Lycopin zur Vorbeugung von Krebserkrankungen

 

Prostata-Karzinom – Kann Lycopin das Erkrankungsrisiko senken?


Welche Nahrungsmittel enthalten besonders viel Lycopin?


Prostata-Karzinom – Kann Lycopin das Erkrankungsrisiko senken?


Hintergrund

Verschiedene Studien deuten auf eine Abnahme des allgemeinen Krebsrisikos durch den Verzehr von Lycopin-haltigen Nahrungsmitteln hin. Insbesondere die Prophylaxe eines Prostata-Karzinoms wird diskutiert.

Wirkmechanismus

Bei der Prävention von Prostatakrebs kommen wahrscheinlich besonders die antiproliferativen, antioxidativen und entzündungshemmenden Wirkungen von Lycopin zum Tragen.

Voraussetzung für eine organspezifische Wirkung von Lycopin ist der Nachweis der Verfügbarkeit in den entsprechenden Organen. Zwei Studien konnten belegen, dass eine Supplementation mit täglich 30 mg Lycopin über drei Wochen zu einem Anstieg der Lycopin-Gewebekonzentration in der Prostata um ca. 50 Prozent führt (8, 26).

Lycopin zur Vorbeugung von Krebserkrankungen

Epidemiologische Studien zeigen einen Zusammenhang zwischen der Aufnahme von Lycopin über die Ernährung und dem Auftreten von Krebs (42). Je höher die durchschnittliche Lycopin-Zufuhr, desto seltener traten in der Folgezeit bestimmte Formen von Krebs auf. Am deutlichsten war dieser Zusammenhang zwischen der Lycopin-Aufnahme und der Häufigkeit von Prostata-, Lungen- und Magenkrebs (45). Weniger ausgeprägt war der Zusammenhang für Darm-, Bauchspeicheldrüsen-, und Gebärmutterhalskrebs. Auch das Risiko an Brustkrebs zu erkranken, fällt einer umfassenden Analyse zufolge bei Frauen mit hohen Blutspiegeln an Lycopin deutlich geringer aus (10). Das Risiko für das Auftreten eines kolorektalen Adenoms liegt beispielsweise unter hoher Lycopin-Zufuhr um ca. 17 Prozent niedriger als bei geringer Lycopin-Aufnahme (20).

Eine unlängst veröffentlichte Metaanalyse über den Zusammenhang der Carotenoid-Aufnahme und dem Risiko an einem Oesophagus-Krebs zu erkranken, bestätigte, dass Personen mit einer hohen Lycopin-Zufuhr ein signifikant geringeres Erkrankungs-Risiko aufweisen (47).

In-vitro-Untersuchungen bestätigen, dass Lycopin das Wachstum verschiedener menschlicher Krebszellen, u.a. das Wachstum von Gehirntumorzellen hemmt. Es liegen zudem plausible Erklärungen zum Wirkmechanismus von Lycopin in Bezug auf die Hemmung des Tumorzellwachstums vor (17). Bei bestimmten Hauttumorzellen zeigte sich ein synergistischer Effekt von Lycopin und Curcumin. Die Antitumor-Wirkung wurde durch eine gleichzeitige Bestrahlung noch verstärkt (6).

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Prostatakrebs - Ist eine Vorbeugung durch eine regelmäßige Zufuhr von Lycopin möglich?

Eine Reihe von Studien konnte nachweisen, dass Männer mit einer hohen Lycopin-Aufnahme über die Ernährung ein geringeres Risiko haben, an Prostatakrebs zu erkranken. In einer Studie der Harvard-Universität, die mit 47.894 Männern durchgeführt wurde, fanden die Forscher, dass der Verzehr von 10 oder mehr Portionen Tomaten-Produkten pro Woche mit einem 34 Prozent geringeren Risiko von Prostatakrebs verbunden war (15). In einer großen europäischen Untersuchung (EPIC-Studie) zeigte sich beim Vergleich von Personen mit den höchsten und niedrigsten Plasma-Lycopin-Spiegeln eine 60-prozentige Risikominderung für das Auftreten eines fortgeschrittenen Prostatakarzinoms bei Personen mit hoher Lycopin-Aufnahme (23).

Fasst man die Vielzahl der positiven Studienergebnisse zusammen, so beträgt die geschätzte Risikoreduktion für das Prostata-Karzinom 30 bis 40 Prozent, allerdings ist die Datenlage aufgrund widersprüchlicher Ergebnisse nicht eindeutig (16, 17).

Zu entgegengesetzten Ergebnissen kommt z.B. eine Fall-Kontrollstudie an über 3400 Personen. In dieser Untersuchung zeigte sich kein Zusammenhang zwischen der Höhe der Lycopin-Spiegel im Blut und dem Risiko an einem Prostatakrebs zu erkranken (25, 44).

Gestützt werden die positiven Studiendaten zu Lycopin durch tierexperimentelle Untersuchungen, in denen sich ebenfalls eine schützende Wirkung einer auf Tomaten basierenden Ernährung hinsichtlich des Prostata-Karzinoms fand (49). Auf molekularer Ebene sind die Mechanismen, die zu einer Hemmung des Tumorwachstums beitragen, bekannt (49). Eine neuere Übersichtsarbeit bestätigt die Relevanz der antiproliferativen, antioxidativen und entzündungshemmenden Wirkungen von Lycopin bei der Prävention von Prostatakrebs. Trotzdem sei nach Einschätzung der Studienautoren die Datenlage nicht ausreichend, um eine allgemeine Empfehlung zur Einnahme von Lycopin zur Vorbeugung von Prostatakrebs auszusprechen (40, 49).

Mehrere Studien deuten zudem darauf hin, dass dem Lycopin nicht nur ein besonderer Stellenwert bei der Prophylaxe, sondern auch bei der Behandlung von Prostatakrebs zukommt.

Lycopin zur Vorbeugung von Krebserkrankungen – Wie hoch sollte die tägliche Zufuhr an Lycopin liegen?

Weder die optimale Dosierung noch die ideale Formulierung sind zurzeit bekannt. Dosierungen von 10 mg einmal täglich bis zu 15 mg zweimal täglich wurden in Studien an Patienten mit Prostatakrebs untersucht und zeigten eine positive Wirkung. Nach gegenwärtigem Stand sind wahrscheinlich bereits Mengen von 6 mg täglich zur Prävention wirksam (21). Es ist wahrscheinlich, dass diese Mengen an Lycopin allein über diätetische Maßnahmen erreicht werden können.

Unterstützende Tumortherapie mit Lycopin beim Prostata-Karzinom

Lycopin wurde wiederholt eingesetzt, um das Fortschreiten der Tumorerkrankung nach Diagnosestellung zu verlangsamen (17, 21).

In einer ersten Untersuchung erhielten 33 Patienten mit Prostatakrebs entweder 30 mg Lycopin oder ein Placebo für 30 Tage vor einer Operation. Ergebnis: Die weitere Ausbreitung des Prostata-Karzinoms konnte in 67 Prozent der Patienten unter Lycopin im Vergleich zu 44 Prozent in der Kontrollgruppe verhindert werden.

Eine weitere Studie hat geprüft, ob eine Diät reich an Tomatensoße nach der Diagnose eines Prostatakrebses einen Einfluss auf die Tumorprogression hat. Dabei zeigte sich, dass ein hoher Konsum an Tomatensoße mit einem substanziell geringeren Risiko für die Tumorprogression einherging (7). Eine zusätzliche Mahlzeit mit Tomatensoße pro Tag war mit einem um 50 Prozent verringerten Risiko des Fortschreitens der Erkrankung verbunden (gemessen anhand eines PSA-Anstiegs oder einer Metastasierung in die Lymphknoten bzw. in die Knochen oder andere Organe).

In einer Untersuchung an 66 Patienten mit Prostatakrebs, die auf eine Operation zur Entfernung der Prostata warteten, wurde geprüft, ob die Zufuhr von Lycopin (30 mg tägl.) einen Einfluss auf den PSA-Spiegel hat. Während in der Lycopin-Gruppe der PSH-Wert von 10.9 auf 8,7 ng/ml abfiel.
Kontrollierten Studien zufolge hat Lycopin auch einen Einfluss auf die Tumor-bedingten Symptome bei Patienten mit Prostatakrebs (1). Insbesondere die Knochenschmerzen verbesserten sich signifikant bei Patienten, die unterstützend täglich 10 mg Lycopin über einen Zeitraum von 3 Monaten erhalten hatten. 62 Prozent der Patienten konnten demnach ihre Schmerzmedikation reduzieren (1). In einer weiteren Untersuchung verbesserte sich unter der Lycopin-Einnahme der Urin-Spitzenfluss signifikant im Vergleich zur Kontrollgruppe. Auch bei den subjektiven Beschwerden der Patienten (Harndrang, Schmerzen beim Wasserlassen) zeigten sich Vorteile für Lycopin (1).

Die Datenlage zur Überlebensrate, als der wichtigste Parameter in Bezug auf die Progression des Prostatakrebses, ist nicht eindeutig. Es liegen zu dieser Fragestellung nur wenig überzeugende Daten vor. In einer Untersuchung wurde eine längere Überlebenszeit für die Lycopin-Gruppe im Vergleich zur Kontroll-Gruppe berichtet (1).

Obwohl 4 von 6 Studien eine Abnahme der PSA-Spiegel unter der Lycopin-Behandlung zeigten und diese Veränderung allgemein als Nachweis für eine verlangsamte Tumorprogression gilt, können diese Daten noch nicht als sicherer Beleg für eine positive Wirkung von Lycopin auf die Prostata-Progression angesehen werden (17, 26, 44, 49).

Dosierung von Lycopin bei Prostatakrebs

Die optimale Dosis für eine Supplementation von Lycopin ist bisher noch nicht bekannt. In Studien zur Krebstherapie wurden beispielsweise erfolgreich 2x tägl. 15 mg zur Hemmung des Tumorwachstums bei Prostatakrebs eingesetzt (21). In epidemiologischen Studien erwiesen sich 6 mg Lycopin täglich als vorteilhaft zur Vorbeugung von Prostatakrebs (21).

Verträglichkeit

Eine Lycopin-Supplementierung in Dosen bis zu 120 mg/Tag über einen Zeitraum von bis zu einem Jahr wurde von Patienten mit Prostatakrebs gut toleriert (9).

Ausblick

Es sind weitere Studien notwendig, um die am besten geeignete Dosierung, die optimale Länge der Behandlung und die ideale Formulierung zu identifizieren.

Fazit

Die wissenschaftliche Literatur über den Zusammenhang der Lycopin-Aufnahme bzw. der Lycopin-Spiegel im Blut und dem Auftreten eines Prostata-Karzinoms ist insgesamt nicht eindeutig (44, 48, 49).

Trotz der inkonsistenten Daten kann die zusätzliche Lycopin-Aufnahme bzw. eine Ernährung mit hohem Anteil an Tomatenprodukten als eine gut verträgliche Option zur Vorbeugung vor Prostatakrebs empfohlen werden (21). Es liegen zudem erste Hinweise für die Wirksamkeit von Lycopin zur unterstützenden Behandlung eines Prostata-Karzinoms vor. Möglicherweise lassen sich die besonders aggressiven Verlaufsformen des Prostatakrebses durch eine frühzeitige Lycopin-Einnahme günstig beeinflussen (44).


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Welche Wirkungen hat Curcumin beim Menschen?

 

Entzündungshemmende Eigenschaften von Curcumin


In diesem Beitrag werden folgende Fragen beantwortet:

  • Welche Erkrankungen profitieren von einer Behandlung mit Curcumin?
  • Hilft Curcumin bei Verdauungsstörungen?
  • Hat Curcumin eine Cholesterin-senkende Wirkung?
  • Morbus Parkinson und Alzheimer-Erkrankung – Ist eine Behandlung mit Curcumin hilfreich?


Hintergrund

Kurkuma ist ein Gelbwurzelextrakt und als wesentlicher Bestandteil von Curry-Mischungen bekannt. Curcumin (Diferuloylmethan) ist der farbgebende Bestandteil der Curcuma-Pflanze.

Als charakteristische Einzelstoffe von Curcuma gelten die Curcuminoide und das ätherische Öl.

Zur Gattung Curcuma zählen u.a. Curcuma longa und Curcuma xanthorrhiza. Weitere Bezeichnungen für Curcuma longa sind Gelbwurzel, Kurkumawurzel sowie Turmeric. Curcuma xanthorrhiza wird auch als Javanische Gelbwurz oder Javanischer Gelbwurzelstock bezeichnet.
Curcuma longa ist im Gegensatz zur Javanischen Gelbwurz Curcuma xanthorrhiza in Indien heimisch.
Die Gattung Curcuma verlangt ein heißes und feuchtes Klima.


Anwendungsgebiete

Für beide Curcuma-Arten liegt eine über Jahrhunderte zurückreichende Anwendungstradition vor.
Curcumawurzelstock wurde traditionell bei Gelbsucht, bei Darmbeschwerden und bei entzündlichen Prozessen der Haut angewandt.
In der Naturheilkunde gilt Curcumin heute als ein entzündungshemmendes Mittel, das bei vielen chronischen entzündlichen Erkrankungen wie z.B. der Rheumatoiden Arthritis oder Osteoarthritis angewandt wird.
Aufgrund der ausgeprägten choleretischen Wirkung (den Gallefluss steigernd) wird Curcumin auch bei Verdauungsbeschwerden, insbesondere bei Störungen der Fettverdauung eingesetzt.


Welche Wirkungen werden dem Curcumin zugeschrieben?

Curcumin soll den Cholesterinspiegel senken, antioxidativ und antientzündlich wirken und außerdem Krebserkrankungen positiv beeinflussen. Aufgrund seiner entzündungshemmenden Wirkung wird die Anwendung von Curcumin bei chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen, nach chirurgischen Eingriffen, bei entzündlichen Hauterkrankungen und auch zur Behandlung der Gelenkarthrose empfohlen. Auch die Behandlung von Lungenerkrankungen, wie COPD oder Asthma bronchiale wird diskutiert. Im Rahmen von koronaren Bypass-Operationen wurde Curcumin erfolgreich zur Senkung der Komplikationsrate eingesetzt. Curcumin soll auch altersbedingte Abbauprozesse im Gehirn verlangsamen und das Risiko für das Auftreten der Alzheimer-Erkrankung senken.


Eine Auswahl von in der wissenschaftlichen Literatur dokumentierten Wirkungen von Curcumin:

 

Verdauungsfördernde, choleretische Wirkung

Tierexperimentelle Daten belegen eine den Gallefluss steigernde Wirkung der Curcuminoide (6).


Lipidsenkende Eigenschaften

Neben Untersuchungen im Tiermodell deuten auch klinische Studien auf einen lipidsenkenden Effekt von Curcumin hin. Nach einer 30-tägigen Behandlung mit Curcumin wurde eine Abnahme von LDL-Cholesterin und Apolipoprotein B sowie eine Erhöhung des HDL-Cholesterins und von Apolipoprotein A beschrieben (13).

Die Cholesterin-senkende Wirkung von Curcumin konnte in einer klinischen Studie aus Thailand bestätigt werden. Unter der Einnahme von täglich 500 mg Curcumin über 7 Tage konnte eine signifikante Abnahme der Cholesterin- und Triglycerid-Spiegel dokumentiert werden (12).

In einer weiteren kontrollierten Studie erhielten 75 Patienten mit einem akuten Koronarsyndrom zusätzlich zu ihrer Standardtherapie Curcumin in drei unterschiedlichen Dosierungen. Die Ergebnisse bestätigen vorausgehende Untersuchungen, wonach die Einnahme von Curcumin zu einer Reduktion des LDL-Cholesterins und der Triglyceride, sowie zu einer Zunahme des HDL-Cholesterins führt (1).


Wirkung von Curcumin beim Diabetes mellitus

Erste klinische Daten deuten darauf hin, dass Curcumin möglicherweise die Entwicklung eines Diabetes mellitus bzw. das Fortschreiten eines Prä-Diabetes verhindern kann (4). In einer Placebo-kontrollierten Studie an 240 Patienten wurde geprüft, ob es unter der täglichen Einnahme von Curcumin (1,5 g Curcuminoide) seltener zum Auftreten eines manifesten Diabetes mellitus kommt als unter der Placebo-Gabe. Nach einer Behandlungsdauer von 9 Monaten mit Curcumin konnte bei Patienten mit einer gestörten Glukosetoleranz ein signifikant geringeres Fortschreiten zu einem manifesten Diabetes beobachtet werden. Während 19 Patienten aus der 116 Patienten umfassenden Placebo-Gruppe einen manifesten Diabetes entwickelten, erkrankte kein Patient in der Curcumin-Gruppe (119 Patienten) an einem manifesten Diabetes. Vorangehende Untersuchungen hatten gezeigt, dass Curcumin die Beta-Zellfunktion verbessert, möglicherweise durch einen spezifisch entzündungshemmenden Effekt (4).

Eine kürzlich veröffentlichte Übersichtsarbeit bescheinigt Curcumin eine entzündungshemmende Wirkung (19). Curcumin kann den Daten zufolge die durch eine Adipositas induzierte Insulin-Resistenz verzögern bzw. ihr vorbeugen. Auch treten den Daten zufolge die mit der Insulinresistenz einhergehenden Komplikationen wie die Atherosklerose und Lebererkrankungen seltener auf.


Insulinresistenz

Dass Curcumin auch bei dem häufig mit einer Adipositas assoziierten Typ-II-Diabetes wirksam sein könnte, darauf deutet der positive Einfluss von Curcumin auf eine bestehende Insulin-Resistenz hin (15).


Diabetische Mikroangiopathie

In einer klinischen Untersuchung von Diabetes-Patienten mit Mikroangiopathie wurde eine spezielle Curcumin-Zubereitung (Meriva®) mit verbesserter Bioverfügbarkeit eingesetzt (2). Unter einer täglichen Dosis von 1 g Meriva® über einen Zeitraum von 4 Wochen verbesserte sich bei 25 nicht-insulinpflichtigen Diabetes-Patienten die Mikrozirkulation im Vergleich zu einer unbehandelten Kontrollgruppe. Die Autoren sehen in der Curcumin-Therapie eine gut verträgliche, sinnvolle Behandlungsoption für Diabetes-Patienten mit Mikroangiopathien (2).


Diabetische Neuropathie

Als Folge des Diabetes können sich neuropathische Schmerzen entwickeln. In tierexperimentellen Untersuchungen konnte nachgewiesen werden, dass Curcumin die Diabetes-bedingte Hyperalgesie (verstärkte Schmerzwahrnehmung) reduziert. Als möglicher Wirkmechanismus wird die Hemmung von proinflammatorisch wirkenden Zytokinen, wie TNF-alpha diskutiert (18).


Wirkung von Curcumin bei Bluthochdruck

Weitere Untersuchungen deuten darauf hin, dass Curcumin den negativen Folgen einer Bluthochdruckerkrankung vorbeugen kann. In einer tierexperimentellen Studie zeigte sich, dass Curcumin den strukturellen Umbau der Blutgefäße als Folge einer Hypertonie hemmt und damit den weiteren Anstieg des Blutdrucks verhindern kann (17).

In einer klinischen Untersuchung bestätigte sich der positive Einfluss von körperlichem Training und der gleichzeitigen Einnahme von Curcumin auf hämodynamische Parameter und den Blutdruck bei 45 postmenopausalen Frauen nach einer 8-wöchigen Behandlung (16).

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Wirkung von Curcumin bei Nierenerkrankungen



Lupus erythematodes

Ersten klinischen Daten zufolge könnten Patienten mit der Autoimmunerkrankung Lupus erythematodes mit Beteiligung der Niere (Lupus Nephritis, Membranöse Glomerulonephritis) von einer Curcumin-Behandlung profitieren (9). In einer kleinen, Placebo-kontrollierten Untersuchung von 24 Patienten wurde die Wirksamkeit der täglichen Einnahme von 1,5 g Curcuma verteilt auf drei Einzeldosen über einen Zeitraum von 3 Monaten geprüft. Im Ergebnis zeigte sich eine signifikante Abnahme der Proteinurie, der Hämaturie und des systolischen Blutdrucks im Behandlungsverlauf unter der Curcuma-Gabe. In der Kontrollgruppe zeigten sich keine signifikanten Änderungen dieser Parameter bei den Patienten mit einer Lupus Nephritis (9).


Wirkung von Curcumin bei neurodegenerativen Erkrankungen: Morbus Alzheimer und Morbus Parkinson

Auch für die Behandlung von neurodegenerativen Erkrankungen wie dem Morbus Parkinson und der Alzheimer-Krankheit wird Curcumin ein therapeutisches Potenzial zugeschrieben (5, 11). In einer kürzlich veröffentlichten Übersichtsarbeit wurden die präklinischen Daten zur Wirkung von Curcumin, insbesondere die anti-entzündlichen und anti-oxidativen Effekte, analysiert. Die Ergebnisse legen nahe, dass durch eine frühzeitige Behandlung mit Curcumin das Fortschreiten beider Erkrankungen günstig beeinflusst werden könnte. Um als neuroprotektive Substanz wirksam angewendet werden zu können, gilt es den Autoren zufolge aber noch, das Problem der schlechten Bioverfügbarkeit von Curcumin zu lösen (5).


Alzheimer Erkrankung

Mehreren Fallberichten zufolge könnte Curcumin die Symptome von Patienten mit Morbus Alzheimer positiv beeinflussen. Die Langzeit-Behandlung führte bei einzelnen Patienten zu einer Besserung der Verhaltensauffälligkeiten (19). Diese Beobachtungen bedürfen allerdings einer Bestätigung durch Placebo-kontrollierte Untersuchungen.


Weitere Erkrankungen, die von einer Curcumin-Anwendung profitieren könnten



Depression

Das auch Patienten mit einer Depression von einer ergänzenden Behandlung mit Curcumin profitieren könnten, darauf deuten erste klinische Daten an Patienten hin, die täglich 500 mg Curcumin zusätzlich zur antidepressiven Therapie mit Escitalopram oder Venlafaxine erhalten hatten (20). Allerdings ist der Wirkmechanismus von Curcumin bei der Depression trotz vielfältiger experimenteller Untersuchungen weiterhin unklar (21).


Zahnheilkunde

Alternative Anwendungen von Curcumin beziehen sich auf den Bereich der Zahnheilkunde. Aufgrund seiner antientzündlichen, antiseptischen Wirkeigenschaften könnten sich Curcumin-Zubereitungen als Mundspüllösungen auch zur Behandlung einer Paradontose eignen (22). Erste klinische Daten sprechen für eine Wirksamkeit einer Curcumin-Mundspüllösung zur Behandlung von Zahnfleischentzündungen. In einer Vergleichsuntersuchung mit der Standardbehandlung (Chlorhexidin) zeigte sich eine vergleichbar gute Wirksamkeit von Curcumin ergänzend zu einer mechanischen Paradontose-Behandlung (23).


Mukoviszidose

Ein Forscherteam der Yale University konnte in einer Studie an Mäusen nachweisen, dass Curcumin in niedriger Dosierung die Symptome der Mukoviszidose (Zystische Fibrose) bessert (3).


Prävention von Schäden durch chronischen Alkoholkonsum

Auch die Folgen eines chronischen Alkoholkonsums lassen sich möglicherweise durch eine begleitende Curcumin-Einnahme abmildern. Untersuchungen an Ratten deuten darauf hin, dass Curcumin die sich entwickelnden kognitiven Defizite eines chronischen Alkoholkonsums günstig beeinflussen kann (24).

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Alkoholvergiftung

In einer japanischen Untersuchung fanden sich erste Hinweise, dass Curcumin in einer gut bioverfügbaren Formulierung (Theracurmin®) eine neue Option zur Behandlung der Alkoholintoxikation darstellen könnte (14).


Prävention der Folgen einer Medikamenten-Überdosierung

Das breite Anwendungsgebiet von Curcumin verdeutlichen auch Untersuchungen zur Vorbeugung von Leberschäden infolge einer Paracetamol-Überdosierung. Auch in diesem Tiermodell erwies sich Curcumin als wirksam (25).


Verminderung der Resistenzentwicklung von Antibiotika

Die Methicillin-Resistenz von Staphylococcus aureus (MRSA) stellt ein zunehmendes Problem infizierter Patienten dar. Dass Curcumin auch eine antibiotische Aktivität aufweist, zeigen verschiedene Untersuchungen. Dabei reduzierte Curcumin u.a. die minimale Hemmkonzentration verschiedener untersuchter Antibiotika, u.a. von Oxacillin, Ampicillin und Norfloxacin. Die Autoren sehen im Curcumin einen möglichen Partner von neuen Kombinations-Antibiotika (26).


Helicobacter-pylori-Infektion

Bei der Behandlung der Helicobacter-pylori-Infektion zeigte Curcumin im Vergleich zur antibiotischen Standardtherapie keine Wirksamkeit (10).


Oxidativer Stress bei Beta-Thalassämie

Als Folge der Erkrankung sind Patienten mit einer Beta-Thalassämie – einer Synthesestörung des Hämoglobins - einem ausgeprägten oxidativen Stress ausgesetzt. Die Gabe von täglich 500 mg Curcumin führt einer Untersuchung zufolge bei 21 Patienten mit Beta-Thalassämie zu einer Besserung aller untersuchten Parameter und damit zu einer Verminderung von oxidativem Stress (7).


Dosierung

In klinischen Studien mit positiven Ergebnissen wurden zwischen 1 und 3 g Curcumin täglich in Form von Kapseln zur oralen Therapie angewendet. In einzelnen Untersuchungen mit kleinen Patientenkollektiven wurden bis zu 6 g Curcumin pro Tag verabreicht. Spezielle Zubereitungen mit einer verbesserten Resorption im Darm verwenden demgegenüber deutlich geringere Tagesdosen (Meriva®, Theracurmin®).


Verträglichkeit

In den bisher publizierten klinischen Untersuchungen wurde die Verträglichkeit von Curcumin allgemein als gut bezeichnet. Studienberichten zufolge wurden Magen-Darm-Probleme, wie Übelkeit, eine erhöhte Stuhlfrequenz oder leichte Blähungen unter der regelmäßigen Einnahme von mehreren Gramm Curcumin pro Tag beobachtet. In Einzelfällen wurde von einer vorübergehenden Erhöhung des Blutdrucks berichtet.


Diskussion



Bioverfügbarkeit von Curcumin

Eine Erklärung für die Tatsache, dass sich bisher nur wenige der vielversprechenden In-vitro-Wirkungen von Curcumin in klinischen Untersuchungen beim Menschen bestätigen ließen, kann in der geringen oralen Bioverfügbarkeit von Curcumin begründet liegen. Bei Menschen fand man selbst nach der Einnahme von 12 Gramm Curcumin in Kapselform nur geringe Mengen der Wirkstoffe im Blut.

Eine japanische Forschergruppe hat eine Curcumin-Formulierung (Theracurmin®) mit hoher Bioverfügbarkeit entwickelt. Erste pharmakokinetische Untersuchungen am Menschen konnten nach Einnahme der auf einer Nanopartikel-Technologie basierenden Formulierung 27-fach höhere Plasmaspiegel nachweisen als nach Einnahme von konventionellem Curcumin-Pulver (14). Eine weitere Untersuchung (8) bestätigt die Dosisabhängigkeit der Blutspiegel, bei einer Anwendung von 150 bzw. 210 mg Curcumin (als Theracurmin®). Als mögliche Nebenwirkung wurde über einen leichtgradigen Durchfall berichtet.


Fazit

Aus den bisher vorliegenden klinischen Studiendaten lassen sich keine gesicherten Aussagen zur Wirksamkeit von Curcumin ableiten. Erkrankungen, bei denen entzündliche Prozesse eine zentrale Rolle spielen, scheinen ganz allgemein von einer Behandlung mit Curcumin zu profitieren. Aufgrund seiner vielfältigen Wirkmechanismen könnte sich Curcumin zur Behandlung neurodegenerativer Erkrankungen wie Morbus Alzheimer oder Morbus Parkinson eignen. Auch zur Vorbeugung eines Diabetes mellitus oder zur Vermeidung von Spätschäden der Hypertonie liegen vielversprechende Daten vor. Weitere Erkrankungen wie die familiäre adenomatöse Polyposis (Darmpolypen) oder die Autoimmunerkrankung Lupus erythematodes könnten von einer Behandlung mit Curcumin profitieren. Im Wesentlichen auf Erfahrungsberichten und unkontrollierten Studien basiert die Anwendung von Curcumin bei funktionellen Verdauungsbeschwerden. Besonders eine gestörte Fettverdauung scheint auf eine Curcumin-Einnahme anzusprechen.


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Literatur


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