Wirkt Melatonin bei Bluthochdruck, Epilepsie, Tinnitus und Depression?


 

Bei welchen Erkrankungen und Funktionsstörungen wurde Melatonin bisher untersucht?



Hintergrund

Während die Wirksamkeit von Melatonin bei Schlafstörungen, insbesondere im Zusammenhang mit einem Jetlag gut belegt ist, gibt es weitere mögliche Anwendungsgebiete von Melatonin, für die bisher überzeugende Wirksamkeitsnachweise fehlen. Im Folgenden wird die Studienlage zur Wirksamkeit von Melatonin u.a. zu Behandlung von Bluthochdruck, Epilepsie, Tinnitus und Depression dargestellt und bewertet. Darüber hinaus wird die Wirkung von Melatonin bei Schlaf-Wach-Störungen als Folge von Schichtarbeit und bei der Behandlung einer Abhängigkeit von Benzodiazepinen analysiert. Erste Daten deuten zudem darauf hin, dass Melatonin sich günstig auf bestimmte Formen des Übergewichts bzw. der Adipositas auswirken könnte.

Wirkt Melatonin bei allgemeinen Schlafstörungen?


Verkürzt Melatonin die Zeit bis zum Einschlafen?

Verbessert Melatonin die Schlafqualität?

 

Hintergrund

Melatonin ist eine natürliche Substanz mit Neurotransmitter-ähnlichen Eigenschaften, die von der Zirbeldrüse (Epiphyse) produziert wird. Dieser Wirkstoff ist in zahlreiche biologische Funktionen und physiologische Abläufe des Körpers eingebunden. Durch die Melatonin-Freisetzung steuert die Zirbeldrüse die innere Uhr und regelt damit die natürlichen Rhythmen von Körperfunktionen. Die Melatoninsynthese wird durch Dunkelheit aktiviert und unter Lichteinfluss gehemmt. Die Freisetzung von Melatonin folgt einem zirkadianen (circa: ungefähr; dias: ein Tag) Rhythmus als Reaktion auf Veränderungen beim Tageslicht.

Melatonin gegen Jetlag – Ist Melatonin wirksam zur Vorbeugung von Symptomen eines Jetlags?



Hilft Melatonin die Zeitverschiebung bei Fernreisen erträglich zu machen?



Hintergrund

Die Symptome des Jetlags bestehen in der Regel aus Tagesmüdigkeit, Schlaflosigkeit und Stimmungsschwankungen, können aber auch mit verminderter geistiger Leistungsfähigkeit verbunden sein.
Pro Stunde Zeitverschiebung muss man mit bis zu einem Tag rechnen, bis sich der Körper wieder angepasst hat. Das bedeutet: Bei einer Zeitverschiebung von sieben Stunden kann die vollständige Anpassung bis zu sieben Tage dauern.

Coenzym Q10 – Update zur Wirksamkeit 2016

 

Bei welchen Erkrankungen ist eine Coenzym Q10-Einnahme wirksam?

 

Bei welchen Erkrankungen hat sich eine Coenzym Q10-Supplementation als unwirksam erwiesen?



Einführung

Der zentrale Stellenwert, den Coenzym Q10 im Energiestoffwechsel des Menschen einnimmt, erklärt das große Interesse an dieser körpereigenen Substanz. Es gibt kaum eine Erkrankung oder Funktionsstörung im menschlichen Körper, die theoretischen Überlegungen zufolge nicht durch einen Mangel an Coenzym Q10 beeinflusst wird. 

Weitere Details zur Wirkung von Coenzym Q10: 

Coenzym Q10 – Wirksam oder unwirksam?


 
In jüngster Zeit ist eine Vielzahl neuer klinischer Untersuchungen zur Wirksamkeit von Coenzym Q10 bei den unterschiedlichsten Erkrankungen veröffentlicht worden. Der folgende Übersichtsbeitrag fasst die Ergebnisse dieser Studien zusammen. Die Wirkung von Coenzym Q10 auf die folgenden Erkrankungen wird dabei diskutiert: 

Bluthochdruck, Hypercholesterinämie, Diabetes mellitus, Herzinsuffizienz, Parkinson-Erkrankung, Metabolisches Syndrom, Fibromyalgie, Chronisches Erschöpfungssyndrom, Muskelschmerzen, Migräne-Kopfschmerz, Nichtalkoholische Fettlebererkrankung, Multiple Sklerose, Vorhofflimmern und Demenz.

Chia - Haben Chia-Samen einen positiven Einfluss auf die Gesundheit?



• Welche Wirkungen von Chia-Samen sind belegt?

• Wie wirksam sind Chia-Samen zur Blutdrucksenkung?

• Vermindert die regelmäßige Einnahme von Chia-Samen das Körpergewicht?

• Welche Wirkung haben Chia-Samen auf den Blutzucker und die Cholesterinspiegel?



Chia


Chia (Salvia hispanica) ist eine Pflanzenart aus der Gattung der Salbei. Chia gilt wie Amarant, Buchweizen und Quinoa als Pseudogetreide, das heißt, es kann ähnlich wie Getreide verwendet werden.
Die Verwendung von Chia-Samen in der Ernährung hat seinen Ursprung in Ländern wie Guatemala, Mexiko und Kolumbien. In der Ernährung der einheimischen Azteken wurden sie, integriert in einer Reihe von Lebensmitteln, als eine Energiequelle verwendet.


Inhaltsstoffe

Der Lipidgehalt in Chia-Samen variiert zwischen 25 % und 40 %, wobei Alpha-Linolensäure (Omega-3) etwa 60 % und Linolsäure (Omega-6) gut 20 % der Gesamtlipide ausmachen. Wenn das Öl aus der Chiasamen extrahiert wurde, verbleibt, ist eine signifikante Menge an Ballaststoffen (33.9 g / 100 g) und Proteinen (17 g / 100 g). Von den Ballaststoffen besteht der größte Anteil aus unlöslichen Ballaststoffen, die eine Rolle bei der Sättigung und der normalen Darmfunktion spielen. Chia-Samen sind reich an Magnesium und phenolischen Verbindungen (hauptsächlich Quercetin und Kaempferol), Chiasamen besitzen eine hohe antioxidative Kapazität. Der relative hohe Calcium- und Kaliumgehalt könnte sich günstig auf die Blutdruckkontrolle auswirken (De Souza et al. 2015).

Chia-Samen enthalten die essenzielle, mehrfach ungesättigte Fettsäure Alpha-Linolensäure. Alpha-Linolensäure zählt zu den Omega-3-Fettsäuren, diese stammen im Wesentlichen aus zwei Quellen: Pflanzen und Fisch. Pflanzliche Öle aus Walnüssen, Leinsamen, Raps und Chia-Samen enthalten Linolensäure, die eine metabolische Vorstufe der sehr-langkettigen Omega-3-Fettsäuren Eicosapentaensäure (EPA) und Docosahexaensäure (DHA) ist. Das heißt, im menschlichen Körper muss die Alpha-Linolensäure erst in die noch wirksameren Eicosapentaensäure (EPA) und Docosahexaensäure (DHA) umgewandelt werden.

Muskelschmerzen bei der Behandlung mit Cholesterinsenkern – Simvastatin, Fluvastatin, Pravastatin, Atorvastatin – Lassen sich diese Nebenwirkungen verhindern?

 

Muskelbeschwerden als Nebenwirkung einer Simvastatin-Behandlung

Werden Muskelprobleme beim Sport durch Statine verursacht?



In diesem Beitrag werden folgende Fragen beantwortet:

• Wie häufig sind Muskelschmerzen, Muskelschwäche oder Muskelschäden als Nebenwirkungen einer Behandlung mit Statinen?
• Gibt es Unterschiede in der Häufigkeit von Nebenwirkungen unter den Statinen?
• Beeinträchtigen Cholesterinsenker, wie Simvastatin oder Lovastatin die Leistungsfähigkeit im Sport?
• Verursachen Statine einen Muskelkater oder Muskelschmerzen nach dem Training?
• Welche Möglichkeiten gibt es, den Nebenwirkungen „Muskelschmerz“ oder Muskelschwäche vorzubeugen?
• Vermindern Coenzym Q10 oder L-Carnitin die Statin-assoziierten Muskelbeschwerden?


Welche Wirkung haben Lebensstil-Änderungen auf den Blutdruck?



Führen Lebensstil-Änderungen zu einer relevanten Blutdruckabnahme?



Hintergrund

Lebensstil-Änderungen werden als alleinige Behandlung empfohlen, wenn der Blutdruck wiederholt höher als 120/80 mmHg, aber niedriger als 140/90 mmHg (prä-Hypertonie) gemessen wird. Bei Blutdruckwerten von größer/gleich 140/90 mmHg (Hypertonie Stadium I oder II) wird eine Lebensstil-Änderung als eine ergänzende Maßnahme zur medikamentösen Therapie empfohlen. Der erste Schritt der Behandlung hoher Blutdruckwerte ist demnach eine Veränderung von Lebensstil-Risikofaktoren. Empfohlen werden eine Gewichtsreduktion bei Übergewicht, eine Zunahme körperlicher Aktivität und ein erhöhter Anteil von Obst und Gemüse in der Ernährung, bei gleichzeitig weniger Salz, weniger Fett, insbesondere weniger gesättigten Fettsäuren und darüber hinaus ein gemäßigter Umgang mit Alkohol. Zu den Lebensstil-Änderungen zählt aber auch eine Verminderung von z.B. beruflichem Stress.

Durch eine Änderung der Lebensweise lässt sich die Höhe des Blutdrucks wesentlich beeinflussen. Zu den Maßnahmen, die in Studien die größte Wirkung auf den Blutdruck gezeigt haben, zählen: eine Gewichtsreduktion, eine Erhöhung der körperlichen Aktivität, eine Ernährungsumstellung, u.a. mit einer Verminderung der Kochsalzaufnahme und eine Reduktion des Alkoholkonsums. Gegenstand des folgenden Übersichtsbeitrags sind Antworten auf Fragen, wie z.B.: In welchem Ausmaß kann jede einzelne dieser Maßnahmen den Blutdruck senken? Gibt es einen additiven oder sogar synergistischen Effekt einzelner Maßnahmen? Wie relevant im Vergleich zur medikamentösen Therapie sind Lebensstil-Änderungen?

Sport und Blutdruck - Senkt regelmäßiger Sport den Blutdruck?



Welche Auswirkung hat eine erhöhte körperliche Aktivität auf den Blutdruck?

Eine Metaanalyse zur Wirkung von Ausdauersport auf den Blutdruck kommt zu dem Ergebnis, dass durchschnittlich eine Blutdrucksenkung von etwa -5/-3 mmHg (systol./diastol.) erreicht werden kann (5). Diese Wirkung war unabhängig von einem möglichen Gewichtsverlust durch sportliche Aktivität. Andere Autoren bestätigen diese Ergebnisse und beschreiben eine vergleichbare Blutdruckabnahme durch die Aufnahme sportlicher Aktivität. Sport in einem Umfang von 30 Min. pro Tag (Walking oder andere Ausdaueraktivitäten) kann demnach den systolischen Blutdruck um etwa -4 bis -9 mmHg senken (1).

Stress und Bluthochdruck – Welche Auswirkungen auf den Blutdruck hat beruflicher Stress?



Psychosozialer Stress im Job und die Folgen für den Blutdruck

Beruflicher Stress erhöht den Blutdruck. Untersuchungen belegen einen um ca. 4 mmHg höheren systolischen Blutdruck während der Arbeit im Vergleich zur Freizeit. Die 24-Stunden-Blutdruckwerte waren an Nicht-Arbeitstagen höher als an Arbeitstagen (3).
Aus verschieden Untersuchungen ist bekannt, dass z.B. bei Busfahrern eine Erhöhung der täglichen Fahrzeiten mit einem Anstieg beim diastolischen Blutdruck verbunden war (1).

Auch eine Dosis-Wirkungsbeziehung kann als gesichert gelten: Je höher der Stress, desto stärker der Blutdruckanstieg (6,7 – 11,5 mmHg Zunahme des systolische Blutdrucks je nach Schwere des Stresses)(7).

Eine Verminderung von Stress im Job führt einer Untersuchung zufolge zu einer Blutdrucksenkung bei der Arbeit (-5,3/-3,2 mmHg) und in der Freizeit (-4,7/-3,3 mmHg, systol./diastol.) (7).

Einfluss von Mineralstoffen und Vitaminen auf den Blutdruck

 

Bluthochdruck - Welche Wirkungen haben Natrium, Kalium, Magnesium und Calcium auf den Blutdruck?

 

Können Vitamine den Blutdruck beeinflussen?



Hintergrund

Das Lebenszeit-Risiko einen Bluthochdruck zu entwickeln wird gegenwärtig auf fast 90 % geschätzt. Der Zusammenhang zwischen der Senkung des Blutdrucks und einer Verringerung des Risikos von Schlaganfall und Herzinfarkt ist eindeutig belegt. Eine Reduktion des Blutdrucks um nur 5 mmHg ist mit einer Abnahme des Risikos für eine ischämische Herzerkrankung um 21 % und mit einer Verminderung des Schlaganfallrisikos um 34 % verbunden (33).

Wesentlich an der Blutdruckregulation beteiligt sind die Mineralstoffe Natrium und Kalium. Auch der Magnesiumstatus hat einen relevanten Einfluss auf die Höhe des Blutdrucks. Nur gering ausgeprägt ist hingegen die Wirkung von Calcium. Die Bedeutung von Phosphor und Eisen für den Blutdruck ist noch nicht abschließend geklärt.  Unter den Vitaminen können Vitamin C, Vitamin D und Folsäure in geringem Maße den Blutdruck beeinflussen.

Im folgenden Beitrag sind die bisher publizierten Studienergebnisse zur Bedeutung von Mineralstoffen und Vitaminen für den Blutdruck zusammengestellt.

Welche Faktoren erhöhen das Risiko für Bluthochdruck?



Arterielle Hypertonie – Ist eine Vorbeugung möglich?

Gibt es Ernährungsfaktoren, die das Risiko für die Entstehung von Bluthochdruck beeinflussen?

Ist eine Hypertonie eine vermeidbare Erkrankung?




Hintergrund

Das Risiko an einer Hypertonie zu erkranken ist im mittleren Lebensalter für Männer höher als für Frauen. Erst ab dem 60. Lebensjahr erkranken Frauen mit gleicher Häufigkeit wie Männer an einem Bluthochdruck (15).
Das Risiko an einer Hypertonie zu erkranken steigt mit zunehmendem Lebensalter kontinuierlich an. Personen im Alter von 40-60 Jahren haben ein 2- bis 4-fach höheres Risiko an einem Bluthochdruck zu erkranken als die Altersgruppe der 18- bis 40-Jährigen (32).

Insgesamt liegt die Häufigkeit einer Bluthochdruck-Erkrankung in der Allgemeinbevölkerung bei 30-45 %. Unbehandelt reduziert eine Hypertonie die Lebenserwartung eines 30-Jährigen gegenüber einer Person mit normalem Blutdruck um fünf Jahre.

Ziel dieser Übersichtsarbeit ist es, die möglichen Risikofaktoren für die Entwicklung einer Bluthochdruck-Erkrankung zu benennen. Im Mittelpunkt dieses Beitrages stehen Ernährungsfaktoren als Risiko für eine Hypertonie. Im zweiten Teil des Beitrags wird auf ernährungsunabhängige Risikofaktoren wie beruflicher Stress, Schlafstörung und Umweltbelastung eingegangen.


Blutdrucksenkung ohne Medikamente – Welchen Einfluss hat die Ernährung?



Relevante Blutdrucksenkung durch Ernährungsumstellung – ist das möglich?

 

Welchen Beitrag kann die Ernährung bei der Kontrolle des Blutdrucks leisten?



Hintergrund

Nach Informationen des Berliner Robert-Koch-Instituts leiden 20 bis 30 Millionen Bundesbürger unter Bluthochdruck. Sie haben ein deutlich erhöhtes Schlaganfall-Risiko. Bluthochdruck erhöht das Risiko für einen Schlaganfall statistisch um das Vierfache. Auch deswegen ist es sinnvoll, den Bluthochdruck bereits in jungen Jahren vorzubeugen.

Fast jeder Dritte Erwachsene in Deutschland hat Bluthochdruck, bei den 70- bis 79-Jährigen leiden sogar drei von vier Personen unter erhöhten Blutdruck. Obwohl viele ihre erhöhten Blutdruckwerte kennen, ließen sich nur etwa zwei Drittel wegen des Hochdrucks behandeln.

Die Sorge vor möglichen Nebenwirkungen einer medikamentösen Blutdrucksenkung und die Befürchtung für den Rest des Lebens blutdrucksenkende Medikamente einnehmen zu müssen, haben zu einem verstärkten Interesse an Maßnahmen zur nicht-medikamentösen Blutdrucksenkung geführt. 

Eine Umstellung der Ernährung und eine Lebensstil-Änderung gehören zu den Maßnahmen, die wesentlich zu einer Blutdrucksenkung beitragen können.
Wissenschaftlich begründete Empfehlungen zur Ernährung bei Bluthochdruck werden regelmäßig von den Fachgesellschaften veröffentlicht. Die American Heart Association / American College of Cardiology empfehlen in ihren Leitlinien beispielsweise eine Ernährung bei der Gemüse, Obst und Vollkornprodukte im Vordergrund stehen und eine Begrenzung Natriumaufnahme auf weniger als 2.4 g pro Tag (Oza 2015). Zu den weiteren nicht-pharmakologischen Maßnahmen zählen eine Gewichtsabnahme, die Tabakentwöhnung und ein verminderter Alkoholkonsum. Auch Nahrungsergänzungsmittel wie Coenzym Q10, Omega-3-Fettsäuren, Vitamin C, Knoblauch und Magnesium können zur Blutdrucksenkung beitragen (Oza 2015). Allerdings liegen für die Wirksamkeit der meisten dieser empfohlenen Maßnahmen keine ausreichenden Studiendaten vor.

Diese Übersichtsarbeit fasst die derzeit verfügbare wissenschaftliche Evidenz zum Einfluss der Ernährung auf den Bluthochdruck zusammen.

Blutdrucksenkung durch Magnesium – Wirkt Magnesium auch bei Hypertonie?


Senkt Magnesium den Blutdruck?

Erhöht eine unzureichende Magnesiumzufuhr das Risiko für einen Bluthochdruck?

 

Hintergrund

In letzten Jahren gab es vermehrt Hinweise, dass auch ein Magnesium-Mangel neben anderen Elektrolytstörungen die Entwicklung eines Bluthochdrucks begünstigen kann (13-16).
Aufgrund seiner vielfältigen Stoffwechselfunktionen - Magnesium ist ein essenzieller Cofaktor von über 300 enzymatischen Reaktionen - ist es nicht verwunderlich, dass eine unzureichende Magnesiumversorgung zu einer Vielzahl an biochemischen Störungen und klinischen Mangelsymptomen führen kann.

Der Magnesiumgesamtbestand eines 70 kg schweren, gesunden Menschen liegt etwa bei 24 g. Vom Gesamtkörperbestand befinden sich etwa 50 bis 60 % im Knochen und ca. 30 % in der Muskulatur. Ca. 1 % des gesamten Magnesiums befindet sich im Extrazellularraum.

Einfluss von Magnesium auf das Risiko an Bluthochdruck zu erkranken

Epidemiologische Studien zeigen eine inverse Beziehung zwischen der Magnesiumaufnahme über die Ernährung und der Bluthochdruck-Häufigkeit. Personen mit einer täglichen Magnesiumaufnahme von mehr als 300 mg hatten ein etwa 22 Prozent geringeres Risiko einen Bluthochdruck zu entwickeln als Personen mit einer Magnesium-Aufnahme von weniger als 200 mg/Tag (2). In der Honolulu Heart Study zeigte sich, dass die Magnesiumaufnahme von allen untersuchten 61 Nährstoffen die am stärksten ausgeprägte inverse Beziehung zur Höhe des Blutdrucks aufwies (3).

Naturheilmittel mit Wirkung auf den Blutdruck – Update 2016



Ist eine Blutdrucksenkung durch Naturheilmittel möglich?



Fragen, die in diesem Beitrag beantwortet werden:

  • Welche Naturheilmittel und Wirkstoffe natürlichen Ursprungs können den Blutdruck reduzieren?
  • In welchem Ausmaß senken pflanzliche Wirkstoffe den Blutdruck?
  • Können Naturheilmittel chemisch definierte Antihypertensiva ersetzen?
  • Sind Naturheilmittel oder Nahrungsergänzungsmittel zur unterstützenden Behandlung einer Hypertonie geeignet?
  • Welche Dosierungen von Naturheilmitteln sind für eine Blutdrucksenkung notwendig?
  • Bei welchen Phytopharmaka kann es zu einem Blutdruckanstieg kommen?


Hintergrund

Für zahlreiche pflanzliche Wirkstoffe konnte in Studien eine blutdrucksenkende Wirkung nachgewiesen werden. In der Regel ist das Ausmaß der Blutdrucksenkung durch Naturheilmittel eher gering ausgeprägt. Trotzdem sind verschiedene natürliche Wirkstoffe zur unterstützenden Behandlung bei erhöhtem Blutdruck geeignet. Besonders in Kombination mit einer Lebensstiländerung und diätetischen Maßnahmen sind bestimmte Naturheilmittel geeignet, hoch-normale Blutdruckwerte (systolisch 130-139 mmHg, diastolisch 85-89 mmHg) zu senken. Bei einer manifesten Hypertonie ist eine Blutdrucksenkung allein mit Naturheilmitteln nicht ausreichend. Ein Bluthochdruck ist definiert als ein systolischer Blutdruck größer als 140 mmHg oder ein diastolischer Blutdruck von größer 90 mmHg.

Auch eine Blutdrucksenkung innerhalb des Normalbereichs durch diätetische Maßnahmen kann Folgeerkrankungen verhindern (5). Unklar ist bisher, ob durch die Kombination verschiedener Naturheilmittel eine additive Blutdrucksenkung erreicht werden kann.

Für die folgenden Naturheilmittel und Nahrungsergänzungsmittel konnte in klinischen Studien eine unterschiedlich stark ausgeprägte Blutdrucksenkung nachgewiesen werden: 

• Coenzym Q10

• Omega-3-Fettsäuren

• Granatapfel

Kakao

• Knoblauch

• Lycopin

• L-Arginin

• Kalium

• Grüner Tee

• Hibiskus

• Weißdorn

• Rote Beete

• L-Carnitin

• Zimt


Omega-3-Fettsäuren (Teil 2) – Führt eine erhöhte Zufuhr von Fischöl (EPA/DHA) zu einer Blutdrucksenkung?

 

Bluthochdruck - Können die langkettigen Omega-3-Fettsäuren Eicosapentaensäure (EPA) und Docosahexaensäure (DHA) die Blutdruckwerte senken?



Hintergrund

Bisherige Forschungsergebnisse weisen darauf hin, dass eine gezielte Ernährung und Lebensstil-Änderungen, einschließlich körperlicher Aktivität, Natriumreduktion und Fischöl-Supplementierung den Blutdruck reduzieren, die Wirksamkeit von antihypertensiven Medikamenten verbessern und das Risiko von Herz-Kreislauf-Erkrankungen verringern können. Als die entscheidenden Wirkstoffe aus dem Fischöl, die für die antihypertensive Wirkung verantwortlich gemacht werden, gelten die langkettigen Omega-3-Fettsäuren Eicosapentaensäure (EPA) und Docosahexaensäure (DHA).

In einer Metaanalyse wurde geprüft, ob eine Zufuhr von langkettigen Omega-3-Fettsäuren aus Fischöl (EPA, DHA) den Blutdruck senkt.
Insgesamt erfüllten 70 randomisierte kontrollierte Studien die Einschlusskriterien und wurden in der Metaanalyse berücksichtigt. Die mittlere Studiendauer lag bei 69 Tagen, die mittlere EPA+DHA-Dosis betrug 3,8 g pro Tag. Als Quellen für die EPA- und DHA-Aufnahme wurden die verschiedenen Arten von Fisch, EPA+DHA-angereicherte Lebensmittel sowie Fischöl berücksichtigt.


Ergebnisse

Nach der Metaanalyse der 70 kontrollierten Studien verringert sich der systolische Blutdruck unter EPA+DHA signifikant um durchschnittlich 1,52 mmHg und der diastolische Blutdruck signifikant um 0,99 mmHg im Vergleich zu Placebo. In der Analyse der Daten von hypertensiven Probanden wurde eine signifikante Verringerung der systolischen (-4,51 mmHg) und diastolischen Blutdruckwerte (-3,05 mmHg) beobachtet. In Studien zu normotensiven Probanden fand sich ebenfalls eine Reduzierung des systolischen Blutdrucks (-1.25 mmHg).
Betrachtet man nur die Studien, in denen die Wirkung einer zusätzlichen Supplementation von EPA+DHA über Fischöl (ohne Berücksichtigung der Basis-Ernährung) analysiert wurde, so verringerte sich der systolische Blutdruck um 1,75 mmHg und der diastolische Blutdruck um 1,11 mmHg im Vergleich zu Placebo.
http://www.amazon.de/Naturheilmittel-Arzneimittel-wissenschaftlicher-Phytopharmaka-Evidenzbasierte/dp/1493706365/ref=sr_1_2?s=books&ie=UTF8&qid=1450093779&sr=1-2&keywords=detlef+nachtigall

Der Analyse zufolge gibt es keine klare Dosis-Wirkungsbeziehung zwischen EPA/DHA und dem systolischen Blutdruck. Eine signifikante Reduktion wurde mit Dosen von 1 bis 2 g / Tag (-1,81 mmHg) und 3 bis 4 g / Tag (-3,85 mmHg) beobachtet. Bezogen auf den diastolischen Blutdruck wurde keine offensichtliche Wirkung für Dosierungen von weniger als 2 g / Tag beobachtet. während Dosierungen 2 bis 3 g / Tag (-1,09 mmHg) und 3 bis 4 g / Tag (-1,86 mmHg) zu einer signifikanten Reduktionen des diastolischen Blutdrucks führten.


Diskussion

Die in dieser Metaanalyse dokumentierte Senkung des Blutdrucks durch Omega-3-Fettsäuren kann nicht nur als statistisch signifikant, sondern auch klinisch bedeutsam eingeordnet werden. Epidemiologische Untersuchungen belegen, dass unter Erwachsenen der systolische Blutdruck um durchschnittlich etwa 0,6 mmHg pro Jahr ansteigt. In der Altersgruppe über 50 Jahre liegt das Lebenszeitrisiko von Bluthochdruck bei 90 Prozent. Die statistisch signifikante Verringerung des systolischen Blutdrucks um 1,25 mmHg bei normotensiven Individuen in dieser Analyse würde eine Verzögerung des altersbedingten systolischen Blutdruckanstiegs um 2 Jahre bedeuten oder die Verhinderung einer Progression von prä-hypertensiven zum hypertensiven Stadium zur Folge haben. Der Rückgang des systolischen Blutdruckwertes um 4,51 mmHg bei hypertensiven Personen unter EPA/DHA könnte in Einzelfällen dazu beitragen, dass Personen keine antihypertensive Medikation benötigen, um ihren Blutdruck zu kontrollieren oder, dass sie auf einer niedrigeren Stufe des Bluthochdrucks verbleiben und sich damit die Medikamenteneinnahme reduziert und das Fortschreiten der Erkrankung verzögert.
http://www.amazon.de/Blutdrucksenkung-ohne-Medikamente-Detlef-Nachtigall-ebook/dp/B01B8IILUS/ref=sr_1_2?ie=UTF8&qid=1454175843&sr=8-2&keywords=Blutdrucksenkung+ohne+Medikamente

Die Ergebnisse dieser Analyse zeigen zudem, dass EPA und DHA genauso effektiv sein können wie andere Lebensstil-ändernde Maßnahmen (in einigen Fällen sogar effektiver), einschließlich der Steigerung der körperlichen Aktivität und die Beschränkung von Alkohol und Natrium zur Senkung des Blutdrucks bei hypertensiven Personen ohne blutdrucksenkende Medikation.


Fazit

Zusammenfassend belegen bisherige Studien, dass die Anwendung von etwa 2 g EPA+DHA pro Tag sowohl den systolischen als auch den diastolischen Blutdruck senkt. Der stärkste blutdrucksenkende Effekt wurde bei Patienten mit manifestem Bluthochdruck beobachtet, die noch keine blutdrucksenkenden Medikamente erhalten hatten. Darüber hinaus wurde festgestellt, dass eine geringe Dosis (zwischen 1 und 2 g pro Tag) zwar den systolischen Blutdruck, nicht aber den diastolischen Blutdruck senkt. Aus klinischer Sicht und aus der Perspektive der öffentlichen Gesundheit kann die erhöhte Zufuhr von EPA + DHA den Blutdruck senken und letztlich die Häufigkeit von damit verbundenen chronischen Krankheiten zu vermindern.

http://www.amazon.de/Mineralstoffe-Spurenelemente-unterstuetzenden-Behandlung-Erkrankungen/dp/1512235180/ref=sr_1_1?s=books&ie=UTF8&qid=1450093779&sr=1-1&keywords=detlef+nachtigall





Quelle:

Miller PE, Van Elswyk M, Alexander DD. Long-chain omega-3 fatty acids eicosapentaenoic acid and docosahexaenoic acid and blood pressure: a meta-analysis of randomized controlled trials. Am J Hypertens. 2014 Jul;27(7):885-96.

 

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