 Studien mit zusammen 12.667 Patienten ausgewertet. Ergebnis: In 71 von 89 Studien konnte eine Schmerzabnahme unter der Behandlung mit Hyaluronsäure dokumentiert werden. Die bisherigen Daten zusammenfassend kann eine regelmäßige intraartikuläre Injektion von Hyaluronsäure zu einer Schmerzabnahme um 40 bis 50 Prozent im Vergleich zum Ausgangswert beitragen.
Den Studien zufolge gibt es jedoch zum Teil deutliche Unterschiede in der Wirksamkeit der verschiedenen Hyaluronsäure-Präparate. Aufgrund der zum Teil widersprüchlichen Studienergebnisse kann derzeit nicht eindeutig entschieden werden, ob einzelne Formulierungen anderen relevant überlegen sind. In der Tendenz weisen die Studienergebnisse auf eine bessere Wirksamkeit der Hyaluronsäure-Präparate mit mittlerem bis hohem Molekulargewicht hin.
Bei sachgerechter Anwendung ist das Risiko von Nebenwirkungen nicht höher als unter Gabe einer Kochsalzinjektion.

Coenzym Q10: Zum Ausgleich von Mangelerscheinungen - kurz und bündig


Coenzym Q10


Zum Ausgleich von Mangelerscheinungen


Coenzym Q10 hat eine zentrale Bedeutung für den Energiestoffwechsel des Menschen. Coenzym Q10 ist eine körpereigene Substanz, die zum Teil über die Nahrung aufgenommen wird. Mit zunehmendem Alter nehmen die Coenzym-Q10-Gewebespiegel ab.


Aufgrund seiner antioxidativen Eigenschaften wird Coenzym Q10 (CoQ10) bei einer Vielzahl von Erkrankungen eingesetzt. Als begleitende Therapiemaßnahme wird CoQ10 u.a. bei Bluthochdruck, Herzinsuffizienz, Migräne, Morbus Parkinson, Diabetes mellitus, Fibromyalgie, Demenz, chronischem Erschöpfungssyndrom, Atherosklerose und Koronarer Herzkrankheit angewendet.  Bei zahlreichen chronischen Erkrankungen kann es zu einem CoQ10-Mangel kommen. Auch als Nebenwirkung einer Statintherapie (z.B. Simvastatin) zur Cholesterinsenkung kann sich ein CoQ10-Mangel mit Muskelschmerzen einstellen. Coenzym Q10 kommt in Dosierungen von täglich 50 bis 400 mg zur Anwendung.

Obwohl aus kontrollierten Studien deutliche Hinweise für die positive Wirkung einer Supplementation mit Coenzym Q10 vorliegen, gilt für die meisten empfohlenen Anwendungsgebiete, dass die Wirksamkeit von Coenzym Q10 nicht eindeutig belegt ist.

Für einige Anwendungsgebiete liegen erste Hinweise für eine klinisch relevante Wirkung vor. Hierzu zählen insbesondere die blutdrucksenkende Wirkung von CoQ10und die positiven Effekte auf die diabetische Stoffwechsellage. Coenzym Q10 verbesserte beispielsweise in einer Studie zusätzlich zur konventionellen Therapie des Diabetes die Blutzuckerkontrolle und die Insulinsekretion. Möglicherweise profitieren auch Patienten mit einer Koronaren Herzkrankheit (KHK) und Patienten mit einer leichten Form der Herzinsuffizienz von CoQ10. Zudem scheint CoQ10 wirksam bei der Verringerung von Migräneattacken zu sein. Erste Hinweise für eine positive Wirkung von CoQ10 liegen zudem bei der männlichen Infertilität und beim Fibromyalgie-Syndrom vor. 

Welche Erkrankungen lassen sich wirksam mit Naturheilmitteln behandeln?



Welche Erkrankungen lassen sich wirksam mit Naturheilmitteln behandeln?
Erkrankung - Funktionsstörung
Pflanzliche Wirkstoffe


Migräne Kopfschmerzen, Vorbeugung
Entzündliche Gelenkerkrankungen
Leberschäden, chronische Hepatitis
Schlafstörungen
Gelenkarthrose
Klimakterische Beschwerden
Erkältungskrankheiten/Immunstimulanz
Gedächtnisschwäche
Störung der Gedächtnisleistung
Übelkeit in der Schwangerschaft
Unruhezustände, Nervosität
Reizdarmsyndrom
Nasenebenhöhlenentzündung
Husten, Bronchitis
Rücken- und Gelenkschmerzen
Atemwegsinfektionen
Schmerzlinderung bei Rückenschmerzen
Neurodermitis
Erektile Dysfunktion
Prämenstruelles Syndrom
Vorbeugung von Spätschäden beim Diabetes mellitus
Tinnitus
Depression
Chronisch obstruktiven
Atemwegserkrankung (COPD)
Ängstliche Verstimmung
Wechseljahresbeschwerden
Ergänzung zur konventionellen Krebstherapie
Obstipation (Verstopfung)
Bluthochdruck, unterstützende Behandlung
Unruhe, Einschlafstörung, Stress
Appetithemmung
Neuropathische Schmerzen
Wundbehandlung
Prostata-Beschwerden
Diabetes mellitus, unterstützende Behandlung
Leichte Herzinsuffizienz
Vorbeugung Erkältung
Cholesterinsenkung
Kniegelenksarthrose
Herpes labialis
Neuropathische Schmerzen
Spannungskopfschmerzen

Cimicifuga/Traubensilberkerze bei Wechseljahresbeschwerden - kurz und bündig


Cimicifuga - Traubensilberkerze


Zur Behandlung von klimakterischen Beschwerden wie Hitzewallung und Schweißausbrüche


Standardtherapie von Wechseljahresbeschwerden ist die Hormonersatztherapie. Zu den alternativen Therapiemöglichkeiten klimakterischer Beschwerden gehören pflanzliche Wirkstoffe wie Cimicifuga racemosa und Rotklee (Trifolium pratense).

Zur Wirksamkeit von Cimicifuga liegen widersprüchliche Ergebnisse vor. In den meisten Studien zum Vergleich von Cimicifuga mit Placebo konnte keine signifikante Wirkung von Cimicifuga auf klimakterische Beschwerden nachgewiesen werden. Eine Ausnahme bildet eine neuere Untersuchung von 180 Frauen mit Wechseljahresbeschwerden, die über 12 Wochen 6 oder 13 mg eines Cimicifuga-Trockenextraktes (Ze 450, Cimifemin® uno/- forte) erhalten hatten. Im Vergleich zur Placebo-Behandlung zeigte sich bei den Patientinnen unter Cimicifuga eine signifikante Abnahme im Schweregrad der menopausalen Beschwerden.

Zusammenfassend lassen die bisher veröffentlichten Daten nur auf eine mäßig ausgeprägte Wirkung von Cimicifuga-Extrakten auf klimakterische Beschwerden wie Hitzewallungen und Schweißausbrüche schließen. Das Ausmaß der Besserung scheint individuell sehr verschieden. Ob im Allgemeinen eine spürbare, klinisch relevante Besserung der vasomotorischen Symptome mit Cimicifuga erreicht werden kann, bleibt fraglich. Die Verträglichkeit bei kurzzeitiger Anwendung ist hinreichend untersucht und wird als gut bezeichnet. Für eine Anwendung über einen Zeitraum von 3 Monaten hinaus liegen nur unzureichend Daten vor. Eine Beeinträchtigung der Leberfunktion bei einer Langzeitanwendung von Cimicifuga kann nicht sicher ausgeschlossen werden.